Kühe füttern und melken für Anfänger

Bad Vilbel (cf). Frische Stallluft schnupperten zahlreiche Kinder mit Eltern oder Großeltern jetzt auf dem Dottenfelderhof. Im Mittelpunkt der Führung mit Margarethe Hinterlang und Bettina Hänel (19), die ein freiwilliges ökologisches Jahr auf dem Hof leistet, bildete der Kuhstall. Schwerpunkt des Besuchsprogramms war das Füttern der zehn Kälber.

Bad Vilbel (cf). Frische Stallluft schnupperten zahlreiche Kinder mit Eltern oder Großeltern jetzt auf dem Dottenfelderhof. Im Mittelpunkt der Führung mit Margarethe Hinterlang und Bettina Hänel (19), die ein freiwilliges ökologisches Jahr auf dem Hof leistet, bildete der Kuhstall. Schwerpunkt des Besuchsprogramms war das Füttern der zehn Kälber.

Mit lautem Muhen begrüßten die 80 Kühe, drei Bullen und 30 Rinder im Kuhstall die Besucherschar. Die Kinder erfuhren, wie aus einem Kälbchen ein Rind, eine Milchkuh oder ein Bulle wird. Die Kuhherde wurde beim Eintreffen der Besucher gerade vom Stallteam gefüttert und gemolken. "Unser Vieh kommt zweimal täglich zum Fressen und Melken in den Anbindestall. Hier hat jedes Tier seinen Platz", berichtete PR-Frau Hinterlang den Besuchern. Sonst ist die Kuhherde auf den Niddaweiden oder im Tiefstall- Auslauf anzutreffen.

Strenge Rangordnung

Die Kinder beobachteten, wie die Kühe sich über ihre Ration aus Wiesen-, Klee- und Luzerneheu, Futterrüben, Quetschhafer und Kräuter hermachten. Vorsichtig näherte sich Lilly Virginia Bruns (2) mit Papa Piet einem Tier. Die Bergen-Enkheimerin hielt der schwarzbunten Milchkuh mit den beiden imposanten Hörnern ein Büschel Heu entgegen. Um dann begeistert zu beobachten, wie die Kuh das Heu kaute. "Da ist die Königin", rief ein Junge. Er hatte Leitkuh "Angara" entdeckt. Sie trägt um ihr Halfter eine goldene Glocke. "Ja, das ist sie wohl", sagte Hinterlang und schmunzelte. "Sie läuft immer vor der Herde her und zeigt den anderen den Weg."

In jeder Gruppe herrsche eine strenge Rangordnung. Bevor die Besucher weiter zu den Kälbern der Schwarzbunten gingen, zeigten ihnen Hänel und Hinterlang, was die Rinder fressen und was die Kleinen bekommen. Nach der Geburt bleibt das Kalb drei Tage lang bei der Kuh und trinkt Biestmilch. Danach wird es von der Mutter getrennt.

"Das ist bei Milchkühen so. Sie werden zehn Monate nach dem Kalben gemolken. Die Milchleistung der Kühe liegt auf dem Dottenfelderhof bei 5800 Litern pro Jahr", berichtete Jeanette Klös. Die studierte Landwirtin aus Reiskirchen ist seit neun Jahren für die Züchtung der "Hofrasse" aus Altdeutschen und Holsteinischen Rindern verantwortlich. Das Kalb bekommt fünf Tage lang Biestmilch; danach wird es täglich vom Stallteam drei Monate lang mit acht Litern Vollmilch aufgezogen. "Größere Kälber trinken vier Liter angewärmte Vollmilch auf einmal", sagte Hinterlang.

Kälbchen ab drei Monaten, die bei der Mutterkuh bleiben, werden "Absetzer" genannt. Jungrinder ab vier Monaten bis zu einem Jahr, die getrennt vom Muttertier aufwachsen, heißen "Fresser". Von ihnen gibt es auf dem Dottenfelderhof derzeit sechs. Zusätzlich gibt es vier Kälber, die zwei Wochen bis drei Monate alt sind.

Hinterlang und Hänel zeigten den Kindern, was die Rinder fressen. "Sie bekommen Haferflocken, Möhren und Leinsamen, der mit heißem Wasser überbrüht wurde. Dieser Schleim ist wie Glibber. Er ist für die Verdauung der Jungrinder ideal", erklärte Hinterlang. Die jungen Besucher halfen den beiden Dottenfelderhof-Mitarbeiterinnen beim Befüllen der Eimer und dem Transport zu den Rindern im Freiluftgehege. Zuvor legten alle einen Zwischenstopp an der Handmühle ein, um abwechselnd mit einer Kurbel die Möhren in portionsgroße Stücke zu mahlen.

Kinder stellen viele Fragen

Die Kinder hörten den Ausführungen von Hinterlang aufmerksam zu. Und stellten immer wieder Fragen. So wollte ein Mädchen wissen, warum die Kühe, Rinder und Kälber beim Fressen oder Melken angeleint sind. Andere fragten, ob die Tiere im Winter im Freien nicht frieren und wer den Kübel täglich mit frischem Wasser füllt. Für das Vieh gab es von den jungen Besuchern nicht nur Futter, sondern nach dem Überwinden der ersten Scheu, auch reichlich Streicheleinheiten.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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