Eintauchen in die Welt des Wilden Westens

Friedberg (har). Treffpunkt nicht nur für eingefleischte Cowboys und Westernfans ist am Himmelfahrtstag das Gelände der Colorado-Rancher hinter dem Burgfeld. Der "Tag der offenen Tür" ist längst ein Fest für die ganze Familie, gerade an herrlichen Sommertagen wie am Donnerstag.

Schon vormittags kamen viele Besucher zum "Rancher-Frühstück" mit "Rührei und Bacon". Während die Erwachsenen es sich schmecken ließen, tobten die Kinder über das Gelände. Zu entdecken gab es einiges.

Im Siedlerlager sitzen die Hobby-Cowboys und -Cowgirls im passenden Outfit vor ihren Zelten, Barbara und Olaf Hammer aus Nieder-Mörlen gehören dazu. Der Ehemann in seiner schmucken Uniform stellt Major General Chamberlain dar und ist ebenso ein beliebtes Fotomotiv wie andere Soldaten und Siedler. Gleich zwei Zelte haben Jens Pfalzgraf und Lebensgefährtin Astrid Jerebic aus Fauerbach aufgebaut, denn auch die beiden Töchter Tamina (7) und Danja (10) sind begeistert vom Hobby ihrer Eltern. In der Rolle einer Siedlerfamilie fühlen sie sich wohl. So hatten sich die Kinder zu Weihnachten Feldbetten gewünscht, damit sie nicht mehr auf Luftmatratzen schlafen müssen. "Das macht riesig Spa?, erzählt Danja, während Mutter Astrid häkelnd vor dem Zelt sitzt. Schon am Mittwoch hat die Familie auf der Ranch ihr Quartier bezogen.

Viele Westernfans sind im passenden Outfit gekommen, besonders die aufwendigen Kleider der Frauen sind ein Hingucker, einige "fast echte Sheriffs" laufen über den Platz. Vor den Zelten sind die oft in Eigenarbeit hergestellten "Wohnzimmer" samt Feuerstellen oder Herd aufgebaut, ein leckeres Süppchen kocht im Topf. Eine kleine Ausstellung mit Bildern informiert über das Leben im Wilden Westen, an der "Jack-Daniels-Hütte" neben den Zelten gibt's amerikanischen Whiskey pur mit Eis oder mit Cola.

Wem noch etwas zum "Western-Outfit" fehlt, kann sich mit Lederwesten, Farmerhemden, Fleece-Jacken, Gürtelschnallen und natürlich Cowboyhüten sowie handgefertigtem Schmuck eindecken. Um die Mittagszeit setzt der große Run auf die Essenstheken ein. Am vergitterten Bankschalter, wo der Euro gegen seit Jahren stabile Colorado-Dollars umgetauscht wird, und an den Grills bilden sich Schlangen. Es gibt Steaks, Spare-Ribs, Bratwürste, Potatoes, Kartoffelsalat, Pommes und Krautsalat, nebenan, im "Coffee House", werden Kaffee und Kuchen sowie amerikanische Pancakes angeboten.

Es ist warm, eisgekühlte Getränke sind von der stetig wachsenden Zahl der Besucher so stark gefragt, dass eine Durchsage ertönt: Leere Gläser bitte gleich zurückbringen, sonst können sie nicht gefüllt werden. Auf der Bühne sorgt derweil das Frankfurter Country-Duo Mockingbirds für Unterhaltung, der Tanzboden füllt sich immer wieder mit begeisterten Line-Dancern.

Am Nachmittag spielt mit der Flat Iron Band aus Steinheim/Murr eine bundesweit bekannte Gruppe, die mit ihrem außergewöhnlichen Mix aus Western-Klassikern, modernem Country-Sound, einer Prise Rockabilly und Bluegrass sowie jeder Menge Humor bestens bei den Zuhöreren ankommt. Die Sonne strahlt vom Himmel, die Gäste suchen sich schattige Plätze. Trotz vieler Tische und Bänke wird es immer wieder eng. Am Nachmittag zeigt die Square-Dance-Gruppe der Colorados klassische Tänze der USA, und unter den Bäumen am Seebach versuchen sich Jung und Alt an großen Brettspielen oder im Stiefel-, Hufeisen- und Geldsackwerfen. Umlagert ist auch der Schminktisch. Es sind überwiegend Mädchen, die hier ihr Gesicht bunt und phantasievoll schminken lassen.

"Das ist einfach irre, so viele Menschen hatten wir, glaube ich, noch nie hier", meint "Bürgermeister" Hans-Jürgen Becker, der langjährige Colorado-Vorsitzende. Bei den Ranchers herrscht am "Vatertag" bis in den Abend hinein Hochbetrieb, die vielen Helfer hinter den Theken kommen ganz schön ins Schwitzen. Darunter sind übrigens auch Mitglieder der Friedberger Tafel, die heute an gleicher Stelle ihr fünfjähriges Bestehen mit einem Sommerfest feiert.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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