Zweifel an Qualität von Gutachterbüros

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Vogelsbergkreis (pm). "Auch wenn sich die Hessen Energie und die Gutachterfirma Ecoda in der regionalen Presse vordergründig vom ›Baumklopfer‹ distanzieren, versuchen diese dennoch gleichzeitig, das verbotene Handeln des ›Gutachters‹ als ›Einzelfall‹ zu bagatellisieren", erklärte der bundes- und landesweit tätige Umweltverband Naturschutzinitiative (NI). Die NI weist darauf hin, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter anderem verboten ist, wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören sowie Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.

Vogelsbergkreis (pm). "Auch wenn sich die Hessen Energie und die Gutachterfirma Ecoda in der regionalen Presse vordergründig vom ›Baumklopfer‹ distanzieren, versuchen diese dennoch gleichzeitig, das verbotene Handeln des ›Gutachters‹ als ›Einzelfall‹ zu bagatellisieren", erklärte der bundes- und landesweit tätige Umweltverband Naturschutzinitiative (NI). Die NI weist darauf hin, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter anderem verboten ist, wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören sowie Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.

Dies gelte unabhängig von irgendwelchen Abständen und Vorhaben. Gerade ein – wie behauptet – "erfahrener" Gutachter sollte wissen, dass ein solches Verhalten nicht haltbar sei und strafbar sein könne. Der besagte Horst befinde sich in einem Abstand von rund 1050 Metern zu einer der geplanten Windenergieanlagen und sei damit sehr wohl planungsrelevant, weil mindestens im Radius von 3000 Metern eine Raumnutzungsanalyse hätte erstellt werden müssen.

Kreis bei toten Rotmilanen vorn

In der Stellungnahme des Umweltverbandes Naturschutzinitiative heißt es weiter: "Es war nicht das Ziel der Handlung, Vögel zu vergrämen", werde der Biologe Johannes Fritz vom Gutachterbüro Ecoda in der Alsfelder Allgemeinen vom 8. August zitiert. Welches Ziel verfolgte der "Gutachter" denn?, fragt die NI. Diese Antwort bleibe das Büro schuldig. Immerhin sei der "Baumklopfer" mehrfach an dem besagten Baum gesehen worden. Nach den der NI vorliegenden Hinweisen und Informationen habe es sich auch nicht um einen "Einzelfall" gehandelt. Wenn Naturschützer ein Vielfaches von dem an Horsten fänden, das ein damit beauftragtes Büro registriere, spreche dies für die Naturschützer und gegen die Qualität des Gutachterbüros, meint die NI, und führt ein weiteres Beispiel zu Rotmilanen an. Im April 2017 seien im Vogelsberg zwei tote Rotmilane in einem Windpark in Ruhlkirchen gefunden worden. Bei Erfassungen zu einem benachbarten Windpark habe man festgestellt, dass ein Rotmilanhorst in weniger als 1000 Meter Entfernung zum Windpark Ruhlkirchen gelegen habe. Seit Inbetriebnahme 2013 seien bereits drei tote Rotmilane in dem "Windpark" mit vier Anlagen gefunden worden. Die meisten Totfunde des Rotmilans stammten im Vogelsbergkreis aus dem europäischen Vogelschutzgebiet. Allein 2017 seien sieben tote Rotmilane in diesem Landkreis gefunden worden, davon drei im Bereich eines sogenannten Rotmilanprojektes.

Die Anzahl der Rotmilan-Schlagopfer ist laut NI im Vogelsberg mit 25 bis 29 Tieren (Quelle: Schlagopferstatistik der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg) die höchste Quote in ganz Deutschland. Und das in einem europäischen Vogelschutzgebiet.

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