Burgfestspiele offiziell eröffnet

Bad Vilbel (jas). Gerade noch rechtzeitig hatten sich die dunklen Gewitterwolken, die ergiebigen Regen gebracht hatten, verzogen. Ausgeteilte Regencapes blieben Prävention, die neuen Stühle der Tribüne trocken. Und so konnten am Samstagabend die 25. Bad Vilbeler Burgfestspiele in der historischen Wasserburg so beginnen, wie alle es sich gewünscht hatten: an einem lauen Sommerabend, in erwartungsvoller Atmosphäre und vor dicht besetzten Zuschauerreihen.

Mit sieben eigenen Inszenierungen ist der Spielplan im Jubiläumsjahr der umfangreichste aller Zeiten. Und auch das Ensemble ist so groß wie nie. 180 Akteure wollen dazu beitragen, dass die Festspiele, die vom 3. Juni bis 4. September laufen, wieder Erfolgsgeschichte schreiben und - wie schon 2010 - mehr als 73 000 Besucher für Theater und Musical begeistern. Den Auftakt am Premierenabend machte Adelheid Müthers Inszenierung der Kult-Komödie "Die Feuerzangenbowle" (siehe oberen Text). Doch bevor die verschrobenen Pauker und die Streiche ausheckenden Operprimaner im Rampenlicht standen, eröffneten Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, Intendant Claus-Günther Kunzmann und Dirk Hinkel als Vorsitzender des Fördervereins der Burgfestspiele gemeinsam die Festspielsaison. "Die lange Zeit des Wartens ist vorbei", sagte Stöhr, die große Erfolgsgeschichte der Festspiele könne fortgeschrieben werden. In der 25. Spielzeit habe sich vieles getan. "Die Ruine ist Ruine geblieben, und doch hat sich unglaublich viel in ihr und um sie herum erneuert", betonte Stöhr und hob vor allem die Umsetzung des "Sicherheitspakets" hervor. Breitere Fluchtwege seien angelegt worden, der Baum in der Mitte der Burg sei gefällt worden, den Theaterkeller habe man ausgebaut.

"Jetzt ist absolut unbeschwerter Kulturgenuss möglich. Die Festspiele sind nicht nur schöner, sondern auch sicherer geworden."

"Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen", gab Hinkel als Fördervereinsvorsitzender seiner Freude über die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen und die zusätzliche Infrastruktur Ausdruck. "Insgesamt stellt die Burg heute vieles dar, was wir uns damals gewünscht haben." Einen Blick zurück auf die Anfangszeit der Festspiele warf Intendant Kunzmann in seiner Eröffnungsrede. "Der zarte Spross Burgfestspiele, den der damalige Bürgermeister Günther Biwer 1987 pflanzte, schlug schnell Wurzeln und entwickelte sich zu einem kräftigen Gewächs - allen Unkenrufen zum Trotz." Im ersten Festspieljahr habe es gerade eine Inszenierung an 24 Abenden gegeben. 5500 Zuschauer waren damals gekommen. Mittlerweile zähle man seit der Gründung fast 100 Eigenproduktionen und mehr als 2500 Vorstellungen. "Mehr als eine Million Besucher kamen", sagte Kunzmann. Was das Besondere an den Burgfestspielen sei? "Sie waren immer für Modernisierungen, Veränderungen und Verbesserungen offen. Und das soll auch in Zukunft gelten.

" 2011 sei ein außergewöhnliches Jahr, die Veränderungen in der Burg und beim Programm so markant wie noch nie. "Ich persönlich bin glücklich, dass ich vom ersten Tag an dabei gewesen bin und alle Spielzeiten miterleben durfte", betonte Kunzmann, der dann die Bühne für das Ensemble der "Feuerzangenbowle" freigab.

Müthers Inszenierung fand beim Premierenpublikum viel Anklang. Und auch die Umbauten und Neuerungen in der Burg wurden so aufgenommen, wie Kunzmann und sein Team es sich gewünscht hatten. Die bequemeren Stühle und die bessere Akustik wurden gelobt.

Gerne nutzten die Zuschauer auch die Möglichkeit, sich nicht nur auf dem Palas und im Burghof, sondern auch vor den Burgmauern bei einem Gläschen Wein oder einem Kaffee zusammenzusetzen. Ein neuer Bewirtungspavillon war in Nähe des Gingkobaumes platziert worden. Viele Besucher gingen außerdem durch den neuen, seitlichen Eingang der Burg, von dem aus eine großzügige Treppe auf das Festspielgelände führt.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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