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Ein Skaterparadies könnte auf diesem Goldsteinpark-Areal entstehen. Doch nach wie vor fehlt die Zusage der Politik.

Skaterpark Bad Nauheim

Goldsteinpark: Lions Club will nicht ewig warten

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Ein paar Gespräche führen, planen, Baurecht schaffen, Sponsoren suchen, loslegen – alles sollte zack, zack gehen. Der Lions Club fragt sich, ob das noch was wird mit der Skateranlage im Goldstein.

Im Jahr 2014 hatte alles begonnen. Damals waren Mitglieder des Jugendbeirats mit der Idee an den Lions Club Hessischer Löwe Bad Nauheim herangetreten, einen Skaterpark zu bauen. Das Konzept: Die Jugendlichen machen Gestaltungsvorschläge, unter Einbindung eines Skateboard-Profis und einer Spezialfirma wird ein Design entwickelt, die "Löwen" übernehmen die Projektleitung und werben Sponsoren. "Nach zwei, drei Treffen und Gesprächen mit der Stadt war die Grundlage geschaffen. Wir hatten den Eindruck, das läuft schon", sagt Gordon Kirstein, der als Past-Präsident der Lions die Federführung übernommen hat.

Eine positive Entscheidung der politischen Gremien wurde für Ende 2015 av isiert. Anfang 2017 ist immer noch alles offen, denn die Neugestaltung des Goldsteinparks ist in der Politik umstritten: Einige favorisieren den Greifvogelpark, andere die Skaterbahn – beides zusammen geht nicht (siehe weiteren Artikel).

Noch sind Gordon Kirstein, seine Mitstreiterin Katrin Lindow-Schröder und andere Mitglieder des Lions-Fördervereins begeistert von dem Projekt. Nach Angaben des Past-Präsidenten könnte auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern eine der attraktivsten Anlagen Deutschlands entstehen, die nicht nur für die unterschiedlichen Skateboard-Stile, sondern auch für BMX-Fahrer, Inliner und selbst für kleine Kinder mit Laufrädern geeignet ist. Mit im Boot der Planer sitzt der "Papst der internationalen Skateboard-Szene", der dänische Profi Rune Glifberg. CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier möchte die Schirmherrschaft für den Skaterpark übernehmen. Er ließ sich von den Lions überzeugen, dass ein solches Projekt Kinder und Jugendliche von der Straße holt, zur Integration von jungen Leuten mit ausländischen Wurzeln beiträgt und gleichzeitig als Anti-Drogen-Programm dient. Denn Drogen sind laut Katrin Lindow-Schröder in der Szene verpönt. Gerade dieser soziale Aspekt hat die Lions überzeugt, sich als "Möglichmacher", nicht als Financier zur Verfügung zu stellen.

"Kein Euro wird über unser Konto laufen. Dank unserer Kontakte könnten wir aber zwei, drei Unternehmen gewinnen, die eine solche Investition stemmen", sagt Kirstein. Ein kleiner Verein mit 30 Mitgliedern könne ein solches Vorhaben aus Eigenmitteln gar nicht verwirklichen. Im Moment geht der Förderverein von "deutlich mehr als 100 000 Euro" für eine Anlage mit 35 Hindernissen aus, die auch Sportler aus anderen Bundesländern und Profiteams anlocken würde. Alles hängt am Bebauungsplan: Erst wenn die rechtlichen Voraussetzungen für die Projektrealisierung gegeben sind, können Sponsoren davon überzeugt werden.

Wie Lindow-Schröder anmerkt, ist die Planungsphase nicht abgeschlossen; kommt weniger Geld rein, muss abgespeckt werden. Bauherr, Eigentümer und Betreiber soll die Stadt werden, die sich auch um Wartung und Pflege kümmern müsste. Nach Angaben der Initiatoren werden nur geringe Folgekosten anfallen, weil die Anlage aus Beton und Stahlelementen vandalismussicher sei. Eine Lärmbelästigung sei ebenfalls nicht zu erwarten. Kirstein: "Grafitti sind erwünscht, dann wird nicht woanders gesprayt."

Der Skatepark lasse sich nicht mit bestehenden Anlagen in Nieder-Mörlen (Erbwiesen) und Friedberg vergleichen. Diese Bahnen seien nur für eine Skater-Disziplin geeignet, bei fortgeschrittenen Sportlern stelle sich bald Langeweile ein. Der Skatepark wäre deutlich attraktiver, soll werktags 80 bis 100 Leute, an den Wochenenden bis zu 250 Nutzer anlocken. Der Standort in Bahnhofsnähe sei ideal.

Die neue Anlage auf den Erbwiesen zu errichten, um den Greifvogelpark am Goldstein zu ermöglichen, kommt für den Lions-Club nicht in Frage. "Das steht fest. Dort ist Hochwassergebiet, was die Kosten erhöhen würde. Zudem liegt die Grünfläche zu nahe am Wohngebiet", erklärt Kirstein. Für das Projekt komme nur die Kernstadt infrage, zumal dort große Schulen zu finden seien.

Weil die parlamentarischen Gremien nicht zu Potte kommen, werden im Lions Club laut Lindow-Schröder inzwischen kritische Stimmen laut. "Der Skatepark wird zum Spielball der Politik." Die "Löwen" wollen verstärkt die Werbetrommel rühren, sowohl in Gesprächen als auch im Internet. Kirstein war bereits in der CDU-Fraktion zu Gast, wo es auch Stadtverordnete gibt, die von den Plänen nicht begeistert sind. Erstaunt ist der Verein von der Reaktion der Freien Wähler, die eher für den Greifvogelpark plädieren.

Lindow-Schröder: "Ein konkretes Gesprächsangebot hat die UWG abgelehnt." Vielleicht komme es doch noch zum Treffen. Wie der Past-Präsident betont, werden die Lions ihre Offerte nicht "bis ultimo" aufrechterhalten. "Spätestens Ende 2018 muss das Baurecht geschaffen und die Finanzierung gesichert sein", sagt Kirstein. Für den Bau der Anlage reichten vier Wochen aus.

Der Förderverein des Lions Clubs Hessischer Löwe Bad Nauheim bietet allen interessierten Bürgern im Internet stets aktuelle Informationen zum Thema Skatepark. Die Adresse: www.goo.gl/5WX4yS.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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