Gemeinsame Abschlussübung der Echzeller Feuerwehren

Echzell-Bisses (arc). Unter den Trümmern der Garage blieb die Überraschung für die Einsatzkräfte zunächst unbemerkt. Das Wohnhaus, aus dem der Rauch drang, zog noch die ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Bei einer Gasflaschenexplosion waren eine Garage eingestürzt und zwei benachbarte Häuser sowie ein Fahrzeug in Brand geraten. Dieses Szenario hatte sich die Freiwillige Feuerwehr Bisses ausgedacht, die dieses Jahr für die Ausarbeitung der gemeinsamen Abschlussübung aller Echzeller Wehren verantwortlich war.

Ein unbewohntes Gebäude in Bisses wurde von den Einsatzkräften "ausgeräuchert", wobei es die Planer der Übung besonders gut meinten: Der Rauch drang aus allen Ritzen des alten Hauses, und wenn die Haustür geöffnet wurde, konnte man auf der Straße kaum noch seinen Nebenmann erkennen.

Die Bisseser Wehr war selbstverständlich zuerst an der Einsatzstelle und begann die Wasserversorgung aufzubauen. Danach nahm sie sich die ersten Außenangriffe vor und verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude. Die mittlerweile eingetroffenen Einsatzkräfte aus Echzell legten Leitungen zum Löschteich. Atemschutztrupps durchsuchten zudem das stark verrauchte Gebäude nach insgesamt neun vermissten Personen. Hierzu befestigten die Feuerwehrleute Leinen am Eingang des Hauses, um sich im Inneren nicht zu verlaufen. Dies kann in verrauchten fremden Gebäuden, in Stresssituationen, die durch um Hilfe rufende Kinder noch verstärkt werden können, sehr leicht geschehen.

Die Einsatzkräfte bewegten sich aus Sicherheitsgründen auf allen Vieren durch das Haus, was durch steile Treppen noch erschwert wurde. Die Vermissten mussten aus allen Etagen, vom Dachboden bis zum Keller, "gerettet" werden.

Die Bingenheimer Einsatzkräfte rückten dem in Brand geratenen Fahrzeug mit Löschschaum zu Leibe. Sie mussten außerdem über die Steckleiter in den ersten Stock eines benachbarten Hauses einsteigen, um dort ebenfalls nach zwei Vermissten zu suchen – die auch "gerettet" werden konnten.

Unter den Trümmern der Garage wurde beim Aufklären der Lage eine eingeklemmte Person unter einer schweren Betonplatte entdeckt.

Da die Gettenauer Feuerwehr mit speziellen Hebekissen ausgerüstet ist, wurde ihr kurzerhand dieser Einsatzbereich zugeteilt. Routiniert und mit Fingerspitzengefühl konnten die Gettenauer den "Dummy" befreien und anschließend die Kameraden bei der Brandbekämpfung unterstützen.

Gemeindebrandinspektor Jan Rudel, der mit seinem Stab den Übungsablauf überwachte, war mit der Leistung seiner Einsatzkräfte zufrieden. "Es gab ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, aber gravierende Fehler wurden nicht gemacht", lobte er seine Feuerwehrleute. "Um die Kleinigkeiten zukünftig auch noch zu vermeiden, helfen Übungen dieser Art, die kritisch überwacht und später besprochen werden." (Fotos: arc)

Quelle: Wetterauer Zeitung

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