Nachbarn zertifizieren Wälder gemeinsam

Bad Vilbel (khn). Interkommunale Zusammenarbeit heißt das neue Zauberwort in den Stadtverwaltungen - nicht ganz freiwillig. In Zeiten leerer Kassen suchen die Rathauschefs immer wieder Möglichkeiten, über die eigenen Stadtgrenzen hinweg mit Kollegen zusammenzuarbeiten, um Geld zu sparen. Umso einfacher, wenn man wie die Behördenchefs Guido Rahn und Dr. Thomas Stöhr dazu noch befreundet ist: Karben und Bad Vilbel haben sich jetzt zusammengetan, um ihre beiden Stadtwälder gemeinsam nach dem FSC-Standart (Forest Stewardship Council) zertifizieren zu lassen.

Wenn die Städte das jede für sich gemacht hätte, hätten sie laut Stöhr 10 530 Euro zahlen müssen. "Die Gruppenzertifizierung kostet für Karben und Vilbel 11 960 Euro", betont er. Das sind 5980 Euro für jede Kommune.

2004 hatten der Magistrat von Vilbel und von Karben ihre Stadtwälder zertifizieren lassen - allerdings getrennt voneinander. Dieses FSC-Siegel gilt fünf Jahre. Der Forest Stewardship Council wurde 1993 gegründet und stellt das erste und einzige weltweit anerkannte Zertifizierungssystem für die Forst- und Holzwirtschaft dar. Zentrale Forderung ist die nachhaltige Entwicklung für Wälder und die gleichwertige Berücksichtigung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekte bei der Nutzung von Naturgütern. Ziel einer solchen Zertifizierung ist es, den Erhalt des Waldes durch eine umweltgerechte, sozial verträgliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung zu gewährleisten.

Damit der Vilbeler Wald auch weiterhin das Gütesiegel tragen darf, ist eine Anschlusszertifizierung notwendig. Die ist mittlerweile beantragt worden. Man habe sich mit Karben nicht nur deshalb zusammengetan, um Kosten zu sparen, betonte Bürgermeister Stöhr. Auch der Arbeitsaufwand des Revierförsters werde durch die gemeinschaftliche Anschlusszertifizierung verringert.

Vor allem Laubbäume

Der Vilbeler Stadtwald ist 178 Hektar groß und besteht vor allem aus Laubbäumen wie Buchen, Eichen und Eschen. Außerdem gibt es einen kleinen Bestand an Nadelbäumen - vor allem Fichten und Kiefern.

Laut Magistrat hat der Vilbeler Wald eine herausragende Bedeutung für die Stadt: Er beeinflusse das gesamte Kleinklima in der Region, sieben Prozent des Waldes dienten dem Sicht- und Lärmschutz. Außerdem liegt der Wald im Heilquellenschutzgebiet. (pm)

Quelle: Wetterauer Zeitung

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