Angeklagter: Ich bereue die Tat

Büdingen (ko). Nach der Urteilsverkündung durch Winfried Holl, Richter am Büdinger Amtsgericht, sackte der 42-jährige Angeklagte in sich zusammen. Der Büdinger wurde gestern wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die Mindeststrafe gab’s, weil der beschämt wirkende Angeklagte aus Büdingen nicht vorbestraft ist und vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Zudem erklärte der Mann, dass er die Tat zutiefst bereue. Eine Aussage, der Holl und auch der Vertreter der Anklage Glauben schenkten.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte der 42-Jährige in seiner Wohnung auf den Kopf der schlafenden Lebensgefährtin eines Freundes ejakuliert.

Zum Tathergang berichtete der Freund des Opfers, der als Zeuge geladen war, dass er und seine Lebensgefährtin bei dem Angeklagten übernachteten hätten. In den frühen Morgenstunden sei er plötzlich von dem lauten Geschrei seiner Freundin wachgeworden. Erst habe er geglaubt, dass sie schlecht geträumt habe. Doch stattdessen habe er das Ejakulat in ihrem Gesicht gesehen. Erst da sei beiden bewusst geworden, was passiert sein musste. Die Vermutung bestätigte der Angeklagte gestern vor Gericht, auch wenn er für die Tat keine Erklärung hatte.

1000 Euro Schmerzensgeld

Der Verteidiger des Angeklagten erklärte, dass man sich mit der Geschädigten und dessen Freund außergerichtlich auf die Zahlung eines Schmerzensgeldes von 1000 Euro geeinigt habe.

Richter Holl nahm diesen Hinweis in seinem Urteil auf und machte die noch ausstehende Zahlung zur Bewährungsauflage. "Was Sie gemacht haben, ist für die Frau auch heute noch eine sehr große Belastung", führt der Richter in seiner Urteilsbegründung aus. Daher sei er dem Antrag des Staatsanwaltes gefolgt, dem auch der Verteidiger zugestimmt hatte. Die psychischen Folgen für die Frau seien derart groß, dass sie nicht in der Lage gewesen sei, vor Gericht auszusagen, erläuterte der Richter. Durch das umfassende Geständnis des Angeklagten habe man jedoch auf die Aussage des Opfers verzichten können, was dem 42-Jährigen ebenfalls zugute gehalten wurde.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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