"Das bedeutet das Aus für die MPS"

Butzbach (dab). Die Pressemitteilung des hessischen Kultusministeriums zur Zukunft der Butzbacher Schulen bedeute für die Mittelpunktschule (MPS) Oberer Hüttenberg das Aus ab der 5. Jahrgangsstufe, befürchtet Carsten Henkel. Auch die Grundschule sieht der Vorsitzende des Fördervereins bedroht.

In einem offenen Brief wendet er sich - ebenso wie Pfarrer William Thum, der seit acht Jahren an der Schule unterrichtet - an Kultusministerin Dorothea Henzler. Sie hatte den noch zu genehmigenden Schulentwicklungsplan des Wetteraukreises jüngst damit kommentiert, dass es in Butzbach keine zusätzlichen Gymnasialangebote an Schrenzer- und Stadtschule geben werde. Auch sei das "Überangebot" im mittleren Bildungsgang zu reduzieren und der Haupt- und Realschulzweig der MPS daher "aufzuheben". Henkel will wissen: "Aufheben, nicht auslaufen lassen - bedeutet das, dass es ab dem neuen Schuljahr keine Klasse mehr in dieser Form gibt? Auf welche Schulen sollen die Schüer aufgeteilt werden? Was passiert mit der Förderstufe?"

"Henzler widerspricht sich"

Darauf erwartet der Fördervereinsvorsitzende ebenso eine Antwort wie eine Reaktion auf seinen Vorwurf, die Landesregierung widerspreche sich selbst, weil sie in der Entscheidung über die Butzbacher Schullandschaft die von ihr selbst gewollte Mittelstufenschule mit keinem Wort erwähne. Das Kultusministerium beabsichtige, 60 solcher Schulen - aufgeteilt auf je zwei Schulen pro Landkreis - zu installieren. Das Ziel soll sein, dass kein Jugendlicher die Schule ohne Abschluss verlässt. Die als Mittelstufenschule in Frage kommenden Schulen seien aufgefordert worden, entsprechende Anträge zu stellen, was die MPS auch getan habe, sagt Henkel.

Daraufhin seien auch schon Kooperationen mit der Berufsschule und mit Ausbildungsbetrieben abgeschlossen worden. Die Reaktion sei sehr positiv gewesen. So könne man gemeinsam das Niveau der Schüler zu Beginn der Ausbildungszeit verbessern und allen Schülern eine Chance auf Ausbildung geben, habe es geheißen.

"Auch Fachkräftemangel bedenken"

"Dass es kein Überangebot an gymnasialen Schulformen geben kann, ist noch zu verstehen", schreiben Henkel und Thum weiter. "Jedoch benötigt die Butzbacher Schullandschaft eine Möglichkeit auf G 9 und eben die von der MPS beantragte Mittelpunktschule, um auch den potenziellen Haupt- und Realschülern eine verbesserte Schulausbildung zukommen zu lassen." Zum einen sei es unzumutbar, Kinder aus Butzbacher Stadtteilen zur Teilhabe an G 9 bis nach Wölfersheim zu schicken - bei mehr als einer Stunde Fahrtzeit. Andererseits könne es in der Diskussion nicht nur um künftige Führungskräfte gehen, vielmehr müsse auch dem Fachkräftemangel Rechnung getragen werden.

Das "Aufheben" der Haupt- und Realschule sei kontraproduktiv: Klassen mit hoher Schülerzahl und keinen gesellschaftlichen Verbindungen entstünden; dadurch würden die Sozialkompetenz und die Lernerfolge geschwächt. "Das bewirkt genau das Gegenteil von dem, was wir für zukünftige Fachkräfte benötigen", rügt Henkel.

Hand in Hand für die MPS Oberer Hüttenberg

Quelle: Wetterauer Zeitung

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