Ludwigstraße: Verbesserung der Bausubstanz schreitet voran

Bad Nauheim (bk). Das ehemalige Hotel Bristol hat sich nach umfassender Sanierung bereits vor Jahren zu einem architektonischen Schmuckstück gemausert, das Café König wurde ebenso optisch aufgewertet wie das Eckhaus Ludwigstraße/Bahnhofsallee. Die Verbesserung der Bausubstanz in der Ludwigstraße, die zentral in der Innenstadt gelegen ist, soll jetzt mit einem weiteren Projekt fortgesetzt werden.

Wie der Bad Nauheimer Architekt Christian Wohlgemuth im Gespräch mit der WZ erklärt, sei in den nächsten Tagen mit dem Beginn der Abrissarbeiten auf den Grundstücken mit den Hausnummern 9 und 11 zu rechnen. "Geplant sind 20 bis 30 neue Wohneinheiten, die zum Teil vermietet, zum Teil verkauft werden", sagt der Investor, der bereits zahlreiche Sanierungs- und Neubauvorhaben in Bad Nauheim verwirklicht hat. Im Rathaus werden die Aktivitäten begrüßt, wie Jürgen Patscha, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, betont: "Die einmalige Bäderarchitektur an dieser Stelle wird noch attraktiver."

Bei den Wohngebäuden in der Ludwigstraße - in ein paar Schritten sind Sprudelhof und Parks erreicht - handelt es sich eigentlich um eine der besten Adressen der Kurstadt. Gleichwohl stehen dort laut Wohlgemuth mehrgeschossige Häuser seit Jahren leer: die Ludwigstraße 11, die 9a und der hintere Teil der Nummer 9. Diese drei Immobilien sollen nach Angaben des Architekten abgerissen werden. "Die beauftragte Firma will am 7. Februar loslegen, die Arbeiten werden vier bis sechs Wochen dauern", sagt der Bauherr und Chef der Pro BN Immobilien GmbH, die als Investor auftritt. Ebenfalls verschwinden werden Garagen im Hinterhof.

Mit der Denkmalschutzbehörde sei es im Vorfeld zu einer Einigung gekommen. Das war offenbar nicht ganz so schwierig, weil die Gebäude selbst nicht unter Schutz stehen, sie gehören allerdings zum Ensemble Sprudelhof und müssen sich deshalb bezüglich der Gestaltung der Umgebung anpassen.

Die Gebäude befinden sich seit längerer Zeit im Besitz des Architekten, der zurzeit ein größeres Bauprojekt an der Ecke Burgallee/Auguste-Viktoria-Straße fertigstellt. Wohlgemuth hatte genügend Zeit für erste Gespräche mit den beteiligten Behörden. "Über die wichtigsten Eckpunkte besteht Klarheit, das betrifft nicht zuletzt die Maße der Neubauten", meint der Investor. Die neuen Wohnhäuser auf den beiden insgesamt 2600 Quadratmeter großen Grundstücken sollen fünfgeschossig werden, die vorgesehenen Abmessungen ähneln denen der bestehenden Bauwerke und der Nachbargebäude. Auf beiden Parzellen ist je eine Tiefgarage geplant. Der vordere Teil des Hauses Ludwigstraße 9, der vermietet ist, bleibt erhalten und wird saniert. Der hintere Abschnitt wird ebenso abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wie die 9a. Dem Erdboden gleichgemacht wird auch die Nummer 11. Vorgesehen ist dort ein zweiteiliges Wohnensemble, das durch ein "Gelenk" verbunden werden soll.

"Bis zum Frühjahr wird die Detailplanung abgeschlossen sein. Im Sommer rechne ich mit der Baugenehmigung, im Herbst könnte mit den Arbeiten begonnen werden", schildert der Architekt seine Zeitvorstellungen. Eine Restaurierung kommt aus Sicht Wohlgemuths für den größten Teil der Bausubstanz, die er im Herbst 2009 und Frühjahr 2010 gekauft hat, nicht in Frage. Nicht einmal für das Haus 9a, das erst vor vier Jahren saniert worden sei. "Auch das ist in einem schlechten Zustand, weist bereits wieder Schäden auf", sagt der Investor. Die Neubau-Wohnungen werden unterschiedliche Größen haben.

Von der Stadt wird das Projekt begrüßt, wie Patscha deutlich macht. Verbunden sei damit eine weitere Attraktivitätssteigerung dieses Teils der Innenstadt. Einigkeit sei über Abmessungen und Dachformen der Neubauten erzielt, bei den weiteren Gesprächen werde es nicht zuletzt um die Fassadengestaltung gehen.

Um das Bauvorhaben genehmigungsfähig zu machen, muss die Politik eine wichtige Voraussetzung schaffen. Notwendig ist ein Satzung für Abstände und Abstandsflächen. "Bei Neubauten gelten eigentlich die Bestimmungen der Hessischen Bauordnung. Diese Vorschriften ließen aber Abstände zwischen den einzelnen Gebäuden, wie sie in der Ludwigstraße historisch gewachsen sind, heute gar nicht mehr zu", erläutert der Fachbereichsleiter. Ein Beispiel: Ein mehrgeschossiges Gebäude, das nur drei Meter vom Nachbarhaus entfernt stehe, dürfe dort gemäß Bauordnung nicht errichtet werden. Mit der Satzung solle der Investor deshalb von bestimmten Vorschriften befreit werden. Patscha: "Das ist auch im Interesse der Stadt, schließlich wollen wir das geschlossene Erscheinungsbild der Straße erhalten."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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