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Maria und Rüdiger Wiechers in der Artothek des Kunstvereins Bad Vilbel.

Abschied mit Wehmut

Bad Vilbel (cf). Die Bildhauerin Maria Wiechers und ihr Mann, der Kommunalpolitiker und Förderer Rüdiger Wiechers, verabschieden sich nach 33 Jahren aus Bad Vilbel. Beide hinterlassen Spuren in ihrer zweiten Heimat und nehmen mit Wehmut Abschied.

Das Haus in Massenheim ist verkauft, Kisten und Koffer zum Teil bereits gepackt, die neue Wohnung in Innenstadt von Münster fast bezugsfertig, und die Möbelpacker sind für Mitte März bestellt: Maria und Rüdiger Wiechers kehren aus familiären Gründen ins Münsterland zurück. "Bad Vilbel ist unser zweites Zuhause. Wir haben nach über 30 Jahren viele Menschen liebgewonnen und zwei Koffer hier", sagt Rüdiger Wiechers. "Wir sind hin und her gerissen. Ein bisschen Wehmut ist bei diesem Abschied dabei", fügt Maria Wiechers hinzu.

Auf die Heimkehrer ins Münsterland freuen sich vor allem Tochter Maike, die eine Praxis für Heilpädagogik bei Münster führt, sowie Maria Wiechers eineiige Zwillingsschwester Felicitas mit Familie.

Auszeichnungen als Dank

Die Bildhauerin mit der Vorliebe für patinierte Bronze gehörte am 19. September 1996 zu den Gründungsmitgliedern des Kunstvereins Bad Vilbel. Zuerst gab die im Juni 1946 in Wüllen/Ahaus an der holländischen Grenze Geborene Töpferkurse für Erwachsene, dann brachte sie sich auch als Künstlerin in den Kunstverein ein. Ihr künstlerisches Schaffen erstreckt sich auf handgeformte Gefäßkeramik, Keramikskulpturen und Bronzearbeiten.

Studienreisen führten sie nach Worpswede, Dänemark und Südfrankreich. Ihre Arbeiten bilden aussagekräftige Blickpunkte im öffentlichen Raum und waren bisher in Ausstellungen in Münster, Senden, Bad Vilbel und Frankfurt am Main zu sehen. In Bad Vilbel veranstaltete Maria Wiechers zahlreiche Künstlergalerien, ist seit 1986 Leiterin der Keramikkurse und des Monatsateliers der Volkshochschule des Wetteraukreises und seit 1996 Dozentin der Bad Vilbeler Kunstschule. "Meine Anfänge als Künstlerin in Bad Vilbel sind mit Anregungen des ehemaligen Massenheimer Ortsvorstehers Jockel Schatz verbunden. Meine Arbeiten im öffentlichen Raum haben immer einen Bezug zum Standort", erläutert Wiechers.

Nach dem Umzug will sie mit einem Kindergarten und einer Schule in der Nähe ihrer Wohnung Kontakt aufnehmen. Für ihr großes Engagement wird sie am 26. April in der Stadtverordnetenversammlung nach einstimmigem Votum aller Parlamentarier mit der höchsten städtischen Auszeichnung, der Ehrenplakette der Stadt Bad Vilbel, ausgezeichnet. Ehemann Rüdiger, seit zehn Jahren Stadtrat für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung wird aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenstadtrat ernannt. Bereits 2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für sein Stadtentwicklungs- und soziales Engagement.

Der im November 1943 in Münster geborene Diplom-Kaufmann gehörte 1989 zum Gründungsvorstand der Dresdner Bauspar AG in Frankfurt. Er kam 1996 nach Vilbel, war von 1989 bis 2004 Vorstand für Vertrieb und Marketing der Dresdner Bauspar/Allianz Dresdner Bauspar AG. Ihm verdanken die Vilbeler nicht nur den "Walking Man" (2001) der Künstlerin E. R. Nele (Eva Renée Nele Bode) vor dem neuen Rathaus in Dortelweil. Er gehört auch zu den Förderern des örtlichen Kunstvereins, war Sponsor und Gastgeber der Erbsenlesungen, ist bis heute Förderer und Sponsor der Kunstschule. Dank ihm unterstützte der Kultur- und Sportförderverein die neue Heimat der Künstler bisher mit 20 000 Euro und die Rüdiger-Wiechers-Stiftung "Städte für Menschen" (2006 gegründet) mit 15 000 Euro. "Die gute Gemeinschaftsleistung ist im neuen Gebäude sichtbar geworden", freut sich der Vorsitzende der Bundes-Kommission "Demografie und Stadtentwicklung" für den Bundesbauminister.

Rüdiger Wiechers wechselt nach seinem Umzug zurück in den Lions Club Münster. In Bad Vilbel will er sich weiter um städtebauliche Projekte wie den Quellenpark kümmern.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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