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Eltern bitten um Hilfe: Giuliano aus Bad Nauheim will wieder sehen

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Marek Vlach und Melat Tesfay wollen ihrem Sohn helfen, seine Gesundheit bestmöglich zu verbessern, wie nun durch die Therapie in Berlin. © Petra Ihm-Fahle

Der 11-jährige Giuliano aus Bad Nauheim ist aufgrund einer Krankheit blind. Nach viel Suche fanden die Eltern eine Therapie, die helfen könnte. Sie ist jedoch teuer.

Bad Nauheim – Um die Sehfähigkeit ihres körperbehinderten Sohns Giuliano zu verbessern, wollen Marek Vlach und Melat Tesfay den Elfjährigen einer Therapie in Berlin unterziehen. Da die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, bittet das Paar um Spenden.

Wenn Marek Vlach über die Krankheit seines Sohns Giuliano (11) spricht, muss er an manchen Stellen der Erzählung weinen. „Es war im April 2016, als meine Frau Giuliano von der Kita abholen musste, weil es ihm schlecht ging. Er hatte sehr starke Kopfschmerzen“, blickt der Bad Nauheimer zurück. Den Vater, der damals gerade in Prag war, erinnerte das sofort an seine Kindheit. Im Alter von sieben Jahren hatte er eine Hirnhautentzündung (Meningitis) erlitten. „Ich musste mehrere Jahre mit den Folgen kämpfen“, schildert er.

2016 fiel Giuliano aus Bad Nauheim ins Koma: Seither kann er, unter anderem, nicht mehr sehen

Telefonisch bat er seine Frau Melat Tesfay daher, den Sohn sofort in die Kinderklinik zu bringen. Gesagt, getan. „Als sie ankamen, schlug sich Giuliano immer wieder an die Stirn, um dem Arzt zu zeigen, dass er nicht mehr kann.“ Der Mediziner habe ihn untersucht, aber die Encephalitis (Gehirnentzündung) nicht erkannt, sondern eine Grippe diagnostiziert. „Er schickte ihn mit einem Antibiotikum nach Hause“, berichtet sein Vater. Zwei Tage später fiel Giuliano ins Koma, aus dem er erst nach 60 Tagen im Krankenhaus erwachte. „Mama, Papa, wo seid ihr? Ich brauche euch!“ Das waren seine ersten Worte, die seine Mutter hörte, die am Krankenbett saß. Vlach kommen die Tränen, während er darüber redet.

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In Bad Nauheim sind mittlerweile mehr als 250 Geflüchtete aus der Ukraine angekommen und die Stadt hat ein Gebäude für die Unterbringung von 150 Menschen an der Hand.

Schnell stellte sich heraus, dass Giuliano schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Encephalitis erlitten hatte. Der Sehnerv war beschädigt, er konnte die Lider nicht öffnen und nicht laufen. Seine Hände und Füße waren nach innen gedreht. Obwohl die Schäden weitgehend irreparabel sind, hat sich durch Therapien und Hartnäckigkeit von Mutter und Vater einiges verbessert. Beide Eltern sind berufstätig. Vlach, ein Restaurantfachmann, ist aktuell in der Bad Nauheimer Hotellerie aktiv. Da er spätabends und nachts, seine Frau tagsüber arbeitet, können sie ihr Kind wechselweise betreuen.

Teure Therapie in Berlin: Sie könnte bei der Genesung Giuliano aus Bad Nauheim helfen

Giuliano kann mittlerweile wieder selbstständig essen und spielen. Doch vermutlich wird er für immer an den Rollstuhl gefesselt sein. In der Augenklinik stellten die Ärzte fest, dass die Netzhaut und der Sehnerv komplett zerstört waren. Während sich die Netzhaut wieder regenerieren könne, sei das beim Sehnerv nicht möglich. „Zumindest besagt das die Schulmedizin“, fügt Vlach hinzu. Eine Nichte seiner Frau Melat studierte damals an der Harvard University in den Vereinigten Staaten und beschloss, sich des Falls anzunehmen. „Sie hat die Befunde an drei US-amerikanische Kliniken geschickt – und alle bestätigten: Der Sehnerv ist geschädigt, man kann nichts machen.“

Ein Professor berichtete allerdings von alternativen Therapiemöglichkeiten und verwies unter anderem auf die Fedorov-Restore-Vision-Klinik in Berlin, die laut dem Ehepaar mit der Charité kooperiert. Giulianos Eltern schickten die Befunde dorthin und erhielten die Antwort, dass der Junge ein Fall für die Klinik sei. Bereits vor zwei Jahren wäre eine Behandlung möglich gewesen, doch wegen der Pandemie war es dem Paar zu riskant. Nun haben sie in Bälde einen neuen Termin: Vom 18. bis 28. Juli soll ihr Sohn behandelt werden. Dabei erhält er täglich jeweils 90 Minuten lang Stromimpulse. „Es geht darum, den Sehnerv anzukurbeln, um die Sehkraft zu steigern. Pro Behandlung kostet das 600 bis 700 Euro“, schildert Vlach.

Er tut es für sein Kind: Eltern von Giuliano aus Bad Nauheim bitten um Hilfe

Hochgerechnet auf zehn Tage ist das eine Menge Geld, hinzu kommen die Kosten für die Unterbringung im Hotel. Für die kleine Familie ist dieser Betrag schwer aufzubringen. Wenn die Behandlung anschlägt, was wünschenswert ist , muss sie fortgesetzt werden und es fallen weitere Kosten an. Insofern bittet das Paar um Spenden, um dem Sohn eine Gesundung der Augen zu ermöglichen.

Giuliano, der die Johann-Peter-Schäfer-Schule in Friedberg besucht, ist unglücklich über seinen Zustand. „Er weint jeden Tag, wacht nachts auf und fragt, wann er endlich wieder gesund wird“, berichtet sein Vater. Seinen Sohn so verzweifelt zu sehen, macht ihn sehr traurig. Es ist Marek Vlach unangenehm, um Geld zu bitten, doch er tut es für sein Kind.

Das Spendenkonto: Giuliano aus Bad Nauheim möchte wieder sehen

Um die Behandlung an der Fedorov-Restore-Vision-Klinik für ihren elfjährigen Sohn Giuliano zu ermöglichen, bitten Marek Vlach und Melat Tesfay aus Bad Nauheim um Spenden. Wer sich beteiligen möchte, kann dies unter der Bankverbindung IBAN DE24 5185 0079 1030 0498 17 bei der Sparkasse Oberhessen tun. Kontoinhaberin ist Melat Tesfay Samuel, das Stichwort lautet »Giuliano«. Auch über Paypal gibt es die Möglichkeit zur Spende, der Empfängername melat.tesfay@yahoo.de. (ihm)

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