"Norbert Kartmann hat Butzbacher CDU 40 Jahre geprägt"

Butzbach (bd). Historische Stunde in der "Wilhelmshöhe". Am Montagabend zog der CDU-Ortsverband Jahresbilanz und verabschiedete dabei seinen langjährigen 1. Vorsitzenden Norbert Kartmann (61) aufs "Altenteil".

Den Posten übernahm sein Sohn Alexander (34), der auch im Wetterauer Kreistag die Unionsfraktion führt. Norbert Kartmann bleibt Landtagspräsident, zudem zieht es ihn in die Europapolitik. Ihm wurde bescheinigt, die Butzbacher CDU in den letzten 40 Jahren geprägt zu haben wie kaum ein anderer.

Kartmann ging in einer längeren Rede auf die sich wandelnden Aufgaben einer konservativ-liberalen Volkspartei ein, sprach von der weltweiten Finanzkrise, bekannte sich klar zu Bundeswehr, NATO und UN – und drückte die Hoffnung aus, dass die CDU auch in Kreis und Stadt bald wieder zur führenden Kraft werde.

Die CDU-Fraktion und auch der Vorstand verkörperten in Butzbach eine gute Mischung der Generationen. Die alten Fahrensmänner und die junge Generation ergänzten sich in idealer Weise. Man besitze einen jungen Fraktionsvorsitzenden mit Stefan Euler und nun auch mit Alexander Kartmann einen jungen Stadtverbandsvorsitzenden. Auch im Bezirksverband sei die Butzbacher CDU gut vertreten.

Kurz streifte dann Alexander Kartmann die jüngste Kommunalwahl. Als Spitzenkandidat sei er mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Gefehlt habe der Bürgermeisterbonus, aber immerhin habe man nur knapp hinter der SPD gelegen. Er hoffe, dass das Arbeiten bei der nächsten Wahl bessere Früchte trage und dass die Beschlüsse im Verbund mit der SPD richtig gewesen seien. Mit Bürgermeister Oswin Veith habe man das Prinzip des wirtschaftlichen Denkens in die Arbeit der Stadtverwaltung eingeführt. Diese Politik wolle man weiterführen – und es sei wichtig, dass die Wähler wüssten, wem sie dieses Prinzip, das in den letzten fünf Jahren die Butzbacher Politik zusammengehalten habe, zu verdanken hätten. Die CDU-Fraktion habe hervorragendes Personal und leiste eine imponierende Arbeit. Die jungen Kräfte seien ihr großes Plus.

Die Zusammenarbeit mit der SPD im Stadtparlament sei am Anfang nicht ganz rund gelaufen. Der Koalitionsvertrag stehe nach mehrmonatigen Verhandlungen endlich vor dem Abschluss. Angesichts der Tatsache, dass sich Butzbach finanziell am Rand der Leistungsfähigkeit befinde, sei die Große Koalition aber eine sinnvollere Lösung gewesen als mit kleinen Partnern.

Nach weiteren Berichten und der Diskussion, hier wurde eine effektivere Informationspolitik auf Ortsverbandsebene gefordert, würdigte Fraktionschef Stefan Euler die Schnittstelle zwischen Mutterpartei und Junger Union, dann erstattete Schatzmeister Manfred Schütz seinen Bericht. Es sei gelungen, mit einem kleinen Plus abzuschließen als Polster für die Ausgaben bei der nicht mehr fernen Bürgermeisterwahl.

In geheimer Wahl erhielt Kartmann jun. dann bei 32 Wählern 25 Ja-Stimmen, 4 Nein und 3 Enthaltungen. Zu Stellvertretern wurde mit je 25 Stimmen Dieter Söhngen und Ingeborg Mucha-Hübner (beide Griedel) gewählt. Neuer Schriftführer wurde Frank-Christoph Steinach, der frisch gekürte Vorsitzende der Kernstadt-CDU, mit 27 Stimmen, sogar 31 erhielt Schatzmeister Manfred Schütz. Beisitzer wurden Bernhard Dern, Florida Häuser, Philipp Heinz, Stefan Schepp und Anette Zitzer. Die Kasse prüfen Kirsten Seidel, Karl-Heinz Offenbacher und Ewald Reitz.

Norbert Kartmann wurde nach 40 Jahren Arbeit für die Butzbacher CDU einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Auf der Stadtebene sei es ihm gelungen, nach der Gebietsreform aus der von FWG und UWG unterstützten Honoratiorenpartei CDU einen modernen Stadtverband mit großer Rückendeckung in der Bevölkerung zu machen. Als Geschenk überreichte Sohn Alexander seinem Vater ein Bild vom Butzbacher Marktplatzes mit dem Brunnen, in den er einst von politischen Gegnern hineingeworfen worden war.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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