In die Quellen eingetaucht

  • schließen

Jeder Deutsche verbraucht laut Statistik pro Tag 123 Liter Trinkwasser. "Fragen wir uns auch nur einmal, wo unser Wasser herkommt und wie es zu uns kommt?", fragte Peter Drausnigg, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim. Seit 130 Jahren gibt es das Wasserwerk am Großen Teich, was die Stadtwerke zum Anlass genommen haben, die Historie des Wasserwerkes in einem Buch aufzuarbeiten. "Wasserwerk am Großen Teich – Die Quelle der Wasserversorgung" lautet der Titel. Vorgestellt wurde das Buch am Mittwoch bei den Stadtwerken. Besonders interessant: Autor Alexander Jung hat nicht nur die Texte verfasst, sondern er hat auch einen persönlichen Bezug. "Wenn man Heimatgeschichte als Hobby betreibt und von seinem Arbeitgeber die Chance erhält, dazu ein Thema aufzuarbeiten, dann ist das schon ein Glücksgriff", zeigte sich der Stadtwerke-Mitarbeiter erfreut.

Jeder Deutsche verbraucht laut Statistik pro Tag 123 Liter Trinkwasser. "Fragen wir uns auch nur einmal, wo unser Wasser herkommt und wie es zu uns kommt?", fragte Peter Drausnigg, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim. Seit 130 Jahren gibt es das Wasserwerk am Großen Teich, was die Stadtwerke zum Anlass genommen haben, die Historie des Wasserwerkes in einem Buch aufzuarbeiten. "Wasserwerk am Großen Teich – Die Quelle der Wasserversorgung" lautet der Titel. Vorgestellt wurde das Buch am Mittwoch bei den Stadtwerken. Besonders interessant: Autor Alexander Jung hat nicht nur die Texte verfasst, sondern er hat auch einen persönlichen Bezug. "Wenn man Heimatgeschichte als Hobby betreibt und von seinem Arbeitgeber die Chance erhält, dazu ein Thema aufzuarbeiten, dann ist das schon ein Glücksgriff", zeigte sich der Stadtwerke-Mitarbeiter erfreut.

Für Jung steckt hinter der Historie des Wasserwerks auch eine Familiengeschichte: Sein Urgroßvater Wilhelm Seeger und sein Großonkel Hans Seeger waren dort als Wasserwerksmeister tätig, bewohnten die dortige Maschinistenwohnung. "In dem Gebäude ist auch meine Mutter Sonja geboren und aufgewachsen", berichtete Jung.

Mehr Kurgäste – mehr Wasser

Schon lange war es den Stadtwerken ein Anliegen, die Historie des Wasserwerks in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch Karlheinz Mühl leistete einen wichtigen Beitrag. Als jahrelanger Mitarbeiter der Stadtwerke kennt er sich wie kein anderer mit den technischen Details aus. Ende des Jahres wird er in den Ruhestand verabschiedet. Wie sein Kollege Jens Schikowski stand auch er Jung mit seinem Fachwissen zur Seite. "Letztendlich war sehr viel Material vorhanden", sagte Jung, "Daher ist das Buch nun noch umfangreicher geworden." "Ein Glücksfall", betonte Bürgermeister Klaus Kreß. Die Stadtwerke und Autor Jung hätten einen bleibenden Wert geschaffen, sorgten dafür, dass Fachwissen nicht verloren gehe.

Mit informativen Texten, historischen Dokumenten, Grafiken und Bildmaterial aus Archiven und privaten Fotoalben der Familien Jung und Herdt werden nun tiefe Einblicke in ein bislang unbekanntes Kapitel der Bad Nauheimer Geschichte gewährt. Die Historie des Wasserwerks ist eng mit dem Aufstieg des Weltbades Nauheim verknüpft. Jung beginnt mit seinen Dokumentationen im Jahr 1885/86, als der Gedanke reifte, ein Wasserwerk in der Stadt zu bauen. Nach Verhandlungen, Bauplänen und Bohrungen konnte das Wasserwerk am 2. Mai 1889 in Betrieb genommen werden. Schon wenige Jahre später stieg die Zahl der Kurgäste und somit auch der Wasserverbrauch. Auf eine Dampfmaschine folgte bald eine weitere – und die Suche nach neuen Wasserquellen. Neben dem Wasserwerk entstand auch eine Eisfabrik – als Wirtschaftsfaktor mit vielen Vorteilen, konnte hier doch der enorme Bedarf der Badeanlagen, Hotels und Gaststätten gedeckt werden.

Autor Jung geht auf viele bedeutende Entwicklungen ein – von Verträgen zwischen Staatsbad und Stadt, großen Einschnitten während des Zweiten Weltkrieges, über den trockenen Sommer 1947, spätere Modernisierungen, die Verknüpfung zum Eisstadion bis hin zum heutigen Zustand des Wasserwerks. Bei seinen Recherchen stieß der Autor auf Dokumentationen des technischen Leiters Harald Mendel. "Er hatte bereits eine zwölfseitige Abhandlung verfasst, diese wurde aber nie gedruckt." Auch begab sich Jung selbst auf Spurensuche. Gemeinsam mit Karlheinz Mühl besuchte er die Standorte der sechs Hochbehälter. "Ohne Unterstützung kommt kein Autor aus", sagte Jung, der sich bei allen Beteiligten, darunter auch Johann Petek (Layout), Stadtarchivarin Brigitte Faatz und Annette Wetekam von den Stadtwerken bedankte. Das heutige Wasserwerk und sein Gelände dürfe man nicht dem Zufall überlassen, forderte Drausnigg. Daher stünden bereits Überlegungen im Raum, wie man es zukünftig nutzen und für nachfolgende Generation erhalten könne. (Fotos: cor/pm)

Das Buch "Wasserwerk am Großen Teich" ist ab Montag, 15. April, im Kundencenter der Stadtwerke Bad Nauheim in der Hohen Straße 14–18 für 9,50 Euro erhältlich. Eine weitere Präsentation des Buches wird am morgigen Sonntag um 10 Uhr während der Ernst-Ludwig-Buchmesse im Hörsaal des Max-Planck-Instituts angeboten. Das Buch kann auch bereits auf der Buchmesse gekauft werden. 500 Exemplare sind in erster Auflage erschienen.

Quelle: Wetterauer Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare