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Da muss sie ihm ins Ohr beißen. Margie Kinsky hat ihren Ehemann Bill Mockridge fest im Griff. Oder ist es genau umgekehrt? Zumindest halten sie seit über 30 Jahren zusammen wie Pech und Schwefel.

Liebe, Sex und Partnerschaft

Sechs Söhne und immer noch zusammen: Bill Mockridge und Margie Kinsky

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Das ist in Sachen Liebe eine Herausforderung: Sechs Söhne, über 30 Jahre Ehe und gemeinsame Projekte. Schauspieler Bill Mockridge und seine Frau Margie Kinsky wissen, wie es geht.

Sie haben sechs Söhne, arbeiten zusammen und sind immer noch verheiratet. Wie haben Sie das geschafft?

Bill Mockridge:Ich habe immer gesagt, wir spielen nicht gegeneinander, wir müssen nicht gegeneinander punkten, sondern wir sitzen beide im selben Boot und müssen den gleichen Paddel-Rhythmus finden.

Margie Kinsky:Richtig. Ich glaube, das Wichtigste ist Teamarbeit. Es ist die Zusammenarbeit. Wir wuppen das zusammen.

Dabei haben Sie Berufe, die gar nicht besonders sicher scheinen. Als Fernsehschauspieler oder auf der Bühne. Hat das Ihre Ehe jemals belastet?

Kinsky:Wir haben immer an das geglaubt, was wir machen. Walt Disney hat mal gesagt: "If you can dream it, you can do it". Genauso ist es. Wenn du daran glaubst und die Leidenschaft dafür hast, dann geht das Leiden irgendwann weg und das Schaffen bleibt. Und vom Schaffen kommt schließlich auch etwas in die Kasse.

Was kommt, wird gewickelt

War für Sie zu Beginn Ihrer Beziehung klar, dass es einmal viele Kinder werden sollen?

Mockridge:Nicht direkt. Aber beim ersten Sohn habe ich gesagt: ›Wir machen solange weiter, bis ein Mädchen kommt!‹ Beim sechsten hatte ich keine Lust mehr und vorgeschlagen, ihn einfach Dagmar zu nennen. Nein, Scherz beiseite, wir haben immer gesagt: Was kommt, wird gewickelt.

Kinsky:Ich finde eine große Familie einfach toll! Bill hätte am liebsten zwei Mädchen gehabt, aber ich wäre schon froh, wenn nur eins dabei gewesen wäre.

Wie haben Sie über die Jahre den Spagat zwischen Familie, (kleinen) Kindern und Beruf gemeistert?

Mockridge:Gute Organisation und Aufgabenteilung. Ich zum Beispiel koche gern und mache die Verwaltung.

Kinsky:Ich bin super mit Klamotten, ich mache die Wäsche und die Elternpflegschaftssachen.

Was meinen Sie damit?

Mockridge:Margie ist super darin, Lehrer zu beschwatzen. War auch öfters nötig bei uns.

Zwischen Kindern und Job

Was waren die größten Herausforderungen?

Kinsky:Dieser Spagat zwischen den Kindern und dem Job, wie Sie schon anmerkten. Wir haben damals nicht viel diskutiert, sondern einfach gemacht. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich wohl nicht so viel Zeit für meine Kinder, weil ich immer gearbeitet habe. Zum Glück schuf der liebe Gott am siebten Tag die Oma. Als mein Vater in Rom starb, ist meine Mutter zu uns gekommen und ist oft eingesprungen, um auf die Kinder aufzupassen. Ohne sie wäre vieles nicht gegangen. Jetzt ist sie über 90 und wir kümmern uns um sie.

Wenn es im Hause Mockridge/Kinsky kracht: Wie sieht das aus?

Mockridge:Gerne wird es dann mal laut. Margie ist schließlich Römerin (lacht).

Wie lösen Sie Konflikte?

Mockridge:Das Schönste am Streit ist die Versöhnung. Margie kann sehr gut ›tut mir leid‹ sagen. Das habe ich von ihr gelernt. Manchmal sagt man auch, es tut mir leid, obwohl man weiß, dass man Recht hat, aber keine Lust auf Streit. Dann machen wir uns eine Flasche Prosecco auf und reden in Ruhe.

Hilft dabei auch der Humor?

Kinsky:Bei uns dreht sich alles um Humor, beruflich wie privat.

Mockridge:Wenn man Comedy mit Leidenschaft macht, so wie wir, dann hat man immer was zu lachen mit dem Partner. Das entspannt.

Für alles eine Lösung

Wie sehr hilft es, dass man sich so lange kennt und einander vertraut?

Kinsky:Das Schöne am Älterwerden ist ja, dass man sich als Ehepaar viel weniger streitet - der eine hört schlecht und die andere hat schon wieder vergessen, worum es überhaupt ging.

Sie sind anscheinend zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Was schätzen Sie am jeweils anderen?

Kinsky:Ich liebe Bill für seine Geduld, die ich selbst so gar nicht habe. Und er ist null nachtragend.

Mockridge:Ich mochte schon immer Frauen, die mich zum Lachen bringen - und Margie kann das. Außerdem lässt sie sich von nichts und niemandem beirren und findet immer ganz schnell für alles eine Lösung. Das bewundere ich sehr an ihr.

Was nervt Sie manchmal am Ehepartner?

Mockridge:Margie möchte gerne immer recht behalten. Das ist wie ein Tick von ihr."

Kinsky:Bei uns Frauen gibt es keine Ticks, das sind Special Effects."

Mockridge:Siehst Du!

Mit dem Mops unterwegs

Aus Ihren ganz persönlichen Eindrücken haben Sie ein Buch geschrieben und ein Bühnenprogramm erarbeitet. Was heißt es für Ihre Ehe zusammen auf Tour zu sein und Abend für Abend gemeinsam auf der Bühne zu stehen?

Kinsky:Es ist wie ein Geschenk. Früher sind wir alleine losgefahren, er nach Osnabrück oder Wiesbaden, ich woanders hin. Jetzt steigen wir zusammen mit unserer Berta (der Familienmops) ins Auto und los geht es. Die Leute schätzen es, dass wir aus unserem wahren Leben erzählen. Sie bekommen eine geballte Ladung Ehetherapie. Wir ticken ja alle ähnlich.

Es gibt wieder Liebesbriefe

Ihre Söhne haben liebenswerte Vorworte zu Ihrem Buch geschrieben. Das ist eine große Wertschätzung, oder?

Kinsky:Aber Hallo! Wer kriegt schon sechs Vorworte in einem Buch?

Ihr Sohn Liam sagt: "Es gibt drei Dinge, die meine Eltern gut können: Schaffen, Lachen, Kindermachen". Was meinen Sie dazu?

Kinsky:Wo er recht hat, hat er recht.

Gibt es ein Geheimnis: Wie bleibt man nach all den Jahren noch anziehend für den Ehepartner?

Mockridge:Ich habe festgestellt, dass ich mich in Margie nochmal so richtig verliebt habe, als auch das letzte Kind aus dem Haus war. Wir haben seitdem mehr Zeit füreinander, gehen romantisch essen, schreiben uns wieder Liebesbriefe. Das ist echt toll.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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