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Im Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil fühlt sich die gebürtige Schwäbin Bärbel Wallesch wohl - dass sie den Ort gefunden hat, war reiner Zufall und dem Moment geschuldet. FOTO: CF

Der perfekte Moment

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Bad Vilbel(cf). Auf die Frage, wo ihr Lieblingsort in der Wetterau ist, antwortet die Schwäbin Bärbel Wallesch spontan: "Dortelweil". Hier wurde sie von der Bevölkerung freundlich aufgenommen, akzeptiert und respektiert, erzählt sie.

Entdeckt hat Bärbel Wallesch den Bad Vilbeler Stadtteil Anfang 2003 auf der Suche nach Büroräumen für ihre Steuerberatungskanzlei. Bad Vilbel sei für sie als Selbstständige damals im Rhein-Main-Gebiet vor allem interessant gewesen, weil die Stadt wachse und viele Unternehmen verschiedener Größe dort ihren Firmensitz haben. Sie sah sich die Innenstadt und die Stadtteile an. Die Entscheidung für Dortelweil fiel spontan und war emotional: "Ich bin von Rendel Richtung Klein-Karben gefahren und habe auf das im Tal in der Nachmittagssonne liegende Dortelweil geblickt. Der Anblick hat mich begeistert. Es stimmte in diesem Moment einfach alles. Der knallblaue Himmel, die strahlende Sonne, die klare Luft und der Blick auf den Ort", schwärmt die gebürtige Schwäbin noch heute.

Büroräume fand sie zwischen dem alten Ortskern und Dortelweil-West. Und mit dem "Walking Men" von Künstlerin E.R. Nele (Eva Renée Nele Bode) entdeckte sie in Dortelweil nicht nur das passende Symbol für die Verbindung der beiden Ortsteile, sondern auch ihr Motto "Leben ist Bewegung, Bewegung ist Leben." Bärbel Wallesch sagt: "Die Edelstahlskulptur aus dem Jahr 2001 ist für mich ein Symbol für Brücken bauen, für sorgfältig und achtsam Schritt für Schritt Vorwärts- und Aufwärtsgehen und dabei die Balance halten. Das gilt für den Beruf und das Privatleben."

Bärbel Walesch war von der quer über die Friedberger Straße gespannten Edelstahl-Skulptur so begeistert, dass sie Nele in ihrem Frankfurter Atelier besuchte. Die Künstlerin gilt als herausragende Bildhauerin, die als Pionierin die Metallskulptur zu hoher Ausdruckskraft verfeinert hat. Wie der "Walking Man" zeigt, inszeniert die Künstlerin die räumliche Wirkung ihrer Skulpturen perfekt. Ihr Anspruch ist es, "durch Konzentration auf die Grundformen des menschlichen Körpers Emotionen, innere Haltungen und soziale Zusammenhänge sichtbar zu machen".

Im September 2008 wurde E. R. Nele, die für ihre Werk zahlreiche Preise erhielt, mit der Frankfurter Goetheplakette ausgezeichnet. "Der ›Walking Man‹ war für mich ein gutes Omen. Ich habe mich in Dortelweil sehr wohlgefühlt. Ich wurde von der Bevölkerung gut aufgenommen, als Selbstständige und Frau akzeptiert und respektiert, wodurch ich erfolgreich arbeiten konnte. Das ist leider auch heute noch nicht selbstverständlich und war für mich beruflich sehr wichtig. Ich schätze die Offenheit der Hessen für alles Neue und Fremden gegenüber." Der dynamische Eindruck, den sie anfangs von der Quellenstadt hatte, habe sich bestätigt.

Inzwischen hat Bärbel Wallesch ihre im März 2003 gegründete Steuerberatungskanzlei an zwei Nachfolger übergeben.

Spaziergänge entlang der Nidda

In Dortelweil engagierte sie sich unter anderem im Traditionsverein, kam so in Kontakt zu anderen Vereinen. Bevölkerung und Gemeindestruktur haben sie immer an den Wohnort ihrer Eltern in der Nähe von Stuttgart erinnert. "Der Ort verdoppelte sich in den 1980 Jahren durch Neubaugebiete ebenfalls. Dort wie hier sind Menschen für mich das Wichtigste in einem Ort." In Dortelweil schätzt sie die Gegensätze zwischen Alt und Neu. "Der alte Ortskern rund um die Kirche mit seinen Fachwerkhäusern ist romantisch. An ihn schließt sich die große Sportanlage im Grünen und das Naherholungsgebiet an der Nidda an." Den Gegenpol bietet Dortelweil-West mit modernen Häusern und zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Kurze Atempausen verschafften ihr im oft stressigen Berufsalltag Besuche im Café und Spaziergänge entlang der Nidda.

Geboren und aufgewachsen ist Bärbel Wallesch in der Nähe von Stuttgart, wo sie ihr Abitur machte. Danach studierte sie in Freiburg und Tübingen Volkswirtschaft. "Ich fühle mich als Schwäbin in Hessen, dem Wetteraukreis und vor allem in Dortelweil sehr wohl. Ich werde auch in meinem neuen Lebensabschnitt der Region die Treue halten."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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