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Ob am Eingang des Usa-Wellenbades 2G oder 2G plus kontrolliert wird, macht laut Betriebsleiter Sascha Rieck vom Aufwand für die Mitarbeiter her keinen Unterschied. Die Besucherzahlen könnten infolge einer Regelverschärfung allerdings sinken, sagt er. FOTO; NICI MERZ

Pandemie verlangt viel ab

Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg zwischen Spaß und Sicherheit

  • Christoph Agel
    VonChristoph Agel
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An Schwimmbädern wird deutlich, wie es trotz Pandemie weitergeht, und was alles getan wird, um »den Laden am Laufen« zu halten. Einblicke ins Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg.

In Sachen Corona-Regeln immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist gar nicht so einfach. Am Freitag vergangener Woche haben die Ministerpräsidenten der Länder gemeinsam mit Kanzler Olaf Scholz beraten. Eines der Ergebnisse: Künftig soll in der Gastronomie - unabhängig von Inzidenzen - flächendeckend die 2G-plus-Regel gelten. Man darf also nur in Restaurants und Cafés, wenn man genesen oder doppelt geimpft ist und in beiden Fällen einen aktuellen Negativtest vorweist. Oder man ist geboostert und kann sich den Test sparen.

Knifflige Gastro-Frage

Wie ist das im Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg? Auch dort gibt es ein Restaurant, aber ins Gebäude kam man bisher ohne Test, es galt »einfach nur« 2G. Muss man also vorne am Eingang keinen Test vorzeigen, im Restaurant dann aber schon? Genau das wäre mit dem Inkrafttreten der neuen Regel - voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche - der Fall, sagt Betriebsleiter Sascha Rieck. Unklar sei aber, was gilt, wenn man sich nach Schwimmen, Duschen und Umkleiden noch schnell eine Pommes abholt und damit rausgeht. Fällt das unter »to Go«? Die dritte Variante kommt auch unabhängig von der Pandemie nicht infrage: Sich während der Schwimmens im Hallenbad eine Pommes ans Becken zu holen. An dieser Stelle ein kleiner juristischer Einschub: Im Paragrafen 22 der entsprechenden Landesverordnung heißt es, dass gastronomische Betriebe »Speisen und Getränke zur Abholung oder Lieferung anbieten« dürfen, »wenn ein Abstands- und Hygienekonzept nach § 5 vorliegt und umgesetzt wird«.

Die Kombination Schwimmbad/Restaurant zeigt ganz gut, wie kompliziert die Sachlage sein kann - und wie schnelllebig. Denn die ganzen Überlegungen kann man sich schon wieder sparen, weil die Wetterau - sollte die Inzidenz auch am heutigen Freitag über 350 liegen - ab Samstag als »Hotspot« gelten wird. Damit wird im Freizeitbereich - also auch am Schwimmbad-Eingang - 2G plus angewendet.

Ob die Mitarbeiter 2G oder 2G plus kontrollieren, mache vom Aufwand her keinen Unterschied, sagt Rieck, »Aber ich gehe stark davon aus, dass die Besuche weniger werden.« Er könne sich nur schwer vorstellen, dass sich ein Schwimmer, der sonst vier- bis fünfmal pro Woche ins Schwimmbad komme, jeden Morgen einen Test abhole. »Die Lust auf den Schwimmbadbesuch wird natürlich getrübt, weil es für den Gast einen Mehraufwand an Zeit bedeutet«, sagt Rieck.

Wenn man die Umstände beachtet, dann ist im vergangenen Jahr schon die Lust aufs Schwimmen oder einfach auf die Erfrischung da gewesen: Das Freibad hatte vom 29. Mai bis zum 12. September geöffnet, etwa 45 000 Gäste und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr kamen. Kurz vor Ende der Freibad-Saison sei die 3G-Regel eingeführt worden, erinnert der Betriebsleiter.

Große Nachfrage in den Ferien

Für den Besuch im Freibad konnte man Tickets nur online kaufen und musste sich für ein Zeitfenster entscheiden. Damit sollte verhindert werden, dass sich zu viele Menschen gleichzeitig im Bad aufhielten, außerdem war es Vorgabe des Landes, dass Besucher vorher eine Termin vereinbaren mussten. Das alles gilt auch für die aktuelle Hallenbadsaison. Zwischen den Zeitfenstern wurde und wird gereinigt und desinfiziert.

Was Besucherzahlen im Hallenbad betrifft, so ist es mit dem Vorjahresvergleich schwierig, denn im November und im Dezember 2020 hatte es lockdownbedingt geschlossen. Im Oktober 2021 waren es laut Rieck doppelt so viele Besucher wie im Oktober 2020. »Dennoch ist die Resonanz geringer als in Vor-Corona-Zeiten.«

Das Team des Usa-Wellenbades tut alles, um den Spagat zwischen Spaß und Sicherheit zu meistern. Die Welle ist samstags, sonn- und feiertags und in den Ferien in Betrieb, die Rutsche »Black Hole« kann man an jedem Tag hinunterdüsen. Hingegen dürfen die beiden Whirlpools nicht genutzt werden, es wäre einfach zu eng darin. Im Schwimmbecken sind Doppelbahnen abgesperrt, damit man vorschriftsmäßig im Kreis schwimmen und bei Begegnungsverkehr notwendige Abstände zueinander einhalten kann.

»Trotz der pandemiebedingten Auflagen war es in den Weihnachtsferien sehr gut besucht«, sagt Rieck. Noch besser als in den Herbstferien sei es gewesen - auch dank Hallenbad-Wetter. Bleibt zu hoffen, dass die Inzidenzen in den nächsten Wochen und Monaten das Schwimmvergnügen nicht allzu sehr trüben und der Sommer 2022 echtes Freibad-Wetter zu bieten hat.

Wo die Maskenpflicht gilt

Im Usa-Wellenbad gilt Maskenpflicht ab dem Betreten des Gebäudes bis zur Kabine - und von dort zum Ausgang. In der Kabine darf man die Maske abnehmen und in die Duschen gehen. Im Duschbereich gilt eine Einbahnstraßen-Regel, und man muss mindestens eineinhalb Meter Abstand voneinander halten. Damit das eingehalten werden könne, seien bestimmte Duschen nicht benutzbar, sagt Betriebsleiter Sascha Rieck. Er fügt hinzu: »Es hat auch jeder Gast eine Eigenverantwortung, was die allgemeinen Corona-Auflagen betrifft.« Hat man im Becken seine Runden gedreht, gilt die Maskenpflicht wieder nach dem Umziehen. Dafür gibt es übrigens Einzelkabinen. Schulklassen und Vereine hingegen nutzen Sammelumkleiden, die ihnen zuvor zugewiesen worden sind.

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