"Friedberg gruselt": Schaurige Gestalten und "Hexensuppe"

Friedberg (har). Ein bisschen Gruselgefühl, dazu unzählige Möglichkeiten zum Essen und Trinken und natürlich Einkaufen: Dies ist das Erfolgsrezept von "Friedberg gruselt", dem Einkaufsabend in der Kaiserstraße am letzten Oktoberwochenende, den die Werbegemeinschaft "Friedberg hat’s" am Samstag zum achten Mal veranstaltete.

Fanden in den ersten Jahren noch zusätzliche Aktionen wie der Gruselgarten im Burggarten statt, wurde der Halloween-Einkaufsabend mehr und mehr zu einem Ereignis, bei dem viele Besucher auch Darsteller sind. Nicht nur Kinder, immer mehr Erwachsene kamen schon in den letzten Jahren als Hexen, Monster, Zauberer oder Untote in die Innenstadt. In diesem Jahr waren allerdings nicht ganz so viele Kostümierte unterwegs.

Mit einsetzender Dunkelheit wurde es auf den Bürgersteigen langsam voller, und die ersten verkleideten und geschminkten Passanten wurden gesichtet. Den Vogel schoss ein stummer "Horror-Clown" ab, der sich immer wieder in Pose stellte und unzählige Male fotografiert wurde. Dazu kamen viele große und kleine Hexen sowie Vampire. Kinder, die noch ungeschminkt waren, konnten im Aktionszelt von "Friedberg hat’s" auf dem Elvis-Platz oder bei "Thomas Korff Friseur creative" ihr Gesicht in ein "Monsterface" verwandeln lassen.

Erstmals wurde der Kostümwettbewerb für Familien ausgeschrieben. Mindestens ein Elternteil musste vor der Burg mit aufs Foto, das Thompson Paul Martin in einer Kulisse aus Stroh und Kürbissen ablichtete. Bis 20 Uhr waren über 40 Familien, allerdings nicht alle voll kostümiert, gekommen, und Mario Nahke am PC sorgte dafür, dass die "Foto-Horror-Modelle" schon eine halbe Stunde später einen DIN A 4 großen Ausdruck abholen konnten. "Wir sehen toll aus", freuten sich die "Hexen" Nadine Begerich und Daniela Wolf aus Wöllstadt mit ihren Kindern Malte und Niklas. Eine Jury wird die besten "Gruselfamilien" auswählen, und da zählt für Martin die Wöllstädter Gruppe zu den Favoriten.

Tradition hat schon die "Kürbismeile" auf der Burgmauer, die von den Besuchern selbst gestaltet wird. Nicht nur Kinder stellten ihre ausgehöhlten und geschnitzten Kürbisse auf die Mauer, auch einige Erwachsene hatten sich als Schnitzer betätigt. Viele leuchtende Kürbisse waren wieder ein beliebtes Fotomotiv, und da die Mauer nicht ausreichte, standen etliche Kürbisse auf dem Boden davor.

Bunte Bäume

Die Bäume entlang der Kaiserstraße wurden wieder in bunten Farben angeleuchtet, und auch die "Leuchtbälle" darin waren eingeschaltet worden. So manches Geschäft lockte mit "Gruselrabatten" oder "gruseligen" Angeboten. Hin und wieder wurden die Kunden von Hexen oder Feen bedient, wie in der Buchhandlung Bindernagel, wo eine tolle Kürbissuppe zum Verweilen einlud. Im hinteren Teil der Buchhandlung lasen unter anderem Christian Herrmann und Elisabeth Schäfer kleine Grusel-, Gespenster- und Schauergeschichten vor.

Zufrieden mit der Resonanz war Cinderella-Besitzer Patrick Dill, der mit seinem Geschäft gerade umgezogen ist. "Hier war den ganzen Abend richtig viel los", berichtete er. Claudia Clausen von "Friedberg hat’s" zog ein rundum positives Fazit: "Bis 20 Uhr war’s ruhiger als im letzten Jahr, aber dann wurde es wieder richtig voll."

Neu in dieser Form war eine "Gastro-Meile" im abgesperrten Seitenarm der Kaiserstraße zwischen Bürotechnik König und Sport-Möll. Erstmals waren hier auch Tische und Bänke aufgestellt. So konnte man sich Bratwurst und Leberkäsbrötchen, Bratapfellikör, Cocktails, Glühwein, Feuerzangenbowle oder Kinderpunsch schmecken lassen.

Vielfältige Auswahl

Dazu kamen weitere Essensstationen mit Sitzgelegenheiten im Verlauf der Einkaufsmeile. Die Auswahl war vielfältig. Der Rotary Club bot Waffeln für einen guten Zweck an, und vor der Buchhandlung Bindernagel schmeckte das Raclette bestens. Peter Junker hatte wieder seine scharfe Hexensuppe gekocht und überraschte seine Gäste mit selbst hergestellten "Lachsknackern", frischem Lachstartar im Naturdarm mit Meerrettich und frischem Brot. Gegrilltes gab es unter anderem auf der Kleinen Freiheit, beim Brauhaus und vor der Dunkel, wo zu bekannten Hits eine Art "Open-Air-Grusel-Party" stattfand. In den Gaststätten fand man nach 21 Uhr kaum einen freien Platz. Wieder dabei waren die Burning Dragons, die mit ihrer Feuershow auf der Kleinen Freiheit für einen großen Menschenauflauf sorgten.

Als dann die Kaiserstraße gegen 21 Uhr gesperrt worden war, wurde die Fahrbahn von den Fußgängern schnell in Besitz genommen. Pünktlich um 22.30 Uhr schoss die erste Leuchtfontäne, abgefeuert direkt vor dem Burgtor, in den Himmel. Es folgte eine zehnminütige pyrotechnische Show mit vielen goldenen und mehrfarbigen Raketen sowie unzähligen Leuchtkugeln, wofür es reichlich Beifall gab. Anschließend leerte sich es nicht so schnell wie in den Jahren zuvor, sicher eine Folge der milden Temperaturen. So wurde noch drinnen und draußen zusammen gesessen und auch gefeiert.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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