Abscheuliche Tat

  • vonConstantin Hoppe
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Butzbach/Reiskirchen (con). Während die Anklageschrift verlesen wird, sitzt der 31 Jahre alte Mann mit gesenktem Haupt auf der Anklagebank. Nur wenige Minuten zuvor war er in Handschellen in den Gerichtsaal geführt worden. Die Tat, die ihm vorgeworfen wird, ist an Abscheulichkeit kaum zu überbieten. Der Mann, damals in Reiskirchen gemeldet, soll im vergangenen Mai ein Kleinkind in Butzbach schwer sexuell missbraucht haben.

Es ist die Tochter seiner einstigen Lebensgefährtin.

Die Tat, so hieß es beim Prozessauftakt am gestrigen Dienstagmorgen vor dem Gießener Landgericht, soll sich am 20. Mai 2020 ereignet haben. Der Angeklagte lebte damals mit der Frau und deren im Juni 2018 geborenen Tochter in einer Wohnung in Butzbach. Am betreffenden Tag soll er das Kleinkind schwer sexuell missbraucht haben, während es auf dem Wickeltisch lag. Zusätzlich habe er die Tat mit seiner Handykamera gefilmt. Zwei Videoaufzeichnungen von zwei Minuten Länge soll er angefertigt haben, so die Anklageschrift.

Während des ersten Verhandlungstages schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen, sein Verteidiger, Rechtsanwalt Thorsten Marowsky, erklärte unterdessen, dass sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt eine Einlassung tätigen und auch für Nachfragen zur Verfügung stehen werde.

Bei einer Verurteilung erwartet den Angeklagten »eine empfindliche Haftstrafe«, erklärte Staatsanwältin Yvonne Vockert. Wie hoch die Strafe letztlich ausfallen könnte, lässt sich derzeit noch nicht erahnen: »Solche Fälle sind nie identisch. Da muss man schauen, was die Verhandlung ergibt«, sagte Vockert.

Für die kommenden Verhandlungstage sind zahlreiche Sachverständige geladen.

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