Protest gegen Baumfällarbeiten an der A49-Trasse. FOTO: ARCHIV
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Protest gegen Baumfällarbeiten an der A49-Trasse. FOTO: ARCHIV

Autobahn 49

Zweifel an den Aussagen der DEGES

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Leserbrief zum Artikel "Bäume auf A49-Trasse fallen" vom 25.1.

In den letzten Wochen wurde in dieser Zeitung wiederholt von den Baumfällungen und durchgeführten Rückearbeiten auf der geplanten Trasse der A 49 berichtet. Gelegentlich äußerte sich die DEGES auch auf Nachfrage hierzu. Bei oberflächlicher Betrachtung könnten ihre Begründungen zu den Fällungen (zum Beispiel in Maulbach) schlüssig erscheinen. Wer die Baumfällungen mit gesundem Menschenverstand beurteilt und wem unser Rechtssystem wichtig ist, dem dürften aber Zweifel an den Aussagen und dem Vorgehen der DEGES kommen.

Die dem Bundesverkehrs- ministerium unterstellte Baugesellschaft DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Baugesellschaft) hält es offenbar nicht für notwendig, auf das Urteil im anhängigen Klageverfahren zur Überprüfung der Rechtsgültigkeit der Planungen in Leipzig zu warten. Im Hause Scheuer ist man sich sicher, das Recht schon heute und auch in Zukunft auf seiner Seite zu haben und einfach durchsetzen zu können. Gewisse Parallelen zum Mautskandal sind nicht von der Hand zu weisen.

Für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Planfeststellungsbeschluss aufheben würde, wären im Maulbacher Trassenbereich die Versetzungen von Strommasten unnötig und die etwa 1000 Bäume der 1,2 Hektar großen Waldfläche wären den Motorsägen endgültig und gegenstandslos zum Opfer gefallen.

In Bezug auf die Fällungen in einem Teilbereich der A 49-Trasse in Dannenrod erklärte Deges-Sprecher Günther gegenüber der Alsfelder Allgemeinen Zeitung (vom 25.01.2020), dass die dort vorgenommenen Forstarbeiten "nicht von der Deges beauftragt wurden und nicht im Zusammenhang mit dem Bau der A 49 stehen".

Das verwirrt mich doch sehr. Wie können Arbeiten jeglicher Art auf der geplanten Trasse der A 49 nicht im Zusammenhang mit dem Autobahnbau stehen?

Und warum gibt man sich bei der Deges völlig unwissend darüber?

Selbst wenn die Entnahme einer größeren Anzahl von sogenannten Käferholzfichten in dem Trassenbereich aus forstlicher Sicht notwendig gewesen sein sollte, so erscheint es mir unter Einbeziehung von wirtschaftlichen Aspekten vollkommen unlogisch, dass das Freiherrlich Schenck’sche Forstamt in Schweinsberg eigenständig und auf eigene Kosten die Fällungen durchgeführt haben soll.

Im übertragenen Sinn: Ich würde bei meinem Nachbarn im Garten keine Bäume fällen, wenn ich vorher nicht gefragt hätte!

Elke Müller, Homberg

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