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»Erkunden Sie die Welt«

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Diese zehn Schülerinnen und Schüler, fast ein Viertel aller Abiturienten der Limesschule, haben einen Notenschnitt zwischen 1,0 und 1,5. © Jürgen W. Niehoff

Altenstadt (bf). »Ability (Fähigkeit) - wir gehen, weil wir es können«, unter diesem Motto fand auf dem Schulhof der Limesschule in Altenstadt jüngst die feierliche Verabschiedung der 43 Abiturientinnen und Abiturienten der Schule statt.

43 - diese Zahl ist weit von dem ursprünglich angepeilten Ziel bei Eröffnung der gymnasialen Oberstufe entfernt. Damals war die Rede von mindestens 70 Abschlussschülern pro Jahrgang. Doch der kommissarische Schulleiter Oliver Eissing wusste eine Antwort darauf: »Das ist ganz eindeutig auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Die nächsten Jahrgänge werden wieder deutlich stärker.«

Zahlreiche Glückwünsche

Doch ob 70 oder 43, den Abiturienten war es bei strahlenden Sonnenschein und guter Laune schlichtweg egal. »Wir stehen am Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Die zurückliegenden Jahre an der Schule waren manchmal schön, manchmal stressig und manchmal auch weniger schön. Aber missen möchte ich sie nicht«, fasste der scheidende Schulsprecher Luca Leon Werner die neun Jahre an der Schule zusammen. Er habe viel gelernt, darunter viel Nützliches für das Leben. Vor allem habe er Freundschaften schließen können, die hoffentlich sehr lange halten.

Auch Eissing sah den Abschied seiner Abiturienten mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Mit einem weinenden Auge, weil man in dieser Zeit eine Beziehung zueinander aufgebaut habe und man als Lehrer stolz auf das bei den Schülern Erreichte sein könne. Und mit einem lachenden Auge, weil man wieder einer großen Anzahl junger Menschen dazu verholfen habe, auf eigenen Beinen zu stehen und ihr Leben selbst bestimmen zu können. »Nutzen Sie Ihre Chance, erkunden Sie die große, weite Welt, engagieren Sie sich in der Politik und achten dabei auch auf die Ökologie, damit Sie noch lange etwas von dieser Welt haben«, appellierte Eissing.

Ebenso zufrieden zeigte sich Oberstufenleiter Christian Bauerdorf: »Wir versuchten, Sie nach Ihren individuellen Begabungen zu fördern, Ihnen umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten für Studium und/oder Beruf zu vermitteln und zeigten Ihnen den Weg für ein soziales Miteinander auf. Nun gehen Sie den Weg alleine weiter.« Tutorin Dr. Ann Kimes, Fachbereichsleiterin für Deutsch und Englisch, hatte ihre Glückwünsche sogar in Reimform gebracht. Auf eine Besonderheit wies der Elternbeiratsvorsitzende Jörg Grieshaber bei diesem Abschlussjahrgang hin. »Von den 43 Abiturientinnen und Abiturienten sind fast die Hälfte Wiedereinsteiger. Das heißt, drei von ihnen haben nach der Haupt-und 18 nach der Realschule weiter in der Oberstufe die Schulbank gedrückt. Dafür zollen wir ihnen alle Achtung.«

Ein »Jobangebot« hatte Bürgermeister Norbert Syguda parat: »Kommen Sie zu uns aufs Rathaus und machen bei uns ein freiwilliges soziales Jahr. Danach werden Sie die Welt mit ganz anderen Augen betrachten und möglicherweise auch einen anderen Beruf wählen oder einen anderen Lebensweg einschlagen.«,

Hohe Zahl guter Zeugnisse

Alle Redner hoben einen Schüler besonders hervor, den Schulsprecher der vergangenen drei Jahre, Luca Leon Werner. »Als er in der fünften Klasse zu uns kam, hat er sich erst mal verlaufen und Hilfe gebraucht. Als er in der achten Klasse war, bot er anderen Hilfe an. Und in der zehnten Klasse waren sich viele Schüler und Lehrer einig, dass er Schulsprecher werden müsse, weil er sich für andere so engagiert mit Rat und Tat einsetzte, auch wenn es ihm hätte schaden können«, lobte Verbindungslehrerin Lara Groß.

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