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Auf dem Tierfriedhof in Bad Homburg gibt es rund 600 Gräber für Hunde, Katzen und Co. In Florstadt könnte ähnliches entstehen.

Fiffis letzte Ruhestätte

Bekommt Florstadt den ersten Tierfriedhof der Wetterau?

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Bekommt Florstadt einen Tierfriedhof? Es wäre der erste in der gesamten Region. Ja, wenn es nach dem Willen des Stadtparlaments geht. Das hat am Mittwoch einen SPD-Prüfauftrag einstimmig angenommen.

Bianca Stelz hatte den Magistrat zur Prüfung aufgefordert, ob es eine geeignete Fläche dafür gäbe und welche Auflagen beachtet werden müssten. Ferner soll geklärt werden, welche Anforderungen für die Unterhaltung zu beachten sind und in welchem Zeitraum ein Tierfriedhof realisierbar wäre.

Für viele Menschen seien Fellnasen, Samtpfoten und Co. zum besten Freund geworden, nicht selten sogar ein vollwertiges Familienmitglied, sagte Stelz. Man könne nur erahnen, wie schwer der Verlust wiegt, wenn ein Haustier stirbt. Oft hätten die Betroffenen keine Möglichkeit einer würdevollen Beisetzung. Mit einem Tierfriedhof erhalte man eine dauerhafte Ruhestätte und unterstütze die Trauerbewältigung. Sollte die Realisierung des ersten Tierfriedhofs in der Wetterau klappen, würde man sicherlich auch Zuspruch aus umliegenden Kommunen erhalten, ist sich Stelz sicher.

Christel Schmidt von der CDU warb dafür, auch gleich die Kostendeckung mit prüfen zu lassen, worauf Bürgermeister Herbert Unger vermeldete, dass eine solche Kalkulation kostendeckend verlaufen müsse. "Wir prüfen die Rechtslage, den möglichen Ort, klären die Nachbarschaftsverhältnisse und machen Vorschläge, über die die Stadtverordneten dann zu befinden haben." Unger sprach von einem "regionalen Angebot mit überregionalem Charakter".

Alter Friedhof wird wieder genutzt

Einstimmig votierte das Stadtparlament auch für einen SPD-Antrag, mit dem die Wiederbelegung des alten Friedhofs in Nieder-Florstadt erreicht werden soll. Torsten Lux hatte ausgeführt, dass sich die damalige Gemeindevertretung in den 70er Jahren entschieden hatte, auf dem damals an seinen Kapazitätsgrenzen gekommenen Friedhof keine Neubelegungen mehr durchzuführen, da man den "neuen" Waldfriedhof mit moderner Trauerhalle nutzte. 40 Jahre später, so Lux, habe sich das Bild geändert: Der Friedhof sei zum größten Teil oberflächlich geräumt und man müsse sich Gedanken machen, wie das Areal in Zukunft genutzt und gestaltet werden könne. In den 40 Jahren habe sich auch die Bestattungskultur verändert. Standen damals Erdbestattungen im Vordergrund, so werde heute die Verbrennung mit Urnenbestattung favorisiert. Diese erfolgen in kleinen Gräbern, in Stelen oder unter einem Friedbaum.

Der Magistrat soll nun klären, ob auf dem alten Friedhof Urnenbestattungen möglich sind. So könne das Platzangebot erweitert und mit entsprechender Bepflanzung eine parkähnliche Grünanlage entstehen. Um Irritationen zu vermeiden: Mit der Schaffung eines Tierfriedhofs habe der alte Friedhof nichts zu tun, betonte Lux.

Bürgermeister Unger führte dazu aus, dass auf dem Waldfriedhof keine Engpässe zu erwarten seien. Zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2000 seien auf 100 Bestattungen etwa 80 Erdbestattungen und 20 Urnenbeisetzungen gekommen. Heute habe sich dieses Verhältnis komplett gewandelt. Er freue sich über eine "würdevolle Nutzung des alten Friedhofs", der ebenfalls über eine kleine Trauerhalle verfüge und somit keine Prozessionen von der Trauerhalle am Waldfriedhof zum alten Friedhof notwendig würden.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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