Verkehrsclub spricht sich für viergleisigen Ausbau aus

Bad Vilbel (khn). Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) schaltet sich in die Diskussion um den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt und Friedberg ein. Das Projekt bringe "klare Vorteile für den Personenverkehr", sagt VCD-Landesvorsitzender Udo Messer. Das bezweifelt "Ba(h)nane".

"Die wesentlichen Nutznießer sind die Fahrgäste in Regionalzügen und S-Bahnen", sagt Messer. Denn gerade im Berufsverkehr sei der derzeitige Zustand nicht haltbar. Nur durch den Ausbau könnten S-Bahnen "im reinen Viertelstundentakt" ab Friedberg fahren. "Das wäre eine Steigerung von 42 auf 69 Fahrten am Tag, ohne Regionalzüge streichen zu müssen", sagt er.

Durch den Ausbau werde die S-Bahn "deutlich schneller". Denn in den Fahrplänen der S 6, die zwischen Frankfurt Süd und Friedberg verkehrt, seien Zeitreserven eingebaut, die auf reinen S-Bahn-Gleisen nicht notwendig wären. "Zusätzlich werden alle S-Bahnen planmäßig überholt, die in Karben beginnen oder enden, zudem mehrere Friedberger Züge", erklärt Messer. "Diese Züge brauchen zehn Minuten länger als nötig, gelten aber als pünktlich, da das Warten bereits im Fahrplan vorgesehen ist."

Auch der Personen- und Regionalverkehr profitiere vom Ausbau, sagt der VCD-Vorsitzende. Die Fahrpläne seien so in Zukunft schneller und flexibler; die Bahn müsse nicht mehr Züge zwischen den S-Bahnen "durchfädeln". Auch verspätete Regionalzüge könnten künftig weiterfahren, ohne die S-Bahn durch Überholungen "auszubremsen".

Der VCD hält die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene für notwendig. "Eine Trennung von ›Gute S-Bahn" und ›Böser Güterzug" ist unsinnig", betont Messer. "Der Lkw-Wahnsinn ist nicht mehr zumutbar." Allerdings verhindere die derzeitige Gleis-Situation zwischen Friedberg und Gießen deutliche Zuwächse.

Aktionsbündnis widerspricht

Das Aktionsbündnis "Ba(h)nane", das sich gegen den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn positioniert hat, sieht in den Aussagen vom VCD-Vorsitzenden ein Eingeständnis: "Wir finden es großartig, dass Ihr Club endlich zugibt, dass der Ausbau dem Güterzugverkehr zu Gute kommt", sagt Bündnissprecher Jan F. Wagner. "Diese Ehrlichkeit ist erfrischend, denn bisher haben weder Lokalpolitiker noch die Deutsche Bahn die Wahrheit gesagt.

" Es handele sich nämlich um einen Bahnausbau, bei dem die Güterzüge ihr eigenes Gleis bekämen, so dass sie den ganzen Tag in beide Richtungen fahren könnten.

Dass die S-Bahn von dem Projekt profitiere, bezweifelt Wagner. "Die Betreiber von Güterzügen gewinnen", sagt der "Ba(h)nane"-Sprecher, "aber nach dem Ausbau werden keine zusätzlichen S-Bahnen fahren". Außerdem liege die Pünktlichkeit der S 6 auch schon ohne den Ausbau über dem angestrebten RMV-Zielwert von 96 Prozent.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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