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Drei Viertel der Wildbienen nisten im Boden, darunter auch die "Dicke Sandbiene". Um sie zu unterstützen, sollten Gartenbesitzer den Insekten gezielt offenen Boden oder eine lehmige Steilwand anbieten.

Artenvielfalt im eigenen Garten

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Wetteraukreis(prw). "Privatgärten bilden ein ungeheures Naturschutzpotential, das allerdings noch viel zu wenig genutzt wird." Das sagt Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Matthias Walther. Er wirbt deshalb für einen aktiven Artenschutz auch im heimischen Garten. "Es gibt bestimmte Insektenarten, die mit vielen Biotopen zurechtkommen und leicht auch im Privatgarten überwintern können, sofern der Mensch die Lebensgrundlagen der Insekten nicht zerstört", sagt Walther.

Für Wildbienen würden gerne Insektenhotels angeboten, wobei man allerdings wissen müsse, dass drei Viertel der Wildbienen im Boden nisten würden. Deshalb sei es gut, auch im heimischen Garten zwischen Blumen, Kräutern und Gräsern gezielt offenen Boden anzubieten, gerne auch als kleine lehmige Steilwand.

Wildbienen würden meistens solitär leben. Das heißt: Jede Biene ist eine Königin ihres eigenen Nestes. In den Nistkammern im Boden, in Röhren oder hohlen Stängeln werde jeweils ein Ei mit einem Pollen- und Nektarvorrat "eingemauert". Die Brut schlüpfe je nach Art als zweite Generation im selben Jahr oder erst im Frühjahr des Folgejahres.

Um eine solche Brutzelle mit ausreichend Nahrung zu versorgen, müsse eine Biene im Durchschnitt 75 Blüten besuchen. Dabei seien die Bienen speziell auf bestimmte Pflanzenarten oder -familien angepasst. "Wer Wildbienen nicht nur durch ein Insektenhotel fördern will, kann heimische Blumen und Gehölze anpflanzen, die nicht züchterisch verändert sind", sagt Umweltdezernent Walther. Bei Stockrosen oder Malven sei deswegen darauf zu achten, dass keine Arten mit gefüllten Blüten gekauft würden, denn die würden Hummeln oder Wildbienen nur wenig helfen.

Insektenhotel selbst bauen

Statt Rasen könnten Gartenbesitzer auch mal eine Blumenwiese oder entlang eines Zauns einen Saum aus heimischen Arten wachsen lassen. Hilfreich für die Insekten seien auch markhaltige Pflanzenstängel, die man, etwa nach dem Rückschnitt von Himbeere oder Holunder, im Herbst senkrecht aufhängen könne.

Wer ein Insektenhotel selbst bauen will, findet dazu viele Anleitungen im Internet, zum Beispiel auf der Seite des NABU. Im Handel angebotene Nisthilfen aus gebranntem Ton seien laut Walther ebenfalls gut geeignet.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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