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Appell: Berufsschulen erhalten

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Wetteraukreis(pm). Die Botschaften beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft des Wetteraukreises waren klar: Der Erhalt der Berufsschulstandorte ist wichtig. Und eine Ausbildung im Handwerk lohnt sich. Das betonte Kreishandwerksmeister Werner Ulowetz vor zahlreichen Innungsvertretern und Gästen des öffentlichen Lebens im Hotel Dolce in Bad Nauheim.

In seiner Ansprache ging Ulowetz auf die Bankenkrise 2007/08 ein, welche die Bundesrepublik wie kein anderes Land überwunden habe. "Die Säule des Erfolges war und ist unser Handwerk - die zuverlässige krisenfeste Wirtschaftsmacht von nebenan." Auch für 2020 rechne er mit einem guten Geschäftsjahr und einer stabilen Konjunktur. Die historisch niedrigen Zinsen, die geografische Lage in der Rhein-Main-Region und die ländliche Struktur mit ihrem "Wohlfühlcharakter" trügen dazu bei.

Einen Wermutstropfen gebe es: "Die sehr gute Betriebsauslastung unserer Handwerksbetriebe über Jahre hinweg führt leider dazu, dass uns Fachkräfte fehlen." Landauf, landab würden Fachkräfte gesucht. Um dem entgegenzusteuern, sehe er nur eine Chance: "Indem wir mehr ausbilden, auch wenn es scheinbar wenig ausbildungsfähige Jugendliche gibt." Ergreife ein junger Mensch mit einer guten Basiskenntnis einen handwerklichen Beruf, werde er Freude daran und mit Sicherheit auch Erfolg im Leben haben. Ulowetz: "Das Handwerk ist wesentlich moderner geworden. PC, Laptop oder das Smartphone sind tägliche Werkzeuge, computergesteuerte Maschinen sind Standard geworden." Stetig entwickle sich das Handwerk weiter. "Und am Ende des Tags sieht man, was man geschafft hat", warb er um junge Schulabsolventen. Durch die gute Konjunkturlage sei überdies das Einkommen von Handwerkern deutlich gestiegen.

Meisterpflicht als "richtiger Schritt"

Als besonders wichtig erachte er es, Schulen und Berufsschulen in der Fläche zu erhalten, betonte Ulowetz. Hierum bitte er die Politik - auch wenn es wirtschaftlich gesehen nicht tragbar erscheine. "Jeder Euro, der in die Schulbildung investiert wird, ist gut angelegt." Wie Ulowetz weiter ausführte, sei die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Handwerksberufen ein klarer Schritt in die richtige Richtung. Der Kreishandwerksmeister kam zudem auf die EU zu sprechen, die er als Garant für den Fortbestand des Friedens bezeichnete. "Je mehr wir wirtschaftlich miteinander verknüpft sind, desto mehr Sicherheit birgt das."

Beim Buffet unterhielten sich die Gäste, unter ihnen Kreistagsvorsitzender Armin Häuser. Ihm sei es wichtig, mit den Handwerkern ins Gespräch zu kommen und über deren Situation auf dem Laufenden zu bleiben, sagte Häuser. Auch die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl bezeichnete den Empfang als jährliche Tradition, die sie für wichtig halte, um mit den Innungen ins Gespräch zu kommen: "Wie es beispielsweise mit der Ausbildungssituation junger Menschen im Kreis aussieht", sagte sie. 2019 habe das Thema beschäftigt, wie die Berufsschulstandorte in Nidda und Büdingen gehalten werden könnten. "Das betrifft auch die Handwerker, denn wir wollen, dass junge Menschen im Kreis weiterhin Handwerksberufe lernen können", unterstrich Gnadl.

Weitere Informationen zur Kreishandwerkerschaft des Wetteraukreises gibt es bei der Geschäftsstelle, Telefon 0 60 31/7 27 90.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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