Zauberer Marc Weide

Einer, der nicht erwachsen werden will

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  • Harald Schuchardt
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Wie kommt der 20-Euro-Schein in die Zitrone? Das weiß Marc Weide, denn er ist Zauberer. Bei "Zugluft" ist er ganz nah am Publikum, doch hinter seine Tricks kommen die Zuschaeur nicht, Oder doch?

Es war eine zauberhafte Zugfahrt für die Besucher im Zug der Eisenbahnfreunde Wetterau am Freitagabend, was in erster Linie an Marc Weide, dem Jungstar in der deutschen Zauberelite, lag. Bei der Veranstaltungsreihe "Zugluft" trat er mit seinem aktuellen Programm "Hilfe, ich werde erwachsen" im vollen Theaterwagen auf und das während der Zug durch die Wetterau rollte.

"Wenn ich schon in einem Zug auftrete, dann richtig" war die Begründung Weides, der seinen "fahrenden" Auftritt sichtlich genoss. "Willkommen im Hobbit-Express, das wird eine tolle Zugfahrt", versprach der 26-Jährige, der schon mit elf Jahren seiner Mutter erklärt hatte: "Wenn ich erwachsen bin, werde ich Zauberer".

Dass er schon als Kind zauberte, zeigte er zum Auftakt in einem Film, in dem er an seinem 12. Geburtstag vor seiner Familie zahlreiche Zaubertricks vorführte. Was daraus wurde, ist mehr als nur Zauberei, es ist eine Art "Zauber-Entertainment", mit dem Weide ein ums andere Mal begeisterte. Seine Tricks ergänzt er mit spontanen Kommentaren, kleinen Texten und einem Hauch von Stand-up-Comedy.

Aus Löffel wird Gabel

"Das brauche ich jetzt zur Ablenkung", meinte er, als Äste gegen die Scheibe schlugen und für "seltsame Geräusche" (Weide) sorgten. Spontan schenkte Weide eine aus einem schwarzen Tuch hervor gezauberte Flasche Cola dem zehn Jahre alten Florian, dem jüngsten Besucher im Zug. Weide, der schon mit 16 Mitglied im magischen Zirkel wurde, gelang es immer wieder, die Zuschauer mit eigentlich alt bekannten Zaubereien zu verblüffen, in dem er einfach neue Komponenten hinzufügte oder mehrere Zaubertricks miteinander kombinierte.

So wollte er einen Löffel verbiegen, wie einst Uri Geller, steckte diesen in den Mund und holte eine Gabel heraus. Immer wieder kam er auf seine Kindheit zu sprechen, führte ein spaßiges Video vor, in dem er Kindergartenkinder zum Thema Erwachsenwerden befragte. Mit dabei hatte er einen Schulranzen, aus dem er immer wieder etliche Requisiten, wie den Zauberwürfel, holte. Besucher Max aus der vorderen "Mitmachreihe" fand in einem Schulmäppchen, die heraus gerissene Seite aus einem Comicheft, aus dem er zuvor ein Wort ausgesucht hatte.

Natürlich wusste Weide auch das Wort. Wie er das macht, blieb natürlich sein Geheimnis, obwohl er doch "ganz einfache Tricks" erklärte, doch diese Erläuterungen endete immer mit einer Überraschung, insbesondere bei den Kartentricks.

Bei einem Trick wurde das Publikum selbst zu Zauberern. Die verteilten vier Spielkarten pro Person wurden gemischt, in der Mitte zerrissen und auf einen der acht Schnipsel mussten sich die Gäste setzen. Dann wurde weiter gemischt, die Karten getauscht und schließlich sechs Teile einfach in die Luft geworfen.

Das letzte in der Hand verbliebene Kartensrück wurde noch mal mit dem Nachbarn getauscht, dann kam die große Überraschung: Die meisten Teile passten exakt zu dem Teil, auf dem die Besucher die ganze Zeit gesessen hatten. Das sorgte ebenso für viel Diskussionsbedarf, wie die Frage, warum der 20-Euro-Schein eines Besuchers irgendwann beim nächsten Zaubertrick mit Würfeln in einer plötzlich im Würfelbecher aufgetauchten Zitrone auftauchte.

Eine Bahngeschichte – mal ganz ohne Zauberei – passte exakt in die "Bahnfahrt-Show", die Weide unbedingt erst in Bad Nauheim beenden wollte. Das führte zu einem längeren improvisierten Zugabeblock mit Erzählungen, einem Spontan-Video-Dreh Weides und einem letzten Entfesselungstrick. "Den Abend werde ich nicht vergessen", meinte Weide schließlich. Die Besucher sicher auch nicht.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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