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Spendenbereitschaft macht Mutter und krebskranker Tochter Mut

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Wolfgang Schulze, Ingrid Schutze Dit Belkner und Nicole Thuy-Neubert (r.) machen sich große Sorgen um Katy. FOTO:S IHM/PV © Petra Ihm-Fahle

Damit die schwer krebskranke Bad Nauheimerin Katy Schutze Dit Belkner von der Insel La Gomera per Liegendtransport zurück in die Kurstadt kommen kann, sammelt ihre Spenden. Ein Zwischenstand.

15 000 Euro benötigen Ingrid Schutze Dit Belkner, deren Lebensgefährte Wolfgang Schulze und die Nieder-Mörlenerin Nicole Thuy-Neubert dringend. Die Spendenbereitschaft ist überwältigend, ca. 6000 Euro sind nach einem Bericht dieser Zeitung bisher eingegangen.

Das Zimmer in Nieder-Mörlen ist liebevoll hergerichtet, ein Schlafanzug und Kleidung zum Wechseln liegen auf dem Bett. Ingrid Schutze Dit Belkner, die Mutter der 52-jährigen krebskranken Bad Nauheimerin Katy auf La Gomera, hat alles für ihr krankes Kind vorbereitet, das sie in die Gesundheitsstadt zurückholen will. »Die Tumore wachsen«, erklärt Nicole Thuy-Neubert, eine Freundin der Familie. Gemeinsam mit Schutze Dit Belkner und deren Lebensgefährten Wolfgang Schulze initiierte Thuy-Neubert eine Spendenaktion, um den Liegendtransport über die Deutsche Auslandsrückholung auf den Weg zu bringen. 15 000 Euro werden gebraucht.

Gerührt schaut Ingrid Schutze auf das Heftchen mit Auszügen der Volksbank Mittelhessen. Dort richtete sie ein Konto für die Rückholaktion ein. Bis Sonntag spendeten 49 Bürgerinnen und Bürger unter dem Stichwort »Ich will nach Hause«. Einige Personen schrieben persönliche Worte dazu: »Liebe Grüße an Katy«, »Alles Gute für Katy«, »Komm nach Hause« und »Wir wünschen Kraft und Hoffnung«. Einige Bekannte spendeten, aber auch viele Menschen, die Schutze bisher nicht kannte.

Überwältigt, aber auch beschämt

Seit dem Spendenaufruf blieb die 83-Jährige zu Hause und ging nicht in die Stadt. »Es ist mir unangenehm, um Hilfe zu bitten«, bekennt sie. Insofern bekam sie von den überwältigenden Reaktionen auf den Aufruf in dieser Zeitung zunächst nur durch Erzählungen mit. Auch Anrufe gingen kaum ein, denn sie steht nicht im Telefonbuch. »Schulkameradinnen, die meine Nummer haben, haben mich angerufen«, erzählt sie. Ihr Lebensgefährte Wolfgang wurde mehrfach angesprochen, beispielsweise von Mitarbeitenden der Seniorenresidenz, in der Ingrid Schutze früher arbeitete. »Die Pflege dort sammelt«, berichtet er. Einige Tage, nachdem der Zeitungsartikel erschienen war, begab er sich erstmals zur Bank, um nachzuschauen.

Die Spendenbereitschaft berührte das Paar sehr. Bis Sonntag gingen knapp 5400 Euro auf dem Girokonto ein sowie knapp 600 Euro auf dem Paypal-Konto der Tochter Katy. Ein Bad Nauheimer Mediziner meldete sich ebenfalls, der versuchen will, zu helfen.

Wie geht es Katy, die auf La Gomera in ihrer Wohnung liegt? Ihre Mutter kann kaum darüber sprechen. »Mal so, mal so. Sie hat den Pflegedienst, der morgens kommt. Ein Arzt schaut einmal pro Woche nach ihr.« Thuy-Neubert schildert: »Sie muss so schnell wie möglich nach Bad Nauheim. Die Tumore drücken auf den Darm und die Lunge. Sie hat Schmerzen.«

Tapfer sei Katys 18-jährige Tochter Anjulie, die trotz der widrigen Umstände versuche, ihre Ausbildung auf Teneriffa zu absolvieren. Die Spendenbereitschaft mache Katy Mut, ebenso wie der einwöchige Besuch ihrer Freundin Tanja aus Bad Nauheim. »Sie will leben. Im Krankenhaus war sie völlig verzweifelt, aber die Unterstützung aus der Heimat hat ihr Auftrieb gegeben«, betont Thuy-Neubert. Die Hoffnung, wieder nach Deutschland zu kommen, baue Katy auf - sie fange wieder an, häppchenweise zu essen.

Ingrid Schutze sehnt sich nach ihrer Tochter, sie bricht in Tränen aus. Ihr Lebensgefährte sagt: »Es ist alles ziemlich viel. Man hatte ja gar nicht auf dem Schirm, dass so etwas passieren würde.«

Ende der Woche will das Paar Kassensturz machen, Thuy-Neubert wird dann in Verhandlungen mit den Fluggesellschaften gehen. Die drei sind fest entschlossen, Katy zurückzuholen. Thuy-Neubert appelliert: »Ich bedanke mich bei den Spendern über die vielen positiven Rückmeldungen auf Facebook. Und für die Haltung, dass es möglich sein sollte, wenn jeder eine Kleinigkeit gibt.« Sie ruft auf, nicht nachzulassen, denn: »Jeder Tag zählt.«

Spendenaufruf

Um eine Auslandsrückholung für Katy Schutze Dit Belkner zu ermöglichen, hat ihre 83-jährige Mutter Ingrid ein Konto bei der Volksbank Mittelhessen eingerichtet. Kontoinhaberin ist Ingrid Schutze Dit Belkner, die IBAN DE05 5139 0000 0188 0594 14, die BIC VBMHDE5F und das Stichwort »Ich will nach Hause«. Wer lieber über Paypal spenden möchte, kann dies über E-Mail Katyschutze8@gmail.com tun. ihm

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