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Totenwache am Sarg von Prinzessin Alexandra von Hannover, der während der Trauerfeier mit der Flagge des Hauses bedeckt ist.

Prinzessin Alexandra von Hannover in Büdingen beigesetzt

Büdingen (sax). Rund 200 Trauergäste nahmen am Samstag an der Familiengrabstätte des Hauses Ysenburg Abschied von Prinzessin Alexandra von Hannover.

Die Gästeliste war ein Beleg für das vielfältige politische wie auch kulturelle und soziale Engagement der Verstorbenen, die im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit gestorben war. Deren langjährige enge Freundin, die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth, hielt einen bewegenden Nachruf.

Dass nicht nur Vertreter des deutschen Hochadels Prinzessin Alexandra von Hannover, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, Prinzessin zu Ysenburg und Büdingen, wie ihr vollständiger Titel in der Traueranzeige genannt wird, die letzte Ehre erwiesen, sondern auch namhafte Vertreter des Frankfurter Bürgertums, ist ein Beweis für die außergewöhnliche Anerkennung und Wertschätzung, die sie sich in der Stadt erworben hat. Zu den Trauergästen zählten die Familie von Metzler und der CDU-Landesschatzmeister Hans Hermann Reschke, aber auch der grüne Kulturbürgermeister Olaf Cunitz. Büdingen, der Stammsitz des Hauses Ysenburg, wurde bei der Trauerfeier unter anderem von Bürgermeister Erich Spamer und Ortsvorsteher Dieter Jentzsch repräsentiert.

Es sei ihr Ehemann Welf Heinrich Prinz von Hannover gewesen, der sie vor seinem Tod 1997 gedrängt habe, sich kulturell zu engagieren, berichtete Pfarrerin Dr. Gita Leber von der Frankfurter St. Katharinengemeinde. Dieses Engagement habe unter anderem dazu geführt, dass das Hospiz der Gemeinde gegründet wurde.

Auch im kulturellen Leben habe die Stadt Alexandra von Hannover viel zu verdanken. Sie habe geholfen, vieles zu bewahren, "was über politische Interessen oder vermeintliche Modernität sorglos geopfert worden wäre". Heute seien das Städel oder auch die Oper Einrichtungen, die man sich aus Frankfurt nicht wegdenken könne. Die Blechbläser der Oper gestalteten auch den musikalischen Rahmen der Trauerfeier. "Wir bewahren ihr Vermächtnis, wenn wir wie sie den Blick auf die Menschlichkeit lenken."

Petra Roth, die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin, erinnerte in ihrem Nachruf an Werte wie Nächstenliebe und Verantwortungsbewusstsein, für die die Verstorbene gestanden habe. "Eine technokratische Gesellschaft verliert an Identität", mahnte Roth. Alexandra von Hannover habe dies gespürt und sich dagegen engagiert. "Du lebtest Kultur, dieses Ferment unserer Gesellschaft."

Durch ihre Persönlichkeit habe Alexandra von Hannover Brücken gebaut. "Dein fester Sanftmut hat in Frankfurt Zerwürfnisse verhindert", dankte Roth für die gelebte Nächstenliebe. "Wer den Menschen Liebe schenkt, der glaubt an das Gute im Menschen."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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