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Dorfflohmarkt in Rödgen und Wisselsheuim trotzt dem Regen

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Franco Tantimonaco, hier mit Ehefrau Christine, hat bei der Organisation geholfen. Da ist es Ehrensache, trotz Regens aufzubauen. © Petra Ihm-Fahle

Manchmal haben die Organisatoren tatsächlich Pech mit dem Wetter, wie am Sonntag in Rödgen und Wisselsheim. Der dritte Dorfflohmarkt war zeitweise herbstlich verregnet.

Der Blick aus dem Fenster war unerfreulich. Würde der dritte Dorfflohmarkt in den Bad Nauheimer Stadtteilen Rödgen und Wisselsheim ins Wasser fallen? Kaum hatte Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch in die regnerische Kulisse geschaut, klingelte schon wiederholt ihr Handy. Bürgerinnen und Bürger fragten, ob das Ereignis denn wirklich stattfindet. »Ich habe den Leuten dann gesagt, dass wir es machen, aber dass sie selbst entscheiden müssen, ob sie aufbauen oder nicht«, erzählt Babitz-Koch. Wie sich beim Gang durch Wisselsheim zeigt, haben sich die meisten dort fürs Mitmachen - in Garagen und unter Pavillons - entschieden.

Im Demenz-Café ist es gemütlich. Innen stehen sechs große Stände, deren Betreiber sie normalerweise draußen postiert hätten. Pia Lang, Heidy Lang und Valeska Burger sitzen auf einem Sofa, vor sich ihre Flohmarktwaren. »Wir haben heute Morgen entschieden reinzugehen. Das ist auch angenehmer für die Leute, die uns besuchen«, sagt Pia Lang. Publikum kommt zwar, jedoch: »Bei dem Wetter sind deutlich weniger Menschen unterwegs.« Margit Schmidt sitzt einen Tisch weiter. »Was ich nicht verkaufen kann, gebe ich ins Sozialkaufhaus in der Kernstadt«, hat sie sich vorgenommen.

Ortsbeiratsmitglied Ingo Kammer ist mit dem Fahrrad unterwegs, um überall nach dem Rechten zu schauen. »Von den Teilnehmern, die mir bekannt sind, habe ich niemanden gesehen, der nicht aufgebaut hätte«, freut sich der 53-Jährige.

Im Juli oder August ging es nicht

Der Verein »Schönes Dorfleben« hält im Hof von Anna Platek und ihrem Mann Patryk die Stellung. »Wegen des Wetters ist es etwas mau, aber die Würstchen und Getränke gehen gut«, sagt die 39-Jährige. Peter Heidt bietet Kleidungsstücke und Bücher an. »Ich bin stellvertretender Vorsitzender vom Dorfverein«, erläutert er, wieso er bei diesem Wetter Präsenz zeigt. Ein paar Häuser weiter sitzen Jule Schulz und Gabriel Herrmann überdacht und versuchen, Kleidung zu verkaufen. »Es ist Glück, dass wir in der Garage Platz haben«, erzählt das Paar. Dass gar nichts los sei, können sie nicht behaupten. »Es waren ein paar hier, aber sie haben nur geguckt«, erzählt Jule Schulz mit einem Schmunzeln.

Babitz-Koch bekommt verschiedentlich gesagt, der Ortsbeirat solle das Ereignis künftig wieder im Juli oder August veranstalten. Wie die Ortsvorsteherin bekennt, ist es 2022 schwierig gewesen, da sie mit der Einweihung der Martha-Lesse-Straße und dem CDU-Weinfest alle Hände voll zu tun gehabt hat. Die Organisation eines Flohmarktes sei nicht nebenbei getan, wie sie deutlich macht. Morgens war Babitz-Koch wegen des Wetters denn auch frustriert: »Ich dachte, jetzt haben wir uns so viel Mühe gegeben - und dann so was.«

Flohmarkt für Kindersachen

In Rödgen ist deutlich weniger los als vergangenes Jahr, wie sich unter anderem in der Mühlgasse zeigt. Die Anwohner sind teilweise trotzdem aktiv, sie weilen beim Kindersachenflohmarkt im Bürgerhaus. Beatrix Wisotzki und ihre Tochter Miriam gehören zu den wenigen, die in der Rödger Hauptstraße aufgebaut haben. »Wir dachten morgens erst mal ›Na, toll‹«, sagt Beatrix Wisotzki und lacht. Zehn Minuten später goss es nicht mehr, sie bauten auf und verkauften einige Kleinigkeiten.

Auch Nichtortsbeiratsmitglieder halfen bei der Organisation, beispielsweise Familie Tantimonaco. Wie Familienvater Franco schildert, ruft er immer mal wieder bei Babitz-Koch an und fragt, was anliegt. »Es hat mich gefreut, als er sagte, dass er uns unterstützen will«, sagt die Ortsvorsteherin. Morgens überlegten die Tantimonacos im ersten Moment, ihre Sachen doch nicht rauszustellen. »Aber wenn man es mitorganisiert hat, sollte man auch mitmachen«, macht der 53-Jährige deutlich. Verkauft haben seine Frau Christine und er schon einiges, da auch auswärtige Schnäppchenjäger unterwegs sind. Bei der Freiwilligen Feuerwehr endet der Rundgang, wo ein Paar heiße Würstchen guttun.

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