"Heinrichswiese" nimmt die nächste Hürde

Echzell (chh). Das Hickhack hat ein Ende: Am Donnerstagabend haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung in der Horlofftalhalle einstimmig für den Abwägungsbeschluss und den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan "Heinrichswiese" votiert. Somit dürfte der Erschließung des Areals nichts mehr im Wege stehen.

Lange und heftige Debatten hatte es über das Baugebiet "Heinrichswiese" gegeben, wo bis zu 42 Bauplätze entstehen sollen. Während die Sozialdemokraten sich von Anfang an für eine Zufahrt über den Limesring ausgesprochen hatten, plädierten CDU, FWG und Grüne für eine Erschließung über den Södeler Weg. Doch das Planungsbüro Eichler und Schauss sprach sich eindeutig für die Variante "Limesring" aus. Die damalige Koalition aus CDU, FWG und Grünen stellte sich jedoch auf die Seite der Bürgerinitiative, die Anwohner des Limesrings gegründet hatten, und forderten ein neues Gutachten. Ohne Erfolg: "Die Ergebnisse von Eichler und Schauss decken sich mit unseren", erklärte damals Klaus Freudl vom Darmstädter Planungsbüro Mörner in einer Sitzung des Bauausschusses. Die Gründe: Es entstünden deutlich höhere Kosten (bis zu 950 000 statt 107 000 Euro), außerdem sei die Mehrbelastung der Anwohner des Limesrings gering und zumutbar. Die Zufahrt über den Södeler Weg falle zudem aus Denkmalschutzgründen weg, da die Straße über den Limes führe. Die Argumente überzeugten, im Dezember 2010 stimmten die Parlamentarier einmütig für die Zufahrt über den Limesring.

Am Donnerstagabend stand nun die letzte Hürde auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung: der Abwägungs- und der Satzungsbeschluss. "Wir haben Prügel bezogen für unsere Politik", sagte der stellvertretenden Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Jochen Degkwitz. Man habe jedoch nur die Sorgen der Anwohner des Limesrings ernst genommen. "Die Einwände mussten geprüft werden", betonte er. Letztendlich habe sich die Zufahrt über den Limesring als einzige Option erwiesen.

Bastian Moos, Fraktionschef der Grünen, bezeichnete das Baugebiet als "Echzells kleines Stuttgart 21" und kritisierte die Amtsführung von Bürgermeister Dieter Müller (SPD) als "nicht klug". Die Gemeindetüren hätten seiner Meinung nach offener sein müssen. Trotzdem: "Wir werden dem Beschluss mit großen Bauchschmerzen zustimmen."

Auch der Fraktionssprecher der FWG, Lothar Mossmann, kündigte an, "mit Bauchschmerzen" zuzustimmen.

Sein Pendant bei der SPD, Hans Hermann Stete, ging nicht auf die Querelen der vergangenen Jahre ein. Er betonte vielmehr die Bedeutung der Heinrichswiese: "Das Baugebiet ist für die Weiterentwicklung von Echzell enorm wichtig. Wir hoffen, dass viele junge Familien hier bauen."

Der Abwägungsbeschluss wurde einstimmig angenommen, genau wie der Satzungsbeschluss. Bastian Ross forderte jedoch, verkehrsberuhigende Maßnahmen einzuleiten. Zudem solle einer Verödung des Ortskerns verhindert werden.

"Die Verwaltung kann den Bebauungsplan jetzt umsetzen und die Grundstücke ankaufen", erklärte Bürgermeister Müller am Rande der Sitzung. "Wir werden Anfang 2012 mit der Erschließung beginnen. Wenn die Witterung mitspielt, vielleicht auch scon etwas früher."

Gestern teilte Josef Hruschka, Sprecher der BI, jedoch mit, dass ihr Anwalt ein Normenkontrollverfahren vor Gericht einleiten wolle. "Im Falle eine positiven Ausgangs für die Limesringanwohner könnte die gesamte Bauplanung für ungültig erklärt werden."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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