Nach den Vorstellungen des Bürgerbündnisses "WIR" sollte die Kaiserstraße zwischen Ockstädter Straße und Burg ab den letzten beiden Sommerferien-Wochen insgesamt vier Wochen lang für den Kfz-Verkehr weitgehend gesperrt werden.
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Nach den Vorstellungen des Bürgerbündnisses »WIR« sollte die Kaiserstraße zwischen Ockstädter Straße und Burg ab den letzten beiden Sommerferien-Wochen insgesamt vier Wochen lang für den Kfz-Verkehr weitgehend gesperrt werden.

Verkehrswende

Friedberg: Wird Kaiserstraße nun für Autofahrer gesperrt?

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Es wäre eine ziemlich einschneidende Maßnahme: Das Bürgerbündnis »WIR« fordert, die Kaiserstraße in Friedberg vier Wochen lang für Autos weitgehend zu sperren. Hier gibt es die Hintergründe.

Das Bürgerbündnis »WIR« fordert von der Stadt eine vierwöchige Sperrung der Kaiserstraße. Damit solle Fußgängern, Radfahrern, aber auch Cafés und Restaurants mehr Raum gegeben werden. Vorgeschlagen wird eine Sperrung, die in den letzten beiden Sommerferien-Wochen beginnt. »WIR« sieht diese Phase als Test an. Das Bürgerbündnis bringt eine Sperrung für den Durchgangsverkehr von der Kreuzung Ockstädter Straße bis zur Burg ins Spiel.

Eine Fahrspur als Fahrradweg

»Noch ist das vollständige Wiederhochfahren des öffentlichen Lebens unter einer neuen ›Corona-Normalität‹ nicht abgeschlossen, und es gibt weiterhin große Unsicherheiten, auch über eine mögliche zweite Welle mit dem Coronavirus. Viele Menschen halten sich zurück beim Einkauf über das absolut Notwendige hinaus«, schreibt »WIR« in einer Pressemitteilung. Für alle Menschen sei es trotz weiterer Einschränkungen wie Mindestabstand und Mund- und Nasenschutz notwendig, sich wieder etwas freier bewegen zu können, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Oder dass sie sich wieder mehr mit Freunden im Café treffen können. »Das geht am besten in der Stadt, in einer Fußgängerzone oder einem verkehrsberuhigten Innenstadtbereich mit vielen Geschäften und Cafés. Wo ginge das in Friedberg besser als auf der Kaiserstraße.« Viele Menschen hätten erfahren, dass der »Lockdown« zu einer Entlastung der Natur geführt habe und die Innenstädte fast verkehrsberuhigt geworden seien. Dies sei ein Einstieg in die Verkehrswende. »Daran können und wollen wir anknüpfen«, schreibt das Bürgerbündnis.

Und so könnte die Entwicklung in Friedberg nach Ansicht von »WIR« aussehen: Die Kaiserstraße wird mit Beginn der beiden letzten Sommerferienwochen für vier Wochen, also vom 3. bis zum 30. August, von der Kreuzung Ockstädter Straße bis zur Burg für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die östlich gelegene Hauptfahrspur der Kaiserstraße wird zum Fahrradweg (mit Hin- und Rückspur) und eingefärbt.

Pendelbus von Parkplätzen aus

Die Parkplätze fallen auf dieser Seite »für den vierwöchigen Test weg«. Stattdessen können auf diesen Flächen mehr Plätze von Cafés und Restaurants belegt sowie Ruhebereiche und Spielflächen ausgewiesen werden. Die westlich gelegene Hauptfahrspur wird zur Einbahnstraße von der Burg Richtung Ockstädter Straße und bleibt ausschließlich frei für Busse und Taxis, für Polizei, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge, Lieferverkehre (nur vormittags von 7 bis 11 Uhr) sowie für Anwohner. Die Parkplätze auf dieser Seite sind ausschließlich für Anwohner auf beiden Seiten der Kaiserstraße reserviert. Auch auf dieser Seite kann mehr Fläche von Cafés und Restaurants genutzt werden. Generell soll Schrittgeschwindigkeit gelten. Von den Parkplätzen an der Ockstädter Straße (unterhalb des Krankenhauses) und der Stadthalle, der Parkfläche am Burgfeld und dem Parkdeck an der Alten Bahnhofstraße fährt im Abstand von 15 Minuten ein Kleinbus zur und entlang der Kaiserstraße.

An zwei oder drei Stellen könnte ein Spielplatz für die Kleinen, ein Spiel- und Fun- Platz für Kinder und Jugendliche und ein Platz für die Erwachsenen, beispielsweise mit einem Schachspiel und einem Federball-Feld, eingerichtet werden.

»Die Menschen könnten auch unter Beibehaltung der Abstände und des Mundschutztragens auf der Kaiserstraße einkaufen, flanieren, radeln und wieder in den Cafés sitzen, um ein wenig das Leben in einer neuen Situation zu genießen«, schreibt »WIR«. »Außerdem wäre das ein guter Test für die Menschen, praktisch zu erleben, wie es wäre, wenn die Kaiserstraße auf Dauer für den Durchgangsverkehr gesperrt würde. Es könnte zudem zu einer positiven Erfahrung für die Bürgerinnen und Bürger werden, zu unterstützen, weitere Straßen in der Innenstadt zur Fußgängerzone oder zumindest zur verkehrsberuhigten Zone umzugestalten. Und es wäre ein erster Praxistest für einen neuen autofreien Stadtteil auf dem Gelände der ehemaligen ›Ray Barracks-Kaserne‹.«

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