Auge in Auge mit John F. Kennedy

Bad Vilbel (cf). Einen Blick hinter die Kulissen der John-F.-Kennedy-Schule (JFK) gewährten jetzt die 630 Schüler und 40 Lehrer der Haupt- und Realschule mit Förderstufe. Schulleiter Peter Mayböhm hieß in der Mensa künftige Schüler und deren Eltern willkommen:

Dazu hatten Mitglieder aus Schule, Förderverein und Schulelternbeirat zusammen mit Schülern ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Es gewährte den Besuchern Einblicke in Unterrichtsprojekte und gelungene Abschlussarbeiten. Informationen, Führungen, Gespräche mit Lehrern und der Schulleitung rundeten das Angebot ab.

Mayböhm stellte den Besuchern das neue Konzept einer offenen Ganztagsschule vor. Es soll ab dem kommenden Schuljahr schrittweise ab der fünften Klasse umgesetzt werden. "Die Schüler werden täglich von der ersten bis fünften Stunde Regelunterricht in den Hauptfächern und zweimal wöchentlich in den Nebenfächern Pflichtunterricht haben", sagte Konrektorin Nicole Weber. "Nach dem Vormittagsunterricht stehen von 12.30 bis 14:15 Uhr Mittagessen, Bewegung und Schulaufgaben auf dem Stundenplan." Weber begleitet die Umwandlung als Verantwortliche für die Förderstufe und Klassenlehrer einer fünften Klasse mit. Dienstags-, Donnerstags- und Freitagsnachmittag bietet die JFK künftig ihren Schülern Kurse im Bereich Musik und Sport an.

Die Klassenlehrer werden künftig in ihren Klassen mindestens acht Wochenstunden unterrichten und Betreuungszeiten übernehmen. "In vielen Familien ist die Erledigung der Hausaufgaben ein Drama", sagte Weber. "Das beenden wir mit den Schulaufgaben, die von zwei Lehrern betreut werden." Allerdings sei das keine Nachhilfe. Die "offene Ganztagsschule" sei ein tolles Angebot für Alleinerziehende und Mütter, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. "Eltern brauchen sich an fünf Tagen in der Woche bis 15.45 Uhr keine Gedanken mehr über die Betreuung ihrer Kinder zu machen. Das Angebot ist kostenlos." Das Modell der offenen Ganztagsschule ist in Bad Vilbel einmalig und wurde von den JFK-Lehrern entwickelt.

Auf dem Weg von der Mensa in die Klassenräume kamen die Besucher an einer Schülergruppe vorbei. Lehrerin Manuela Günter restaurierte mit sieben Neuntklässlern aus drei Klassen an der Wand des Verwaltungstraktes mit Pinsel und Farben das Konterfei von John F. Kennedy, dem Namensgeber der Schule. Das Porträt hatten ehemalige Schüler 2005 erstellt. Zuvor hatten Diebe die Bronzebüste des Ex-US-Präsidenten am Schulaufgang gestohlen. Jetzt hatten Unbekannte erneut zugeschlagen. Sie brachen seine Augen heraus, beschädigten Nase und Mund.

Brennende Geldscheine im Chemieraum

Im Chemieraum zündete Sven Hübner massenweise Geldscheine an. Der experimentierfreudige Schüler schloss die Hauptschule mit einem Notendurchschnitt von 1,4 ab. Jetzt will er seinen Realschulabschluss machen. "Sven schafft das", ist Joanna Kleinhaus, die Mathematik, Physik und Chemie unterrichtet, überzeugt. Ein von Sven entwickeltes H2O-Auto konnte ebenfalls besichtigt werden. Weitere Einblicke in die Chemie gewährten Lehrerin und Schüler den Besuchern mit Experimenten. Auch Fingerabdrücke wurden den Besuchern von den Schülern abgenommen.

Im Nebenraum zeigte Physiklehrer Alexander André mit seinen Schülern Verblüffendes – wie den Bernoulli-Effekt. Der Schweizer Physiker Daniel Bernoulli hatte die nach ihm benannte Gleichung gefunden. Danach entsteht ein Unterdruck, wenn ein Medium an einem Objekt schnell vorbeiströmt. Wie das funktioniert, zeigte Yassine Waham seinen Mitschülern mithilfe eines Föns und drei Tischtennisbällen.

Lehrer Adrian Ketzl backte mit Neuntklässlern Plätzchen, Astrid Logisch stellte zu Streitschlichtern ausgebildete Schüler in Rollenspielen vor, Kollegin Daniela Stückrath hatte zur Märchenlesung eingeladen, Manfred Ochs und Sascha Porschen zum offenen IT-Unterricht. Bei Norbert Bernges gab es Infos zur CNC-Fräse und Holzwerken, der Chor der Förderstufe ließ unter Dirigat von René Di Rienzo sein Können hören.

So vielfältig wie die Aktionen, so groß war die Bandbreite der fünf gelungenen Abschlussarbeiten. Sie reichte von der "Honigbiene als Nutztier (Silvana Föll) über "Selbstverteidigung oder Weglaufen?" (Melanie Borsutzki) und den "Umgang mit AD(H)S" (Ina Axtmann).

Quelle: Wetterauer Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare