Genossen prüfen neue Offerte für Hess Natur

Butzbach (dpa). Gut einen Monat nach dem Abbruch des Bieterverfahrens für Hess Natur prüft die Genossenschaft "Hngeno", ihr Angebot für den Ökomodenhersteller nachzubessern.

"Zu einer Offerte, die extrem über dem Marktwert von Hess Natur liegt, sind wir allerdings nicht bereit", sagte Betriebsratschef und "Hngeno"-Vorstand Walter Strasheim-Weitz der Nachrichtenagentur dpa. "Wir bemühen uns weiter um einen Kontakt zum Verkäufer", sagte Strasheim-Weitz. Derzeit herrsche aber absolute Funkstille. "Es gibt keinerlei Zeitdruck", hieß es beim Eigentümer des Unternehmens, der Primondo Specialty Group (PSG).

PSG hatte am 22. Juni das Bieterverfahren für Hess Natur überraschend beendet. Zuvor war die Genossenschaft des Hess Natur-Betriebsrats "Hngeno" aus dem Verfahren ausgeschieden. Der gebotene Kaufpreis lag nach PSG-Angaben "signifikant unter dem Unternehmenswert und Angeboten anderer Bieter". Primondo sieht den Wert des Unternehmens bei 33 bis 40 Millionen Euro. Die Genossen hatten 21 Millionen Euro plus Besserungsschein geboten. "Hess Natur läuft hervorragend, aber die Anspannung der Beschäftigten ist gro?, sagte Strasheim-Weitz.

Das 1976 gegründete Unternehmen - nach eigener Darstellung heute Europas größtes Versandhaus für Naturtextilien - ist eine einstige Tochter des insolventen Arcandor-Konzerns ("Karstadt", "Quelle"). Seit der Arcandor-Pleite im Sommer 2009 wird um die Zukunft des Unternehmens mit etwa 350 Mitarbeitern gerungen. Ein Verkauf soll Geld in die Kasse für die Karstadt-Quelle Pensionäre spülen.

Mit 60 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist Hess Natur nicht nur für Investoren aus der Öko-Branche interessant. Unter den Bietern waren auch Finanzinvestoren, was zu großer Unruhe führte. Der Betriebsrat gründete eine Genossenschaft, um Hess Natur zu übernehmen.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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