Verwirrung um Ampeln

Aufatmen in Friedberg-Fauerbach: »Chaos normalisiert sich«

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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»Das Verkehrschaos hat sich soeben normalisiert«, meldet ein Fauerbacher. Das Chaos war am Mittwoch über den Friedberger Stadtteil herein gebrochen – wegen Ampeln vor einer Metzgerei.

Erleichterung dürfte sich am Donnerstag bei vielen Fauerbachern und noch mehr Autofahrern breit gemacht haben. »Die Ampeln sind ausgeschaltet und mit den verengenden Warnbaken zur Seite gestellt worden«, berichtet ein Leser. Die Stadtverwaltung bestätigte das. »Die Ampelanlage im Bereich Fauerbacher Straße/B 275 bei der Metzgerei Herold wird umgehend außer Betrieb genommen bzw. beiseite geräumt«, teilte die Straßenverkehrsbehörde mit. Die Baumaßnahme werde am Freitagvormittag beendet und der Kreisverkehr dann wieder befahrbar sein.

Geflucht wegen langer Wartezeiten

Gemeint sind die Tiefbauarbeiten am Kreisel zwischen Haingraben und Haagstraße. Dort sowie in der »Kleinen Unterführung«, die ins Barbaraviertel führt, standen Tiefbauarbeiten an, der Verkehr über den Kreisel wurde umgeleitet und mit Baustellenampeln geregelt. Nun wurde der Bereich rund um Kreisel und Unterführung für drei Tage komplett gesperrt. Im Zuge dessen musste der Verkehr umgeleitet werden. Die Straßenverkehrsbehörde erachtete dafür eine Ampelanlage als die richtige Lösung für die Ecke Fauerbacher Straße und Fritz-Reuter-Straße (B 275). Die Anwohner und die Autofahrer waren da anderer Meinung und fluchten über lange Wartezeiten vor den Ampeln.

FDP-Stadtverordnete übt Kritik

Die FDP-Stadtverordnete Silva Elm-Gelsebach, die in Fauerbach wohnt und von der Verkehrsbehinderung ebenfalls überrascht war, hatte die Informationspolitik des Rathauses kritisiert. Sie hatte vergeblich auf der Homepage der Stadt nach Informationen über die Maßnahme gesucht. Erst am Donnerstag wurde sie fündig: »Es gab doch eine ›Baustelleninformation‹ auf der städtischen Homepage, unter ›Aktuelles‹, allerdings schon im März. Wer liest das? Wer kann sich daran erinnern? Toll versteckt!«

Bereits Anfang März informiert

Auch die WZ hatte über die Bauarbeiten berichtet. Anfang März hatte die Stadtverwaltung eine Mitteilung über die Sperrung verschickt. »Des Weiteren wird durch Lichtsignalanlagen der Verkehr geregelt. Währenddessen ist der Verkehr eingeschränkt«, hieß es. Auf der städtischen Homepage findet man die Meldung unter »Aktuelles« in einer langen Liste und dort (warum auch immer) unter dem Stichwort »Hanauer Straße«. Die Nutzer der Seite werden aufgefordert, sich einen »Adobe Reader« herunterzuladen. Dann können sie eine pdf-Datei mit Grafiken öffnen, auf denen die drei Behelfsampeln vor der Metzgerei Herold eingezeichnet sind. Den Preis für die bürgerfreundlichste Baustelleninformation dürfte die Kreisstadt damit nicht gewinnen.

Kommentar

Versteckte Informationen

Erst weiß niemand, wer die Ampeln aufgestellt hat, und dann zeigt sich, dass die Stadt durchaus auf die Maßnahme hingewiesen hat – allerdings so, dass kein Mensch dies mitbekam. Öffentlichkeitswirksame Baustelleninformationen sehen anders aus. Sie sollten zeitnah veröffentlicht werden, nicht einen Monat vorher und versteckt in einer pdf-Datei. Es sollte auch nicht »Hanauer Straße« drüberstehen, wenn sich in Fauerbach der Verkehr staut. Die städtische Homepage muss dringendst überarbeitet werden. Doch (nicht nur) dafür fehlt im Rathaus das Personal. Von Jürgen Wagner

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