"Es muss Leidenschaft sein, die einen antreibt"

Echzell (eis). Über den oft holprigen Weg ins Berufsleben haben sieben Redner beim Burggespräch in der Internatsschule Institut Lucius erzählt und haben dabei hilfreiche Tipps an die Oberstufenschüler weitergegeben.

Dabei ging es weniger um den Beruf selbst, sondern vielmehr um den Weg dorthin. "Man muss Sachen aus Überzeugung machen, auch wenn man sich dabei manchmal weh tut", sagte etwa Malik Zahary, Jugendcoach bei den Basketballern der Deutschen Bank Skyliners in Frankfurt.

Der an der Börse tätige Peter Koch stellt das Geldverdienen ebenfalls der Passion hintan: "Kohleverdienen ist nicht alles, es muss Leidenschaft sein, die einen antreibt. Deshalb konnte ich immer mehr arbeiten, als von mir verlangt wurde. Das hat sich natürlich irgendwann ausgezahlt." Außerdem referierten Nina Janda, Journalistin aus Düsseldorf, Samuel Rosenthal, Juwelier aus Frankfurt, Uwe Werkmann, Leiter eines Projektentwicklungsunternehmens, Gastronom Thomas Klüber und Peter Boris Dinjus, Arzt mit dem Schwerpunkt chinesische Medizin, über ihre Zeit der Berufs- und Selbstfindung.

Die Oberstufenschüler hörten den Rednern aufmerksam zu, schließlich hatten die Organisatorinnen Vera Kissner, Leiterin des Oberstufeninternats, und die ehemalige Schülerin Minka Wildberger die Wünsche der Schüler bei der Rednerauswahl berücksichtigt. "Sie wollten unbedingt etwas über einen Sporttrainer erfahren, deshalb haben wir Zahary eingeladen", erklärte Kissner. Zahary, der über viele Umwege zu seinem Beruf gekommen ist, war im anschließenden Gespräch entsprechend gefragt.

Er ging in Frankfurt zur Schule, von der er aber wegen seiner Leidenschaft zum Sport im Allgemeinen und zum Surfen im Besonderen verwiesen wurde. "Meine Familie stammt aus Frankreich. Als ich dort sechs Wochen zum Surfen war, habe ich per Telefon erfahren, dass ich von der Schule geflogen bin." Auch in der Folgezeit stellte er den Sport über die schulische Karriere, was ihm aber keinesfalls zum Verhängnis werden sollte. Er spielte in diversen Auswahlmannschaften, wobei der Basketball einen immer höheren Stellenwert einnahm. Schließlich schaffte er mit wenig Aufwand die mittlere Reife und legte danach sein Abitur an einer Wirtschaftsschule ab.

Dabei entdeckte der Deutsch-Franzose seine Affinität zur Börse, wodurch er zu viel Geld kam. "Das war zwar schön, aber irgendwie hat mir was gefehlt. Ich bin damals viel gereist und habe viele Menschen kennengelernt. Dadurch habe ich angefangen, mich für die menschliche Psyche zu interessieren", erzählte Zahary. Die für ihn logische Konsequenz war ein Psychologiestudium, was er nun mit seiner Tätigkeit als Jugendtrainer optimal verbinden kann. Diese Mischung aus Leben und Arbeiten fanden die Oberstufenschüler besonders interessant.

Das Fazit für die Jugendlichen war, dass man immer ein Ziel vor dem Auge haben und sich von Rückschlägen nicht abschrecken lassen sollte. Thomas Klüber fügte hinzu, dass man die Ziele nicht zu eng stecken dürfe. Denn es komme immer etwas dazwischen, was sich aber aus seiner Erfahrung meistens wieder von alleine füge. Außerdem fanden sich einige Referenten in Berufen wieder, die sie während ihrer Jugend vehement abgelehnt hatten. "Ich wollte auf keinen Fall in das Familiengeschäft einsteigen", berichtete Samuel Rosenthal, der mittlerweile glücklich den Beruf des Juweliers ausübt. Einig waren sich die Referenten in den Punkten, dass Auslandsaufenthalte sowie das Beherrschen von Sprachen, besonders der englischen, von Vorteil sind.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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