"Da hält sich doch eh kein Mensch dran"

Friedberg (sda). Fahrradhelm aufsetzen oder nicht? Vielleicht bekommen Zweiradfahrer die Entscheidung abgenommen. Denn Verkehrsminister Ramsauer will sie zumTragen eines Kopfschutzes verpflichten. Einer Emnid-Umfrage zufolge seien gut zwei Drittel der Deutschen dafür. In Friedberg gehen die Meinungen auseinander.

Eine kleine Umfrage der WZ auf der Kaiserstraße zeigt: Zwar sagt die Vernunft ja zum Kopfschutz, tragen will ihn aber kaum einer der befragten Bürger.

Birgitt Hübner kommt gerade um die Ecke geradelt. Auf dem Kopf trägt sie einen Helm. Sollte das für alle Pflicht sein? "Ja, ich bin dafür und fahre auch selbst nur mit Helm", sagt die Friedbergerin. Und eine Verpflichtung sei sehr vernünftig: "Zur Sicherheit. Und zwar auch für Erwachsene", fordert sie.

Ganz anders sieht das Friederike Hermann. Zwar sei die Forderung vernünftig und vor allem für Kinder wichtig, selbst wolle sie aber keinen Helm tragen. "Man sollte es eigentlich machen, aber ich komme mir dabei einfach dämlich vor", sagt die Frau. Außerdem genieße sie es, wenn der Fahrtwind durch ihre Haare wehe. Auch ihr radfahrender Mann spricht sich gegen eine Pflicht aus. Und wenn eine gesetzliche Regelung erfolge? "Tja, dann müsste ich mir einen kaufen und dürfte die Helmindustrie fördern", spöttelt er.

Tobias Körner aus Friedberg ist geteilter Meinung. "Das ist alles nur Gewohnheit", erklärt er. Wie beim Motorradfahren – früher habe ja auch dabei niemand einen Helm getragen. Heute sei das aber ganz normal. Und eigentlich sei es schon sicherer. Er habe auch ohne den Kopfschutz angefangen, mittlerweile trage er aber immer einen. "Klar ist es lästig, vor allem weil man den Helm immer mit sich rumtragen muss", sagt der Friedberger. Er habe sich aber damit arrangiert.

Auch Mathias Röder sitzt auf seinem Fahrrad. Statt eines Helms trägt er eine Mütze auf dem Kopf. Er lehnt eine Pflicht strikt ab. "Nein, finde ich nicht gut. Da hält sich doch eh kein Mensch dran." Und gebe es eine Helmpflicht, wäre es ihm egal. "Ich würde trotzdem ohne fahren", sagt der junge Mann. Auch auf die Gefahr hin eine Strafe zu bekommen.

Helm nur bei längerere Strecken

"Wichtig wäre es schon", sagt Roland Reichel. Dennoch steigt er ohne auf sein Rad. Er selbst fahre immer nur zwei Kilometer in der Stadt – vom Bahnhof nach Hause. "Da brauche ich keinen Helm." Wenn er am Wochenende längere Ausflüge mit dem Rad mache, trage er aber einen Kopfschutz. Und warum er ihn sonst nicht trägt? "Dann müsste ich ihn immer mitschleppen. Im Moment verlasse ich mich einfach darauf, dass schon nichts passiert."

Herbert Schneider fährt seit Jahrzehnten mit dem Rad durch ganz Hessen – auf einen Schutz verzichtet er dabei. "Ich habe nie einen gebraucht", sagt der Rentner. Aber eins muss er zugeben: "Um ehrlich zu sein, es ist schon richtig, vor allem bei Kindern und älteren Leuten." Er selbst sei aber im Alter vernünftig geworden und schätze seine Geschwindigkeit gut ein.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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