Elvis-Wochenende

Nur Festival-Team rundum zufrieden

Die Besucherzahl wird auf 10 000 geschätzt, selten war die Stimmung beim European Elvis Festival Bad Nauheim so gut wie in diesem Jahr. Erstmals kamen Gäste aus Indonesien.

Besonders warm war es am Wochenende nicht, trotzdem wurde auch der kleine Schlafwürfel am Gradierbau I gebucht. Der Grund: Wegen des Elvis-Festivals waren alle Hotelzimmer und Ferienwohnungen in Bad Nauheim belegt. "Die Gäste sind nachts um 2 Uhr in das Sleeperoo gekrochen und morgens früh wieder raus, um weiterzufeiern", schmunzelt Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus (BNST) GmbH. Die Übernachtungszahlen sind ein Gradmesser für den Erfolg der 18. Auflage dieser Veranstaltung.

Ein weiteres Indiz ist der Ticketverkauf. Laut Heiderich wurden deutlich mehr Karten veräußert als 2018. "Ein Rekordergebnis gab es bei der Fackelführung am Freitagabend, an der etwa 150 Leute teilnahmen." Schlangen bis raus auf den Elvis-Platz bildeten sich bei den Autogrammstunden der Stargäste Linda und Sam Thompson. "Linda war immer nett, immer freundlich, hat tolle Geschichten erzählt", sagt die Vorsitzende der Elvis-Presley-Gesellschaft, Maria Hesterberg. Die ehemalige Lebensgefährtin des King of Rock ’n’ Roll mache sich rar. Außer in Bad Nauheim sei sie bislang nur in Australien, Dänemark und England aufgetreten, in den USA gar nicht. Beim Festival sei sie mit Humor und Eloquenz sehr gut angekommen, berichtet auch Katja Heiderich.

Dauerstau in Parkstraße

In Sachen Musik spricht Maria Hesterberg von zwei Höhepunkten: "Elvis in Memphis" am Samstagabend und "Elvis - From the 50s to Gospel" am Sonntagnachmittag. "Die Besucher waren absolut geflasht." Nach Aussage der Stadtmarketing-Chefin waren diese Konzerte so gut wie ausgebucht, was auch für die Freitagabend-Party galt. In der Stadt war außergewöhnlich viel los, die Stimmung bestens. Zudem spielte das Wetter bis Sonntagnachmittag besser mit, als die Meteorologen vorhergesagt hatten. "Es ist alles super gelaufen, wir freuen uns über die Besucherzahlen", lautet Heiderichs Fazit.

Sie und Maria Hesterberg halten es auch für erfreulich, dass die Innenstadt mehr ins Festival-Geschehen einbezogen wird. Läden seien für das Event hübsch dekoriert gewesen, einige Geschäftsleute hätten Stände aufgebaut. "Es gibt eine stetige Weiterentwicklung. Ich würde mir allerdings wünschen, dass noch mehr mitmachen", sagt Katja Heiderich. Dieses Thema wird ein Punkt der Nachbesprechung zwischen Stadt und Elvis-Presley-Gesellschaft sein.

Dann wird es auch um Finanzen und Verkehr gehen. Gedanken machen sich die Verantwortlichen über die Lage in der Parkstraße, wo Staus am Samstag und Sonntag der Normalzustand waren. Nach Aussage der Geschäftsführerin wird die Situation ständig beobachtet, die Veranstalter stünden in Kontakt mit den Verkehrsbehörden. Anders als beim Christkindlmarkt hat sich die Stadt bislang nicht zu einer Sperrung der unteren Parkstraße durchgerungen.

Wenig los im Museumshof

Durchwachsen fällt dagegen die Bilanz des Elvis-Presley-Vereins (EPV) Bad Nauheim-Friedberg aus. Mit dem organisatorischen Ablauf des 12. Elvis Weekends war Vorsitzender Günter Kiefer mit kleinen Ausnahmen zufrieden, die Besucherzahl ließ aber zu wünschen übrig. "Im Museumshof war ziemlich wenig los, das gebe ich zu." Die Gründe müssten analysiert werden, vielleicht sei das Livemusik-Programm zu dürftig gewesen.

Am Freitagabend verzichtete der EPV auf Livemusik, weil beim Feierabendtreff auf dem Elvis-Platz parallel ein Gratis-Programm geboten wurde. Am Sonntag gab es im Museumshof ebenfalls keinen Auftritt. Erfahrungsgemäß treten viele Fans am Nachmittag den Heimweg an. "Höhepunkte waren die drei ausgebuchten Bustouren und der Besuch von Karatekämpfer Bill Wallace, der sich als sehr unterhaltsam erwiesen hat", sagt Kiefer. Schief gelaufen ist nach seinen Worten der Oldtimer-Aufenthalt. "Die Autos sollten auf dem Elvis-Platz Station machen, den wir wegen den Wochenmarkts aber erst ab 15 Uhr zur Verfügung hatten. Das hat den Fahrern zu lange gedauert."

Der Vorstand wird sich zusammensetzen und über Konsequenzen aus dem diesjährigen Verlauf nachdenken. Kiefer: "Wir haben etwas Neues versucht, zum Beispiel den Zeitzeugen Wallace. Es kann dauern, bis solche Änderungen angenommen werden."

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