Die Absperrung ist mutwillig zerstört und das Naturschutzgrundstück zu einem Drittel abgemäht worden. FOTO: PM
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Die Absperrung ist mutwillig zerstört und das Naturschutzgrundstück zu einem Drittel abgemäht worden. FOTO: PM

Entsetzen bei Naturfreunden

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). Eine Fläche, die ein Paradies für Pflanzen und Tiere sein soll, ein zerstörter Zaun und ein Unbekannter, der das Areal teilweise gemäht hat, obwohl das nicht sein durfte - beim Verein Weidewelt ist man sauer. Der "Verein für naturschutzkonforme Landnutzung durch Beweidung", wie er ausgeschrieben heißt, beklagt einen Vorfall, der dem Naturschutzgedanken massiv widerspricht und der sich in der Kleinen Mark, an der Grenze zwischen Bauernheim und Dorheim, abgespielt hat. Dort liegt ein etwa ein Viertel Hektar großes Wiesenstück, das der Eigentümer für Naturschutzzwecke zur Verfügung gestellt hat.

Wichtiges Areal auch für Vögel

Der Wetteraukreis hat darauf einen Storchenhorst errichtet, der NABU Friedberg eine Informationstafel aufgestellt, und der Ossenheimer Botaniker Dr. Stefan Nawrath hat bedrohte Pflanzen eingebracht. Die Parzelle solle dazu genutzt werden, künftig als Spenderfläche für die Anlage der in der Wetterau extrem selten gewordenen Stromtal-Pfeifengraswiesen zu dienen. Dies erläutert der "Verein für naturschutzkonforme Landnutzung durch Beweidung" namens Weidewelt. Nicht nur botanisch sei die Parzelle, die nach Vorgaben des Naturschutzes von einem Biobauern spät gemäht und nie gedüngt werde, interessant, auch in der Vogelwelt hätten sich Erfolge eingestellt. "So haben schon Rebhühner und Grauammern auf der Fläche gebrütet. Leider kamen Störche bisher immer nur für einige Tage vorbei, wurden aber oft gestört, z. B. durch frei laufende Hunde in den Wiesen", heißt es weiter in der Weidewelt-Pressemitteilung. Doch "das Idyll" scheine nicht jedem zu gefallen. Obwohl die Grenzsteine sichtbar gemacht und mit Pfosten und Absperrbändern markiert worden seien, habe jemand kürzlich wieder die Absperrung mutwillig zerstört und das Grundstück zu einem Drittel illegal abgemäht oder zerfahren.

Nicht der erste Naturfrevel dort

Das passiere regelmäßig. "Vor nicht einmal zwei Jahren wurden sogar die Markierungspfosten, die als Greifvogelansitz dienten, von Unbekannten entwendet und in einen Stacheldrahtverhau eingebaut, der an der Wetter den Biber vom Verlassen des Gewässers abhalten sollte. Die Untere Naturschutzbehörde wurde eingeschaltet, um diesen Naturfrevel zu stoppen."

Wer etwas beobachtet hat, kann sich per E-Mail an weidewelt@aol.com wenden Die Informationen werden laut Weidewelt vertraulich behandelt.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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