Andreas Winkelmann liest in Nieder-Ofleiden in der Halle 17 aus seinem Thriller "Das Fundstück". FOTO: PM
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Andreas Winkelmann liest in Nieder-Ofleiden in der Halle 17 aus seinem Thriller "Das Fundstück". FOTO: PM

Zwölf knarrende Stufen

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Homberg(pm). "Guten Abend, mein Name ist Frank Kodiak, ich bin ein Psychopath mit gespaltener Persönlichkeit, und ich lese Ihnen heute vor." Vereinzeltes Glucksen und Grinsen war aus dem Zuschauerraum wahrzunehmen, in dem wegen der Corona-Vorschriften nur 50 Gäste Platz nehmen durften. "Ich lebe mit meiner Familie in einem Haus am Wald, und teile mir meinen Schreibtisch, mein Haus und meine Frau mit Andreas Winkelmann", so fuhr Frank Kodiak fort. Hätten es seine Fans nicht besser gewusst, dann hätte sich durchaus Entsetzen breit machen können.

Grausiger Fund

Andreas Winkelmann ist der Name des Autors, der am Freitagabend in Nieder-Ofleiden in der Halle 17 aus seinem Thriller "Das Fundstück" las. Das Fundstück erschien aus Marketinggründen unter dem Pseudomyn Frank Kodiak.

Frank Kodiak ließ zwei Personen aus dem Publikum bei seinem Thriller mitspielen. In dem Buch wird ein You-Bus (ähnlich den Flixbussen) von einem Fahrer namens Holger gelenkt. Diesem Fahrer verpasste Frank Kodiak nun kurzerhand den Vornamen eines Gastes: Nico. Nun entdeckt also Nico in dem Bus einen vergessenen Koffer mit einem grausigen Fund. Und Sylvia, eine junge Studentin, wurde kurzerhand zu der anwesenden Anna. Anna, die im Bett liegt und hört, wie offenbar jemand versucht, die zwölf knarrenden Stufen zu ihrem Schlafzimmer zu erklimmen, ohne die Stufen all zu sehr ächzen zu lassen. Bevor der Unbekannte das Schlafzimmer von Anna erreicht, klappte Frank Kodiak das Buch zu.

Der Verlag und die ausrichtende Buchhändlerin Ulrike Sowa hätten ihm verboten, das Ende der Geschichte vorzulesen, ließ Frank Kodiak wissen und setzte den Schlusspunkt an der Stelle, wo es gerade enorm spannend war.

Anhaltender Applaus war der Dank des Publikums für diese, bei Thrillerfans unbekannte Art und Weise, eine Lesung gleichermaßen spannend und witzig zu gestalten.

Der Autor erzählte in der anschließenden Fragerunde, wie er seine Geschichten erfindet. So begegnen ihm, wie jedem anderen auch, ständig interessante Menschen sowie außergewöhnliche Situationen und Begebenheiten. Die merkt er sich dann und lässt Personen und Ereignisse in den nächsten Krimis "mitspielen". Eine Begegnung des Tages merkte er an: In Dannenrod, wo er eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hatte, beäugten ihn vermummte Gestalten, als er vor dem Gasthaus Jakob auf einer Bank auf das Eintreffen der Wirtin wartete. Diese Menschen verschwanden dann in dem angrenzenden Hof. Kurz darauf fuhren Polizeiautos vor, die Polizisten beäugten ihn ebenfalls und verschwanden im Hof.

Krimi- und Thrillerfans sollten also die demnächst von Frank Kodiak und Andreas Winkelmann erscheinenden Bücher im Auge behalten. Es kann sein, dass Dannenrod dort eine Rolle spielt.

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