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Bürgermeister Syguda: »Wir sind völlig unschuldig«

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Baumaßnahmen im Bereich des Kreisverkehrs in der Ortsmitte von Altenstadt führen vor Kurzem zu einem erheblich Verkehrschaos in der Gemeinde. © Jürgen W. Niehoff

Die Nerven mancher Verkehrsteilnehmer in Altenstadt liegen blank. Seit Längerem gleicht die Gemeinde einer großen Baustelle. Bürgermeister Norbert Syguda sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, die Maßnahmen schlecht koordiniert zu haben.

Die Gemeinde Altenstadt gleicht seit geraumer Zeit einer großen Baustelle. »Jede einzelne Straßenbaumaßnahme ist schon eine Herausforderung für sich. Aber wenn dann noch mehrere zusammenkommen, dann möchte man am liebsten gar nicht mehr ans Telefon gehen«, stöhnt Altenstadts Bürgermeister Norbert Syguda (SPD).

Viele Bürger werfen ihm vor, die Baumaßnahmen schlecht koordiniert zu haben. »Dabei sind wir hier im Rathaus völlig unschuldig. Die Verursacher sind ganz andere«, erklärt Stefan Sommer, der in Altenstadt für die öffentliche Ordnung und den Straßenverkehr zuständig ist.

Aufregung in der Bevölkerung

Seit Mai vergangenen Jahres wird an der Landesstraße 3189 zwischen Altenstadt und Oberau die Nidderbrücke erneuert. Gleichzeitig wird in diesem Bereich die Fahrbahn saniert, zudem wird der Rad- und Gehweg erneuert. Dafür musste die Landesstraße komplett gesperrt werden, weiträumige Umgehungen wurden einrichtet. Verantwortlich dafür ist Hessen Mobil als Straßenbaulastträger. Die Maßnahme hat bereits für einige Aufregung in der Bevölkerung gesorgt, wurde dann aber letztendlich als unvermeidbar hingenommen.

Dann kamen allerdings vor Kurzem erhebliche Einschränkungen im Bereich des Verkehrskreisels in der Ortsmitte von Altenstadt dazu. Der Grund dafür war die Verlegung eines Glasfaserkabels unterhalb des Verkehrsknotenpunktes.

Diese Maßnahme hatte erneut nicht das Rathaus genehmigt, sondern die Straßenbaubehörde des Wetteraukreises - und zwar ohne Absprache mit der Gemeinde. Die wurde lediglich kurz vorher über die Baumaßnahmen in Kenntnis gesetzt.

»Als wir sahen, wie die Verkehrslenkung dort funktionierte, haben wir sofort Einspruch erhoben«, berichtet Syguda. Die Ampel sei beispielsweise so geschaltet gewesen, dass eine längere Phase freie Fahrt nach Oberau gewährte, obwohl diese Straße gesperrt ist.

Demnächst Montage der Leitplanken

Die über eine Woche dauernden Arbeiten hätten zu einem erheblichen Verkehrschaos mit langen Staus geführt. Auch die Anlieger seien nicht vorab informiert worden. Und schlimmer noch: Der Parkplatz vor dem Geschäft Eberhard sei vor dem Beginn der Bauarbeiten ohne jegliche Rücksprache mit der Eigentümerin Doris Köhler mit Baumaterialien und Verkehrsschildern zugestellt worden. »Frau Köhler hat mich natürlich am folgenden Morgen sofort angerufen und sich zu Recht beschwert«, berichtet Syguda.

Demnächst werden auch noch Leitplanken entlang der Bundesstraße 521 montiert, an einer Straße also, bei der die Gemeinde auch im Hinblick auf die Zeitabläufe erneut nicht mitreden kann. Dabei wird auf der Straße derzeit immer noch Glasfaserkabel durch die Ortsmitte verlegt.

Dass es auch anders geht, beweist die Gemeinde mit ihren eigenen Baumaßnahmen auf der Landesstraße 3189 im Bereich Oberau/Waldsiedlung. Dort soll die viel befahrene Kreuzung zu einem Kreisverkehr umgebaut werden.

Syguda; Gut abgestimmt

Die Maßnahmen am Oberauer Kreuz haben in diesen Tage begonnen. Also zu einer Zeit, in der die Straße sowieso wegen der Brückenbauarbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt ist und mögliche Einschränkungen nur die unmittelbaren Anwohner betreffen.

Die Zufahrt nach Oberau wird in den kommenden drei Monaten nur über die Kreisstraße 232 und das Neubaugebiet Oberau-Süd III möglich sein. Der Verkehr aus dem und in das Gewerbegebiet Waldsiedlung kann dagegen auch in dieser Zeit fließen.

»Weil das so gut aufeinander abgestimmt ist, werden beide Baumaßnahmen, also Brücken- und Straßensanierung sowie Bau des Kreisverkehrs auf der Landesstraße 3189, schon zum Ende der Sommerferien und nicht erst Ende des Jahres fertig«, kündigt Syguda zufrieden an. Dann würden auch automatisch die Beschwerden zu der gelegentlich nicht sehr erfreulichen Verkehrssituation in Altenstadt der Vergangenheit angehören.

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