Bagger bohrt Kabel an: Tausende ohne TV

Bad Vilbel (pe). Bei den laufenden Bauarbeiten der Deutschen Bahn zwischen dem Südbahnhof und dem Frankfurter Norden hat ein Bagger an Samstagabend ein Glasfaserkabel des Telekommunikationskonzerns "Unitymedia" beschädigt. Die Folge: Bei rund 20 000 Haushalten im Großraum Bad Vilbel fielen die Fernseh- und Telefonanschlüsse aus.

Viele konnten zwischen Samstag, 17.30 Uhr, und Sonntag, 13.45 Uhr, weder Fernsehen empfangen noch telefonieren.

Auch zahlreiche Telefone blieben stumm. Einer der Schwerpunkte der Störung schien Dortelweil gewesen zu sein, aber auch in Teilen von Karben, in Niederdorfelden und Schöneck sowie im nördlichen Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim waren Kunden des Kölner Konzerns betroffen. Etliche von ihnen konnten weder fernsehen, noch telefonieren, und einige hatten auch keinen Internetanschluss.

Konzernsprecherin Katrin Köster bestätigte auf WZ-Anfrage, dass ein Bohrer bei den Arbeiten das dicht an den Bahngleisen verlaufende Glasfaserkabel beschädigt habe. Die Techniker des Unternehmens hätten zunächst versucht, das aus vielen Adern bestehende Kabel zu spleißen, um es dann notdürftig zu flicken. "Das musste aufgegeben werden, weil die ständigen Unterbrechungen durch herannahende Züge ein weiteres Arbeiten nicht zuließen." Wie Köster weiter informierte, müsse am heutigen Montag das 40 Meter lange Kabel komplett getauscht werden.

Der Notfalltrupp des Unternehmens stellte dann aber bis zum Sonntagmittag eine Notverbindung her: Eines von vier Spezialfahrzeugen des Konzerns wurde an die Übergabestation nach Massenheim beordert. Diese mobile Satellitenempfangseinrichtung gleicht einem Fernseh-Übertragungswagen. "Das Fahrzeug steht quasi hinter der Bruchstelle, fängt die Daten auf und speist sie dann ins Netz ein", erläuterte Köster. Es stelle technisch gesehen sozusagen die Verbindung zwischen den durchtrennten Kabelenden her.

Übrigens blieben nicht alle Bildschirme in der südlichen Wetterau schwarz: Kunden anderer Unternehmen oder etwa diejenigen, die ihre Programme mittels des digitalen Antennenfernsehens oder per Satellit empfangen, waren nicht betroffen.

"Unitymedia": Alle Dienste wieder verfügbar

Quelle: Wetterauer Zeitung

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