Wenn ich König von Deutschland wär’

Büdingen (rad). Schöne Bilder liefern die europäischen Königshäuser allemal. Als Prinz William seine Kate zum Altar führte, saßen auch in Deutschland Millionen vor den Schirmen. Der "Deutsche Monarchistischen Gesellschaft", die sich in Büdingen zu ihrem "Monarchieforum" trifft, geht es um mehr.

Sie will "Wege finden, um eines Tages in Deutschland eine parlamentarische Monarchie auf freiheitlich-demokratischer Basis wieder zu installieren".

Das jährlich stattfindende Forum solle dazu beitragen, die Staatsform Monarchie in der Öffentlichkeit präsent zu erhalten, erklärt der Sprecher der Gesellschaft, Henning von Normann. Dafür sollen durch Vorträge und Diskussionen die Grundlagen sowie die Vorzüge des monarchistischen Gedankens erörtert werden.

"In diesem Jahr erschien uns Büdingen besonders geeignet, weil dort die Verwandtschaft Ihrer Durchlaucht Prinzessin Sophie von Isenburg, die am 27. August den Prinzen Georg Friedrich von Preußen geheiratet hat, residiert", sagt von Normann.

Das Motto der Tagung lautet "Junge Monarchisten zwischen Tradition und Moderne". Die zahlreichen Anmeldungen junger Menschen zum Forum im vergangenen Jahr kommentierte von Normann folgendermaßen: "Auch wenn bei uns teilweise der Eindruck vorherrschen mag, dass wir auf die Jugend unsere Zukunft nicht aufbauen können, so habe ich einen ganz anderen Eindruck. Die Jugend weiß sehr wohl zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Der Jugend kann man sehr wohl großes Vertrauen entgegen bringen, denn sie weiß mit unserer Geschichte sehr gut umzugehen".

Es mache ihn stolz und glücklich, mit der Jugend zusammenzuarbeiten, wisse er doch, "dass unsere Zukunft in den Händen von denen liegt, deren Arbeit von Verstand und Herz geleitet wird ."

In Büdingen steht nun also die Jugend im Mittelpunkt des Interesses. Eine Vielzahl von Vorträgen und Workshops zu Themen wie "Welche Bedeutung hat die Jugend für die monarchistische Bewegung?", "Monarchie 2.0 – wie Monarchisten das Internet und die sozialen Netzwerke nutzen können" oder "Monarchistische Renaissance der Jugend – modernes Rebellentum oder ernst zu nehmende Wende?" finden sich im Programm.

Einem "vielfach geäußerten Wunsch aktiver Monarchisten" folgend sei 2007 die DMG als Dachgesellschaft für monarchistischen Organisationen gegründet worden.

Eher repräsentative Aufgaben

Bei der parlamentarischen Monarchie, die von der DMG nach eigener Aussage angestrebt wird, hat der Monarch im Gegensatz zur konstitutionellen Monarchie nicht die Möglichkeit, die Regierung abzusetzen und übt in der Regel wenig Einfluss auf die Staatsgeschäfte aus. Deshalb kommen dem Monarchen meist nur noch repräsentative Aufgaben zu. In Europa ist diese Staatsform in Luxemburg, Belgien, Dänemark, Großbritannien und Nordirland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Spanien anzutreffen, außerhalb Europas in Japan.

Das Monarchieforum biete "immer wieder die Möglichkeit eines Austausches der deutschen Monarchisten untereinander", erläutert von Normann. Die Teilnehmer werden sich auch Schloss und Stadt anschauen, und zum Abschluss steht ein Gottesdienst in der Marienkirche auf dem Programm. (Foto: rad)

Quelle: Wetterauer Zeitung

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