Vilbeler Skater-Szene wünscht sich mehr Platz

Bad Vilbel (jas). Als Mekka für Skater und Biker erwies sich am Samstag der Vilbeler Park an der Nidda. Von überall her waren Funsportler mit ihren Rädern und Brettern in die "Mulde" gekommen, um am Skateboard- und Bike-Jam-Contest teilzunehmen.

Zum Wettkampf eingeladen hatte das städtische Kinder- und Jugendbüro zusammen mit Johannes Wicht vom Nieder-Erlenbacher Radladen "Wheelspin". Fast 30 Skater und zahlreiche Radkünstler zeigten bei herrlichem Wetter ihr Können auf Mini Ramp, Quarter, Bank und Funbox und machten die Plätze auf dem Siegerpodest unter sich aus. Die Tricks der Mädchen und Jungen wurden von zahlreichen Zuschauern bewundert, die es sich auf Decken und Kissen rund um die Anlage gemütlich gemacht hatten.

"Wir richten den Contest mittlerweile im zehnten Jahr aus", sagte Moderator Florian Müller, der von Beginn an dabei ist. "Hier geht es hauptsächlich um den Spaß, das Gruppengefühl und den Lifestyle." Und das der in der Skaterszene ein besonderer ist, merkte man, wenn man die Funsportler beobachtete.

Viel geredet wurde nicht, aber auf der Anlage in der Mulde kannte man sich. Ein Handschlag, ein anerkennendes Nicken, wenn ein Manöver gelungen war, und viel Rücksichtnahme. Coolness war angesagt, und lässig waren auch die Klamotten: Kappen und Mützen, weite Shirts, angesagte Shorts, Musik im Ohr. Nur wenige trugen Schutzkleidung, lediglich die Jüngsten einen Helm. "Für Fahrer unter 18 Jahren ist der Helm Pflicht", sagte Müller. Bei den Älteren

sei es schwierig, die Helmpflicht durchzusetzen. "Das ist eben nicht stylisch." Die beiden Rettungssanitäter vom ASB, die am Rand des Areals bereit standen, hätten da sicher andere Prioritäten gesetzt. Doch viel zu tun hatten sie dennoch nicht. "Ein paar Abschürfungen, eine Prellung. Wollen wir hoffen, dass es so bleibt", sagten sie.

Aber natürlich ging es an diesem Tag nicht nur ums Aussehen, sondern vor allem ums Können. Als erstes startete die Gruppe B, die Startreihenfolge wurde ausgelost, damit es auch gerecht zuging. "Die Gruppen sind nach Können eingeteilt", sagte Müller. Und Sozialarbeiter Frank Mees vom Jugendbüro der Stadt ergänzte: "Jeder Starter hat 1,20 Minute Zeit, um sein Bestes zu zeigen." Die Tricks und Runs über die Hindernisse, die sogenannten "obstacles", bewerteten drei Kampfrichter. "Dabei gibt es Punkte für den Style, den Schwierigkeitsgrad und die Ausführung", sagte Müller. Auch die Vielseitigkeit und die Menge der in der vorgegebenen Zeit gezeigten Manöver wurden bewertet. Die Besten in beiden Gruppen bekamen Preise. Zu gewinnen gab es Achsen, Rollen und andere Zubehörteile. Später am Tag starteten die Biker - BMX-Fahrer und Downhill-Spezialisten -, die einen Parcours bewältigen mussten.

"Unser Ziel ist es, mit dem Contest auf die Skater- und Bikeszene in Bad Vilbel aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie viele Jugendliche sich hier treffen", sagte Müller. Ein wenig Druck auf die Stadt wolle man ausüben, denn dringend, so der Contest-Mitorganisator, brauche man mehr Trainingsmöglichkeiten in Vilbel. "Die Anlage hier in der Mulde ist einfach zu klein. Schon wenn mehr als fünf Skater fahren, reicht der Platz nicht mehr." Der Wunsch der Skater: eine weitere Anlage am Christeneck auf dem Heilsberg.

Mit bratender Gitarrenmusik endete der Contest der Funsportler am Samstagabend. Drei Bands, darunter die Nilp-Ferds aus Dortelweil und Instant Liberty aus Bad Vilbel, hatten ihr Kommen zugesagt und heizten Sportlern und Zuschauern ordentlich ein.

Wer Lust hatte, sich beim Graffiti-Sprayen auszuprobieren, konnte darüber hinaus an einem Workshop mit Künstler Felix Port teilnehmen.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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