Bürgerhilfe tauscht sich mit Gleichgesinnten aus

Florstadt (sl). Die Bürgerhilfe Florstadt (BHF) steht seit fünf Jahren für die Koordination der Nachbarschaftshilfe von Ehrenamtlichen und Freiwilligen. Im vergangenen Jahr besuchten Aktivisten der BHF Florstadts französische Partnerstadt Pléneuf-Val-André, wo man erste Kontakte zu einer ähnlich organisierten Gruppe aufnahm.

Jetzt kam es zum Gegenbesuch in der Wetterau, bei dem man Gemeinsamkeiten, aber auch neue Möglichkeiten der Hilfestellung entdeckte.

"Rencontre et partage" heißt das Französische Pendant der Bürgerhilfe, was mit "Begegnen und teilen" übersetzt werden kann. Eine Woche lang weilten die bei BHF-Mitgliedern untergebrachten Franzosen aus dem bretonischen Küstenstädtchen in Florstadt, genossen eine zweisprachige Führung durch den Stadener Park mit Katrin Schwendemann, erlebten Büdingen, lernten das Keltenmuseum auf dem Glauberg sowie das Goethehaus in Frankfurt kennen.

In Florstadt wurden sie von Bürgermeister Herbert Unger empfangen und besuchten das Saalbau-Museum. Außerdem besichtigten sie (ferienbedingt nur von außen) den Kindergarten Lummerland, wo die Bürgerhilfe ein Projekt mit Vorlesepaten betreibt, und die Karl-Weigand-Schule, wo die BHF unter anderem mit Ausbildungspaten die Schulabgänger unterstützt. Breiten Raum nahm auch ein Besuch des Marie-Juchacz-Hauses in Nieder-Florstadt ein. Heimleiter Holger Wenisch übernahm die Führung und koordinierte Gespräche mit den Bewohnern. Die französische Delegation zeigte sich äußerst interessiert, zumal der Seniorenanteil an der Bevölkerung in ihrer Heimatstadt bei etwa 60 Prozent liegt.

Auch die Franzosen haben längst erkannt, dass sich die Familienstrukturen verändern. Man war sich darüber einig, dass es ehrenamtlichen Engagements bedarf, um der älter werdenden Bevölkerung ihre Selbstständigkeit lange zu erhalten.

In lebendigen Diskussionen stellten beide Gruppen ihre Arbeits- und Herangehensweisen vor. Dabei wurden viele Gemeinsamkeiten festgestellt, aber auch zahlreiche Möglichkeiten, wie man voneinander lernen kann. Während die Franzosen ihr Engagement im Seniorenbereich mit Töpfern, Tischspielen oder Tanzen ausgeweitet haben, hat sich die Bürgerhilfe inzwischen auch an die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen herangetraut. Die Aufgaben der Franzosen umfasst zudem einen Art Pflegedienst mit bezahlten Fachkräften, was mit der Sozialstation Mittlere Wetterau zu vergleichen ist. Auf großes Interesse stieß bei den bretonischen Gästen die computergestützte Datenbank der BHF, mit der sie die Aufgaben- und Diensteverwaltung koordiniert. In ihrer Heimat werde noch mit Karteikarten gearbeitet, stellte man bewundernd fest. Interessant fand man auch die Zusammenarbeit mit den Tafeln. In Zukunft wollen beide Gruppen weiterhin durch regelmäßige Kontakte und Besuche Einblicke in die Arbeit des anderen gewinnen.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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