3500 Fans feiern PUR

Butzbach (fef). Mit Applaus und lautem Gekreische begrüßten rund 3500 Fans die schwäbischen PURisten um Sänger Hartmut Engler am Freitagabend auf der Bühne. Die Erwartungen an die Band waren hoch, schließlich hatten die Deutsch-Rocker vor drei Jahren bereits im Butzbacher Schlosshof ein herrliches Konzert gegeben.

PUR sind Kult, die Fangemeinde groß, die Konzerte legendär. Seit über 30 Jahren ist die Band aus Bietigheim-Bissingen im Geschäft, hat sechs Nummer-1-Alben herausgebracht. Um die Hits der Deutsch-Rocker zu hören, kamen am Freitagabend rund 3500 ältere und jüngere PUR-Fans in den Schlosshof.

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Gleich zu Beginn gab’s »Schein und Sein«, den Titelsong des gleichnamigen neuen Albums, auf die Ohren. Darin wird die Frage nach Echtheit und alltäglichen Masken gestellt. Sänger Hartmut Engler zeigte sich nicht maskiert, sondern authentisch wie immer. Er rief: »Es ist schön, wieder in Butzbach zu sein.«

Engler sprach seinen Fans aus der Seele, wollte ihnen nahe sein, auch wenn der Bühnengraben ihn von den Zuhörern trennte. Später, bei der Zugabe »Parkbank«, war er den Fans zumindest für einen kurzen Augenblick zum Greifen nah.

Natürlich fehlten auch die klassischen »PUR-Mutmacher« nicht. Einige davon kamen ebenfalls vom neuen Album, etwa der Titel »Stark«. Bei ihm, berichtete Engler, habe er an seine Kinder gedacht, die gerade in die Pubertät kämen. Es gehe um Ziele im Leben. Das Lied sei »eine Art Affirmation«, niemals stehen zu bleiben.

Bei »Ich bin dein Lied« war kein Fan-Gekreische zu hören, stattdessen waren funkelnde Augen zu sehen.

Perfekt war die Stimmung bei »Halt dich fest«, als die Sonne ihre letzten Strahlen über die Zuschauer legte. Während die einen, Leuchtstäbe winkend, die Hände in die Höhe streckten, hielten sich viele Pärchen in den Armen.

Die Fans sind textsicher

Stimmung herrschte bei den Klassikern »Abenteuerland« oder »Wenn du da bist«. Die Fans waren textsicher, sangen lautstark mit.

Bei den neuen Stücken schien es, als habe PUR über die Jahre den Betrachtungswinkel verändert. Auch die Vorgehensweise ist eine andere: Der Titel des Albums stand, bevor das erste Demo aufgenommen war. Was von einer experimentierfreudigen Gruppe zeugt, für die feststand: »Schein und Sein« soll das neue Thema werden.

Gibt’s ein Wiedersehen?

Facettenreich waren die Songs, die im Schlosshof gespielt wurden, die Band fühlte sich sichtlich wohl dabei, durch die verschiedenen PUR-Jahrzehnte zu springen. »Hör gut zu« oder »Wenn sie diesen Tango hört« gab’s sogar unplugged. Und weil ein PUR-Konzert auch was für das Auge bieten soll, war neben einer tollen Licht-Show auch Engler im Indianer-Outfit zu sehen, das er natürlich zum Stück »Indianer« angezogen hatte.

Mit der Zugabe »Wiedersehen« machte PUR den Fans noch ein wenig Hoffnung auf ein weiteres Konzert in Butzbach. Angeblich laufen bereits Gespräche seitens der Stadt, die im nächsten Jahr wieder eine bekannte Gruppe in den Schlosshof holen will. Ob’s mit PUR nochmal klappen wird? Butzbacher und Fans werden sich überraschen lassen müssen.

Tiefsinnige Texte

Die Energie sei absolut spürbar gewesen, sagte eine Besucherin nach dem Konzert. Engler habe sie wieder einmal berührt. Etwa mit dem Lied »Kein Krieg«. Der Titel, inzwischen rund 20 Jahre alt, habe nichts von seiner Aktualität verloren, hatte Engler dem Publikum zugerufen. Die Zeilen des Refrains »Kein Krieg ist heilig, kein Krieg ist gerecht, im Teufelskreis der Waffen wird gestorben und gerächt« passten perfekt auf die Szenerien, die die Nachrichten uns jeden Tag präsentierten.

Viele nutzten die Zeit vor dem Konzert, um im Schlosspark zu picknicken, bereits am 17 Uhr hatten die Coverband Meetoo und die Cherry Gehring Band für Unterhaltung gesorgt.

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