Im Zeichen des King

Elvis-Fans gedenken in Bad Nauheim ihres Idols

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Zum European Elvis Festival reisen Fans von überall nach Bad Nauheim. Dazu gehört auch das Niederlegen von Blumen, Bildern und Kerzen an der Elvis-Stele.

Gudrun und Peter Schrötter sind aus Bremen zum European Elvis Festival angereist, das an diesem Wochenende in Bad Nauheim gefeiert wird. "Seit 2011 kommen wir jedes Jahr hierher", erzählt Peter Schrötter. Aber auch beim ersten Festival 2001 waren sie schon dabei. "Das war eigentlich das schönste. Da fand das Festival noch in der Trinkkuranlage statt, und es waren viel mehr alte Cadillacs zu sehen." Gerade steht ein knallroter Deville gleich neben der Elvis-Stele, vor der sich viele Fans fotografieren, Kerzen aufstellen oder Blumen niederlegen. "Wir kommen wegen der Musik und natürlich wegen der Autos", sagt Schrötter, Oldtimer seien sein Steckenpferd. Aufgewachsen sei er eigentlich mehr mit der Musik der Beatles und der Rolling Stones, inzwischen sei er aber auch Fan von Elvis’ Musik. Angereist seien sie schon am Mittwoch, denn in der Kurstadt gebe es auch sonst vieles zu entdecken: "Vor ein paar Tagen habe ich die Sendung im Hessischen Rundfunk über Bad Nauheim gesehen. Da war auch für mich viel Neues dabei, zum Beispiel ›Willy’s Pub‹ mit den vielen Whiskyverpackungen an der Decke." Am besten gefalle ihnen der Fackelzug, der traditionell am Freitagabend stattfindet und vom Johannisberg zur Stele führt. "Die vielen Lichter zu sehen, ist einfach jedes Mal ein Erlebnis".

Ullrich Weidert kommt mit seiner Frau aus Usingen. Sie seien nur heute mal hier zum Schauen und zum Fotografieren, berichten sie. "Die Stele mit den Kerzen und der ganzen Deko erinnert mich an Graceland", sagt Weidert, "auch das Grab dort ist immer von Fans mit Stofftieren und Blumen dekoriert". Auf einer USA-Reise besuchten die beiden Graceland, sahen Elvis’ Schlafzimmer, seine Gitarren und Schallplatten. Besonders beeindruckt habe ihn der Besuch bei SUN-Records in Memphis, sagt Ullrich Weidert: "Hier hat ja nicht nur Elvis seine Musik aufgenommen, sondern viele andere Stars, wie Johnny Cash." Auch er sei in seiner Jugendzeit kein Elvis-Fan gewesen, doch heute liebten seine Frau und er die Musik – "auch die eher kitschigen Stücke wie ›Muss I denn…‹"

Einmal Elvis’ Tochter treffen

Eine Gruppe englischer Fans wartet gerade darauf, in das Allerheiligste eingelassen zu werden: Elvis’ Schlafzimmer im Hotel Grunewald. Da sie über 40 Personen in der Reisegruppe sind, müssen sie sich aufteilen, also werden an der Stele Fotos gemacht. Blumen haben sie schon am Donnerstagabend niedergelegt – zu Elvis’ Todestag. "Gestern ist Aretha Franklin verstorben", sagt eine der Frauen traurig, "The King and the Queen died on the same day" – der King of Rock’n‘ Roll und die Queen of Soul starben am gleichen Tag. Die Besucher aus England gehören zu "Strictly Elvis UK", der größten britischen Fanorganisation, die schon zu Elvis’ Lebzeiten Reisen nach Las Vegas organisierte und heute Gruppenreisen zu Elvis-Events auf der ganzen Welt anbietet. Viele sind schon jahrelang dabei, aber auch neue kommen hinzu: "Wir haben uns über Elvis kennengelernt, und viele von uns sind seit langen Jahren befreundet." Inzwischen seien sie wie eine große Familie. Auch in England, in Great Yarmouth, veranstaltet die Fanorganisation seit 38 Jahren ein Elvis-Festival auf dem sie sich regelmäßig treffen.

Tanja Baier legt gerade ein Elvis-Bild an der Stele ab. Sie ist mit ihrer Freundin Claudia Froemler aus Böblingen angereist. "Ich komme schon seit zehn Jahren und buche immer schon gleich für das kommende Jahr", sagt sie. Seit ihrem 15. Lebensjahr sei sie Elvis-Fan. "Wenn man nicht in Memphis sein kann, muss man hierher" – aber auch in Memphis war sie schon mehrere Male. Das Ritual, zu Elvis’ Todestag Kerzen vor der Stele aufzustellen, gehöre für sie als Fan einfach dazu. Vom Elvis-Festival ist sie begeistert: "Ich hätte nie gedacht, dass man hier so viele Stars kennenlernen kann." Musiker aus Elvis’ TCB-Band habe sie kennengelernt, Mitglieder der "Memphis Mafia" – und Priscilla habe sie auf einer Schiffsreise getroffen. "Mein großer Traum ist es noch, Elvis’ Tochter Lisa Marie zu treffen."

Quelle: Wetterauer Zeitung

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