"Best of" der Kulturdenkmale unter Schutz der UNESCO gestellt

Friedberg (pdw). Sieben Bauwerke und Anlagen in Friedberg, Bad Nauheim und Florstadt sind neu unter den Schutz der UNESCO gestellt worden. Landrat Joachim Arnold übergab in der Friedberger Stadtkirche die internationalen Schutzzeichen für die Kennzeichnung von Kulturgut gemäß Haager Konvention.

Als international schützenswerte Kulturgüter gelten ab sofort die evangelische Stadtkirche, das Schloss der Grafen Solms-Rödelheim in Dorheim, das Schloss Ockstadt (seit fast 500 Jahren im Besitz der Freiherren von Franckenstein), die mittelalterliche Altstadt in den Grenzen der Stadtbefestigung sowie die Kuranlagen Bad Nauheims, das ehemalige Schloss der Freiherrn Löw zu Steinfurth in Nieder-Florstadt und die Seufzerbrücke in Florstadt-Staden.

Mehr als 50 Denkmale im Wetteraukreis werden als international schützenswerte Kulturgüter geführt oder stehen kurz vor der Übergabe der Schutzplaketten. Die Liste liest sich wie ein "Best of" der Wetterauer Kulturgüter von der Wasserburg in Bad Vilbel über die Römische Villa und Badeanlage in Wölfersheim-Wohnbach bis hin zur mittelalterlichen Altstadt von Friedberg. Die jetzt unter Schutz gestellten Kulturgüter in Friedberg, Bad Nauheim und Florstadt stammen aus den letzten neun Jahrhunderten. Friedberg und seine Stadtteile nehmen in der Denkmaltopographie für den Wetteraukreis einen breiten Raum ein. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die römische Zeit zurück. Wo heute die Burg steht, entstand kurz nach Christi Geburt ein römisches Militärlager.

Parallel zur mittelalterlichen Burg entstand die Stadtgemeinde, vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Noch heute erhalten und jetzt unter Schutz der UNESCO steht ein umfangreiches Ensemble mit bedeutenden historischen Großbauten und Bürgerhäusern aus der Zeit des 15. bis 19. Jahrhunderts. Sichtbares Zeichen der Bürgerstadt Friedberg ist der Bau der Pfarrkirche "Unserer lieben Frau" als gotische Hallenkirche. An ihr und dem Bau der Türme lässt sich die jahrhundertelange Konkurrenz zwischen Burg und Stadt ablesen. So sollte der Turm der Stadtkirche möglichst höher sein als der Adolfsturm, ein Ansinnen, dem der Burgvogt erfolgreich widersprach.

Das ehemalige Schloss der Freiherren Löw zu Steinfurth in Nieder-Florstadt stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die 1681 erbaute Seufzerbrücke in Staden, ein malerischer Fachwerküberbau, wurde vermutlich als herrschaftliches Lusthaus von Stadener Ganerben errichtet. Schließlich wurden die Kuranlagen in Bad Nauheim unter den Schutz der Vereinten Nationen gestellt. Der Kurpark wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts von Heinrich Siesmayer angelegt. Der große Teich wurde schon 120 Jahre zuvor für den Betrieb der Saline geschaffen. Eine große Umwandlung erfuhr Bad Nauheim Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Neu- und Umbau des Kurhauses, des Sprudelhofs und der Trinkkuranlage.

Landrat Arnold betonte bei der Übergabe der Schutzplaketten die Bedeutung des Denkmalschutzes insbesondere für die Archäologie- und Kulturlandschaft der Wetterau: "Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, dieses historische Kulturgut zu bewahren und an unsere Nachkommen weiterzugeben."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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