Rathaus: Hecken werden neu gepflanzt

Bad Nauheim (jw). Der Kernstadt-Friedhof ist ein Ort der Ruhe und des Gedenkens, und die Gestaltung der Parkanlage trägt dazu wesentlich bei. Viele Bäume und Hecken umgeben die Gräber, doch nun gibt es einen Kahlschlag zu beklagen. Hecken wurden entfernt, Besucher, die sich über die Arbeit der städtischen Arbeiten erkundigten, erhielten zur Antwort, die Pflege der Hecken koste zu viel Geld.

Fallen jetzt peu à peu immer mehr Hecken der Motorsäge zum Opfer?, fragen sich einige Besucher. Nein, beruhigt Jürgen Patscha, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung im Rathaus, die Gemüter: "Die alten Hecken werden durch neue ersetzt. Der Charme des Bad Nauheimer Friedhofs bleibt erhalten."

Eine Leserin hatte gegenüber der WZ die Entfernung von mehreren kleineren Hecken im mittleren Teil des Friedhofs beklagt. Efeu-, Liguster- und Thuja-Hecken umgeben die Gräber, bilden eine grüne Einfassung, die nicht unwesentlich die Anmut dieses Ortes bestimmt. Und das soll jetzt alles weg, weil der Stadt das Geld für die Pflege fehlt? So hatte sie es von einem Arbeiter erfahren. Andere Friedhofbesucher äußerten die gleiche Befürchtung. Kieswege lassen sich schließlich schneller und mit weniger Kosten in Schuss halten als Pflanzen. "Ja, es wurden Teile der Hecken entfernt", sagt Patscha. "Der Bestand war nicht mehr schön, der Pflegeaufwand für die zum Teil abgängigen Hecken wäre in der Tat zu hoch gewesen. Aber wir pflanzen demnächst jüngere Exemplare nach." Stück für Stück geschehe das. Was jetzt in dem von den Besuchern monierten Bereich noch stehe, bleibe erst einmal erhalten und werde zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht.

Die Friedhofsbesucher verweisen darauf, dass es gerade diese Hecken, aber auch die vielen schönen Bäume in einigen Bereichen des Friedhofs sind, welche sie veranlasst haben, eben jene Grabstellen auszuwählen. "Das ist ein würdiger Ort, der sollte auch so bleiben", meinte ein älterer Herr. Die Stadt sieht das genauso. "Der Zustand unserer Friedhöfe ist im Vergleich mit anderen Städten in Deutschland außerordentlich gut", sagt Patscha.

Die Verwaltung sei allerdings vom Stadtparlament angehalten worden, den bislang defizitären Haushalt der Friedhofsverwaltung auszugleichen. Vor einigen Jahren betrug das jährliche Defizit noch 260 000 Euro, nach einer "moderaten" (Patscha) Gebührenerhöhung liege man derzeit bei einem Minus von 10 000 bis 20 000 Euro pro Jahr. "Wir versuchen den Spagat", erläutert Patscha: Das Defizit ausgleichen und gleichzeitig die Pflege nicht vernachlässigen. Investitionen etwa seien kaum noch möglich.

Bitte um Geduld

Dass der Spagat nicht immer gelingt, gerade in der Urlaubszeit, wenn Arbeiter fehlen, wird von vielen Friedhofsbesuchern bemängelt. Auf manchen Wegen schießt das Unkraut üppig in die Höhe, auf Gräbern, die abgeräumt wurden, liegen tagelang die abfuhrbereite Erde und der Grünschnitt. Die Stadtverwaltung bittet um Geduld.

Alle erforderlichen Arbeiten würden erledigt, auch wenn dies manchmal ein paar Tage dauern könne. Patscha: "Wir haben einen wunderschönen Baum- und Heckenbestand auf dem Friedhof, den wollen wir erhalten."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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