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Wer Arbeit sucht, hat gute Karten: Personalmangel im Hotel Dolce

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Veranstaltungskauffrau Marlene Seelbach (Mitte) zeigt General Manager Peter Berhörster und Hotelfach-Azubi Hannah Kuttner die Pläne für das Wochenende. © Petra Ihm-Fahle

Peter Berhörster, General Manager des Bad Nauheimer Hotels Dolce, hat Personalsorgen. Nun fiel deshalb sogar der »Dolce Kultursommer« aus. Wer derzeit Arbeit sucht, hat vielleicht gute Karten.

Hast du mal einen Koch für mich?« Peter Berhörster lacht, als er den derzeitigen Running Gag der Hotellerie- und Gastronomiebranche wiedergibt. Der 52-Jährige ist seit April neuer General Manager im Bad Nauheimer Hotel Dolce by Wyndham. Kaum ist er da, muss er auch schon ein riesiges Problem lösen: Personalmangel. So musste man jüngst den »Kultursommer« absagen, weil nicht genügend Angestellte zur Verfügung standen. Berhörster sucht nun Servicemitarbeiter mit und ohne Ausbildung sowie Köche, er bietet alles von der Vollzeitstelle bis zur Aushilfstätigkeit.

Für die Branche zu werben, fällt ihm dabei nicht schwer, da »die Arbeit Spaß macht«. Der 52-Jährige muss nur an seine eigene Laufbahn zurückdenken, um die Höhepunkte aufzuzählen. Im namhaften »Kempinski Rheinpark« in Neuss, heute »Crown Plaza«, lernte er. »Ich habe Künstler erlebt, Livekonzerte, die hätte ich mir mit Karte gar nicht leisten können«, erzählt er. Shirley Bassey reichte er das Abendessen, er erlebte Promis wie Joe Cocker, Lionel Richie, Arafat, Helmut Schmidt und Helmut Kohl. »Alle hatte ich im Haus«, sagt er.

21 Angestellte in der Pandemie verloren

Ähnlich sieht er die Situation für das Dolce, wie Berhörster sagt: Als er neu nach Bad Nauheim gekommen sei und gelesen habe, welche illustren Gäste schon dort waren, habe ihn das sehr beeindruckt.

INFO: Gegen den Trend

Neben Handwerk und Industrie ist das Gastgewerbe vom Fachkräftemangel besonders betroffen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Hotels Dolce by Wyndham Bad Nauheim hervor. Die Corona-Pandemie habe diesen Trend der letzten Jahre noch verstärkt. Nach Angaben der Agentur für Arbeit hätten 2020 rund 216 000 Beschäftigte den Bereich Tourismus, Hotellerie und Gastronomie verlassen, um in anderen Branchen eine neue Tätigkeit aufzunehmen. Zahlreiche unbesetzte Ausbildungsplätze sind demnach ebenfalls eine Folge der virusbedingten Lockdowns. Das Dolce steuere dieser Entwicklung mit insgesamt 16 Auszubildenden in die Saison 2022/23 entgegen. Als größter Ausbilder im Segment Hotellerie und Gastronomie in der Wetterau sei die Palette der im Haus angebotenen Lehrberufe besonders vielfältig: mit Hotelfachleuten, Kaufleuten für Hotelmanagement, Fachleuten für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, Veranstaltungstechnikern und -kaufleuten sowie Köchen. Mittlerweile finden sich laut der Pressemitteilung auch Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Lehrplan. Wer sich beim Hotel Dolce für eine Voll- beziehungsweise Teilzeitstelle oder Aushilfstätigkeit bewerben will, kann dies unter der E-Mail career@dolcebadnauheim.com tun. pv/ihm

Ungefähr 15 Mitarbeitende verlor das Haus während der Pandemie, sechs in jüngster Zeit. »Im vergangenen Monat verließen uns drei Auszubildende, die woanders hingegangen sind. Drei konnten wir aber auch übernehmen.« Wie Berhörster berichtet, gingen die wenigsten aus finanziellen Gründen oder um die Branche zu wechseln, sondern aus anderen Gründen: der Liebe wegen, um nicht mehr pendeln zu müssen, weil sie zurück in die Heimat gehen, reisen oder einen weiteren Karriereschritt tun wollten. Die drei verbliebenen Azubis seien gut integriert und arbeiten laut Berhörster als volle Kräfte mit. Als das Dolce vor einigen Wochen sein 20-jähriges Bestehen beging und langjährige Mitarbeitende ehrte, war fast die Hälfte schon länger als fünf Jahre dabei. Es sei fast ein Familienunternehmen.

14 neue Azubis hat das Hotel nun seit August in unterschiedlichen Bereichen, zwei weitere Lehrlinge fangen im September an. Fast alle kommen aus der Umgebung. »Wir sind der größte Azubi-Arbeitgeber in Bad Nauheim und froh, so viele gefunden zu haben«, sagt er. Knapp über 100 Kräfte hat die Nobelherberge, was eine respektable Größenordnung für ein deutsches Hotel sei. Während der Pandemie war das Personal weitgehend in Kurzarbeit, einige hätten den Betrieb aufrechterhalten. Das sei dem irischen Eigentümer geschuldet, der in das Haus investiert habe. Die Mitarbeitenden seien froh, wieder arbeiten zu können. »Wir haben wieder Belegung seit Mai, hatten zwei Jahre kein Geschäft gehabt.« Mittlerweile habe das Haus wieder einen Rhythmus gefunden. »Man merkt auch, dass Firmen wieder feiern wollen. Wir wollen wieder auf das Niveau von 2019 kommen und sind zuversichtlich.« Bereits für September und Oktober kämen Anfragen. »Und dafür brauchen wir natürlich Mitarbeiter«, konstatiert er.

Das Hotel versuchte laut Berhörster neben vielen anderen Maßnahmen sogar, Personal in Kroatien für Service und Küche zu finden. Einen Tag vor der Reise dorthin habe Lufthansa allerdings streikbedingt den Flug absagen müssen, insofern sei die Aktion nur aufgeschoben. Er nennt weitere Vorteile des Arbeitens im Dolce: »Gute Bezahlung, vergünstigte Personalübernachtungen in Wyndham-Hotels, Team- und Weiterbildung, Coaching, einige Personalzimmer, Aufstiegsmöglichkeiten, ein gutes Betriebsklima und internationales Flair.« Eine Ukrainerin hat er als Auszubildende, Berhörster stellte sie nach eigener Aussage gerne ein, da das Hotel auch Gäste aus diesem Sprachraum hat. »Steht der russische Gast am Empfang und unsere Mitarbeiterin weiß nicht weiter, weil sie nur Deutsch und Spanisch spricht, weiß sie, wen sie rufen kann.«

Gegen den Trend

Neben Handwerk und Industrie ist das Gastgewerbe vom Fachkräftemangel besonders betroffen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Hotels Dolce by Wyndham Bad Nauheim hervor. Die Corona-Pandemie habe diesen Trend der letzten Jahre noch verstärkt. Nach Angaben der Agentur für Arbeit hätten 2020 rund 216 000 Beschäftigte den Bereich Tourismus, Hotellerie und Gastronomie verlassen, um in anderen Branchen eine neue Tätigkeit aufzunehmen. Zahlreiche unbesetzte Ausbildungsplätze sind demnach ebenfalls eine Folge der virusbedingten Lockdowns. Das Dolce steuere dieser Entwicklung mit insgesamt 16 Auszubildenden in die Saison 2022/23 entgegen. Als größter Ausbilder im Segment Hotellerie und Gastronomie in der Wetterau sei die Palette der im Haus angebotenen Lehrberufe besonders vielfältig: mit Hotelfachleuten, Kaufleuten für Hotelmanagement, Fachleuten für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, Veranstaltungstechnikern und -kaufleuten sowie Köchen. Mittlerweile finden sich laut der Pressemitteilung auch Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Lehrplan. Wer sich beim Hotel Dolce für eine Voll- beziehungsweise Teilzeitstelle oder Aushilfstätigkeit bewerben will, kann dies unter der E-Mail career@dolcebadnauheim.com tun.

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