Die Pensionäre Herbert Kress und Karl-Heinz Biere mit Schulleiter Carsten Röhrscheid (v. l.). FOTO: PM
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Die Pensionäre Herbert Kress und Karl-Heinz Biere mit Schulleiter Carsten Röhrscheid (v. l.). FOTO: PM

Zwei "Urgesteine" verabschiedet

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Homberg(pm). Zwei "Urgesteine" im positivsten Sinne des Wortes verlassen die Ohmtalschule (OTS): Die Lehrer Herbert Kress und Karl-Heinz Biere wurden mit Beginn der Sommerferien in den Ruhestand verabschiedet. Es war ein Abschied, der allen schwerfällt - den künftigen Pensionären, Schulleitung und Kollegen, Schülern und Eltern. Entsprechend emotional fiel die Verabschiedung aus, trotz Corona-Abstand, der auch die Ohmtalschule nach wie vor beherrscht.

"Es ist schwer vorstellbar, wie das alles hier weitergehen soll ohne euch", sagte Schulleiter Carsten Röhrscheid und erinnerte an die vielen Stationen der beiden "Abgänger", die das Schulleben stark geprägt haben.

"Es war mir eine Ehre, hier zu arbeiten", sagte Herbert Kress, der in den vergangenen 35 Jahren in Homberg ganze Generationen von Schülern durch ihre Schulzeit an der OTS begleitet und stets ein offenes Ohr für sie hatte. Er übernahm zunächst die Aufgaben der Leitung des Realschulzweiges und später bis zu seiner Pensionierung die Leitung der Förderstufe. Über einen langen Zeitraum war er zudem für die pädagogische Organisation verantwortlich, betreute die studentischen Praktikanten und war langjähriger Personalratsvorsitzender. Als solcher vertrat er Schule und Kollegen auch in schweren Zeiten. Die Liste der Aufgaben von Herbert Kress ist lang. An oberster Stelle jedoch - denn damit verbinden ihn die meisten - steht die Musik. Kress hat sich über die Grenzen der OTS hinaus den Ruf eines begnadeten und passionierten Allround-Musikers erworben, der auf vielen Schulveranstaltungen begeisterte. Er inszenierte zweimal ein großes "Tabaluga"-Musical in Homberg. Auf zahlreichen Zeugnisverleihungen und Schulfesten "haute" er am Flügel in die Tasten, obgleich er zu seiner eigenen Verabschiedung ein eher leiseres Stück von Brahms spielte. Stellvertretend für Generationen von Schülern, denen Kress nicht nur Deutsch, sondern auch das Einmaleins der Musik, des Rhythmus und des Gesangs beibrachte, sangen der Lehrerchor und der Mädchenchor "Die Töffels", um dem langjährigen Mentor als Überraschung einen musikalischen Gruß mit auf den Weg zu geben. Und ein ehemaliger Referendar, der längst als Musiklehrer an einer anderen Schule arbeitet, sang und spielte "Let it be" am Flügel.

Grillfest folgt

Auch Karl-Heinz Biere blickt auf ein bewegtes Schulleben zurück. Jahrzehntelang unterrichtete er Schüler in Mathematik und Sport, engagierte sich im Personalrat und als Fachbereitsleiter Mathematik. Unzählige Abschlussklassen tragen seinen Namen auf ihren Abschlusspullis, zumal dieser stets eine Steilvorlage war für selbstironische feucht-fröhliche Anspielungen à la "Klasse 10 G: 29 Flaschen und ein Bier(e)". Und unzählige Schüler dürften sich noch an den Muskelkater erinnern, der auf anstrengende Radtouren mit dem passionierten Tischtennisspieler folgte.

"Es war eine schöne Zeit", bilanzierte Biere, für den sich an seinem letzten Schultag ein Kreis schloss: Kurioserweise verbrachte er seine allererste und auch seine letzte Schulstunde an der OTS in einer 5. Gymnasialklasse und das auch noch im exakt selben Raum. "Ich hoffe, ich gehe jetzt wirklich in Rente", scherzte er, "denn der Rentenbescheid fehlt immer noch".

Es war kein Abschied für immer, dass machten beide Ruheständler deutlich: "Nach Corona" soll es noch ein Grillfest für die Kollegen geben. "Ein Abschied, wo man sich auch mal drücken kann", kündigte Biere an.

"Ich wünsche euch allen, dass viele positive Erinnerungen an die Schule zurückbleiben, wie ich sie habe", sagte Herbert Kress und schloss mit dem berühmten Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse.

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